Der Fall Leh­man und sei­ne glo­ba­len Aus­wir­kun­gen

Ipf- und Jagst-Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Die Leh­man-Plei­te mar­kiert ge­nau ge­nom­men nur ei­ne Es­ka­la­ti­ons­stu­fe der Fi­nanz­kri­se, steht da­mit aber für ei­nes der schwär­zes­ten Ka­pi­tel der Wirt­schafts­ge­schich­te. Mit vie­len Töch­tern und Zweck­ge­sell­schaf­ten war Leh­man ty­pisch für das Di­ckicht der Fi­nanz­märk­te da­mals ge­we­sen, in dem fau­le Im­mo­bi­li­en­kre­di­te zu to­xi­schen

Wert­pa­pie­ren ver­packt und – mit du­bio­sen Gü­te­sie­geln gro­ßer Ra­ting­agen­tu­ren ver­se­hen – welt­weit bei In­ves­to­ren plat­ziert wur­den. Als die Prei­se am US-Häu­ser­markt zu sin­ken be­gan­nen und die Hy­po­the­ken wert­los wur­den, sorg­ten die­se in­ter­na­tio­na­len Ver­flech­tun­gen für ei­nen Flä­chen­brand. Ob­wohl die Fi­nanz­kri­se ih­ren Ur­sprung in den USA hat­te, rich­te­te sie auch in Deutsch­land viel Scha­den an. Am 5. Ok­to­ber 2008 muss­ten Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) und der da­ma­li­ge Fi­nanz­mi­nis­ter Peer St­ein­brück (SPD) in St­un­den höchs­ter An­span­nung so­gar die Spar­ein­la­gen der Bür­ger ga­ran­tie­ren, um ein mas­sen­haf­tes Ab­he­ben von Spar­gut­ha­ben und ei­nen Zu­sam­men­bruch des Fi­nanz­sek­tors ab­zu­wen­den. Doch der fol­gen­de Wirt­schafts­ein­bruch war tief. Mit Kurz­ar­beit und Mil­li­ar­den­hil­fen wur­den aber mehr als 1,5 Mil­lio­nen Jobs in der Kri­se ge­ret­tet. We­nig spä­ter schwapp­te die Kri­se im Zu­ge der eu­ro­pa­wei­ten Ret­tungs­maß­nah­men je­doch von der pri­va­ten Wirtschaft zu den öf­fent­li­chen Fi­nan­zen über. (dpa)

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