Wenn Wän­de spre­chen könn­ten

Landhaus Living - - INHALT - TEXT An­na Tru­el­sen, Ka­ro­lin Kühl • FO­TOS Ca­ri­na Olan­der

Ca­ro­li­ne liebt Tapeten – und das sieht man ih­rem ro­man­ti­schen Zu­hau­se auch an.

... dann wür­de die­ses ro­man­tