Öko-ho­tels: ei­ne Ver­hei­ßung des Tou­ris­mus

Karibik - - Brief Des Herausgebers - TEXT MA­NU­EL MENÉNDEZ CASTELLANOS, INDUSTRIEINGENIEUR, DOZENT UND EX­PER­TE FÜR ER­NEU­ER­BA­RE ENER­GI­EN FO­TOS TOU­RIS­MUS­BE­HÖR­DE PANAMAS UND AR­CHIV EXCELENCIAS

Das in­ter­na­tio­nal ge­wach­se­ne Be­wusst­sein für den Schutz der Um­welt hat das Ent­ste­hen von Öko-ho­tels ge­för­dert. Die­ses An­ge­bot ist im Wach­sen be­grif­fen und ge­ra­de die Ka­ri­bik bie­tet sich auf­grund ih­rer Na­tur da­für an.

Die Öko-ho­tels, die auch nach­hal­ti­ge bzw. grü­ne Ho­tels ge­nannt wer­den, sind be­reits Wirk­lich­keit ge­wor­den. Sie bah­nen sich ih­ren Weg in der Welt des Tou­ris­mus mit ei­ge­nem Mar­ken­zei­chen und in Har­mo­nie mit der Um­welt.

Vor ei­ni­gen Jahr­zehn­ten wä­re man auf Un­ver­ständ­nis ge­sto­ßen, hät­te man von ei­nem Ho­tel die­sen Typs ge­spro­chen. Heu­te wie­der­um gibt es für das Öko­lo­gi­sche – al­so öko­lo­gi­sche und na­tür­li­che Pro­duk­te – ei­ne uni­ver­sel­le Nach­fra­ge nach prak­tisch al­lem, was ge­macht oder er­dacht wer­den kann. Das steht in en­gem Be­zug zu ei­nem in­ter­na­tio­nal wach­sen­den Be­wusst­sein, auf har­mo­ni­sche­re Wei­se mit der Na­tur zu le­ben, nach­dem ver­schie­de­ne Län­der und Re­gio­nen der Welt im letz­ten Jahr­zehnt von ver­hee­ren­den Na­tur­ka­ta­stro­phen heim­ge­sucht wor­den sind.

Des­halb sind es vie­le, die, ge­führt von der Dy­na­mik der Er­zie­hung zum Um­welt­schutz, Er­ho­lung und Ge­nuss su­chen, in­dem sie die na­tür­li­che, bes­ser er­hal­te­ne oder un­be­rühr­te Um­ge­bung wäh­len, so wie sie auch je­nen Ein­rich­tun­gen den Vor­zug ge­ben, die um­welt­be­wuss­ter be­trie­ben wer­den.

ÖKOLOGIE UND VERANTWORTUNGSBEWUSSTER VER­BRAUCH

Die Öko-ho­tels zie­hen um­fang­rei­che Tei­le al­ler Al­ters­grup­pen an, wenn auch die An­zahl der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zim­mer noch im­mer be­grenzt ist. Ge­gen­wär­tig ist die Ka­ri­bik mög­li­cher­wei­se die at­trak­tivs­te Re­gi­on für die­se Art von Pro­dukt, auf­grund des Er­hal­tungs­gra­des der Na­tur, die sich als wah­re Na­tur­pa­ra­die­se und mit ei­nem be­nei­dens­wer­ten Kli­ma über fast das gan­ze Jahr hin­weg ge­ra­de­zu da­zu an­bie­ten, sie auf­zu­neh­men.

Die Na­tur der Ber­ge, ei­ne dich­te und üp­pi­ge Ve­ge­ta­ti­on, In­seln, Se­en, Mo­go­ten, Wäl­der, Tä­ler, Flüs­se und Was­ser­fäl­le, Vul­k­an­ge­bie­te, Koral­len­for­ma­tio­nen, Küs­ten und Strän­de, Ge­schich­te, Le­gen­den und vie­les an­de­re mehr ste­hen auf der Lis­te der aus­zu­wäh­len­den Or­te, wo die­se Ein­rich­tun­gen an­zu­sie­deln sind. Aber es soll­te klar sein, dass es nicht nur die na­tür­li­che Schön­heit des Or­tes, son­dern das Kon­zept, des­sen Gestal­tung, Bau­wei­se und die Art der Be­trei­bung sind, durch die die Idee zu ei­nem her­vor­ra­gen­den und ein­träg­li­chen Ge­schäft ge­macht wer­den kann.

Je­des ein­zel­ne der be­ste­hen­den Öko-ho­tels hat sei­ne ei­ge­nen Merk­ma­le und Cha­rak­te­ris­ti­ken. Den­noch kön­nen fol­gen­de all­ge­mein­gül­ti­ge Ele­men­te auf­ge­führt wer­den: .

Bio­kli­ma­ti­sche ar­chi­tek­to­ni­sche Lö­sun­gen, die aus der Aus­nut­zung des na­tür­li­chen Lichts und der vor­herr­schen­den Win­de Nut­zen zie­hen. Die Farb­ge­bung und die grü­nen Dä­cher ver­lei­hen die­sen Ein­rich­tun­gen ei­nen ganz be­son­de­ren Touch. In der bau­li­chen Gestal­tung ist die Nut­zung von Bio­ma­te­ri­al vor­ge­se­hen. .

Ein­spa­rung von Was­ser, Säu­be­rung und Be­hand­lung des Ab­was­sers, we­sent­li­che Re­du­zie­rung nicht wie­der­ver­wert­ba­rer Ab­fall­stof­fe. Nut­zung von Be­häl­tern für das Auf­fan­gen von Was­ser zu Zwe­cken der Be­reg­nung von Grün­flä­chen und Gär­ten. .

Das The­ma Ener­gie ist Teil des Ge­heim­nis­ses im öko­lo­gi­schen De­sign, da es au­ßer der höchs­ten Ener­gie­ef­fi­zi­enz auch die Nut­zung von Tech­no­lo­gi­en sau­be­rer Ener­gi­en vor­sieht, so wie Fo­to­vol­ta­ik, So­lar­hei­zun­gen, Bio­kom­pos­ter und klei­ne Wind­kraft­ge­ne­ra­to­ren, wo das Wind­re­gime dies zu­lässt. Es kann ge­sagt wer­den, dass der en­er­ge­ti­sche Traum ei­nes Öko-ho­tels dar­in be­steht, die en­er­ge­ti­sche Selbst­ver­sor­gung zu er­rei­chen und Über­schüs­se an Ener­gie in das lo­ka­le Strom­netz ein­zu­spei­sen. .

Nut­zung öko­lo­gi­scher Trans­port­mit­tel wie Elek­tro-

Au­tos, E-bi­kes und Elek­tro-scoo­ter und so­gar von den be­kann­ten Hy­brid-au­tos. Die Nut­zung der so­ge­nann­ten grü­nen Fit­ness­cen­ter ist eben­falls ein kenn­zeich­nen­des Ele­ment. .

In der Gas­tro­no­mie sol­cher Ho­tels ste­chen öko­lo­gisch zer­ti­fi­zier­te Le­bens­mit­tel oh­ne che­mi­sche Be­stand­tei­le so­wie zer­ti­fi­zier­te Kör­ner her­vor, als ei­ne der wich­tigs­ten Be­din­gun­gen, die es zu er­fül­len gilt. Ein auf die­se Art von Pro­duk­ti­on spe­zia­li­sier­tes Land­gut ist am bes­ten da­für ge­eig­net, un­ter Be­din­gun­gen, un­ter de­nen es so­gar von den Gäs­ten der Ein­rich­tung in­spek­tio­niert wer­den kann. .

Das Be­die­nungs­per­so­nal der Ho­tel­ein­rich­tung wird sich durch ei­ne Aus­bil­dung in den Be­rei­chen Ökologie, Ener­gie und Um­welt aus­zeich­nen müs­sen. Nur so kön­nen sie den An­for­de­run­gen ei­nes so be­son­de­ren Stand­or­tes ge­recht wer­den. Sie soll­ten nur bio­lo­gisch ab­bau­ba­re Rei­ni­gungs­mit­tel oder Cre­mes ver­wen­den. .

Ver­wen­dung öko­lo­gi­scher Richt­li­ni­en für die An­wen­dung be­währ­ter Prak­ti­ken. Pe­ri­odisch wie­der­keh­ren­de Ein­schät­zung, Ka­te­go­ri­sie­rung und ho­he An­for­de­run­gen an das Per­so­nal, das in die­sen Ein­rich­tun­gen ar­bei­tet.

PRAK­TI­SCHE ER­FAH­RUN­GEN

Ei­nen gu­ten Ruf ha­ben die Öko-ho­tels von Cos­ta Ri­ca, Ni­ca­ra­gua, Me­xi­ko, Ar­gen­ti­ni­en, Schwe­den, Ita­li­en, Dä­ne­mark, USA, Spa­ni­en und Pa­na­ma, die in der Re­gel klei­ne oder mitt­le­re Ein­rich­tun­gen sind, Bou­ti­que­ho­tels äh­neln und sich durch her­vor­ra­gen­de Qua­li­tät, gu­ten Ge­schmack und sehr ho­hes Ni­veau aus­zeich­nen. Sie un­ter­schei­den sich von­ein­an­der durch den Grad der öko­lo­gi­schen Maß­nah­men, die sie an­wen­den, so­wie das er­reich­te Zer­ti­fi­ka­ti­ons­ni­veau.

Cos­ta Ri­ca weist be­deu­ten­de Fort­schrit­te in­ner­halb sei­ner be­son­de­ren Na­tur und der Ent­wick­lung sau­be­rer Ener­gi­en auf, wäh­rend Ni­ca­ra­gua die enor­men Mög­lich­kei­ten aus­nutzt, die es in sei­nen Ther­mal­bä­dern hat. In Ita­li­en wird die in­ter­es­san­te Bio­ar­chi­tek­tur und ein ihr ent­spre­chen­der Plan der Wie­der­ver­wer­tung aus­ge­nutzt. In Schwe­den sticht die Nut­zung von Son­nen­pane­len her­vor, die Ver­wen­dung bio­lo­gisch ab­bau­ba­rer Kunst­stof­fe und die Nut­zung von grü­nen Fit­ness­cen­tern. Die USA zäh­len auf ei­nes der lu­xu­riö­ses­ten Öko-ho­tels der Welt, das aus wie­der­ver­wert­ba­rem Ma­te­ri­al er­rich­tet wur­de. Me­xi­ko wie­der­um nutzt die be­ein­dru­cken­de Bau­wei­se auf Pfäh­len, die den na­tür­li­chen Fluss des Was­sers er­mög­licht.

Schließ­lich ver­dient Pa­na­ma ei­ne be­son­de­re Er­wäh­nung. Auf­grund sei­ner rei­chen Na­tur und Er­hal­tungs­grad ist es da­zu aus­er­se­hen, zu ei­ner der wich­tigs­ten Stät­ten der Ka­ri­bik in der Ent­wick­lung von Öko-ho­tels zu wer­den. Sei­ne be­kann­ten Tra­di­tio­nen im Tou­ris­mus-ser­vice ver­lei­hen Pa­na­ma ei­ne pri­vi­le­gier­te Po­si­ti­on. Nie­mand soll­te be­zwei­feln, dass es in kur­zer Zeit markt­füh­rend bei die­ser Art von An­ge­bo­ten sein wird.

Cu­ba zeigt sei­ner­seits enor­me na­tür­li­che Mög­lich­kei­ten, die zu­sam­men mit ei­nem Kli­ma der Un­welt­er­zie­hung der Ent­wick­lung die­ser Pro­jek­te dien­lich ist. Im Wes­ten Ku­bas gibt es ei­ne öko­lo­gi­sche Tou­ris­mus­ein­rich­tung, die stän­dig von den an­spruchs­volls­ten Na­tur­freun­den be­sucht wird, die auf die In­sel kom­men.

Es steht au­ßer Zwei­fel, dass die Öko-ho­tels ge­kom­men sind, um zu blei­ben und dass der Ka­ri­bik hier­bei ei­ne der be­deu­tends­ten Rol­len zu­kom­men kann.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.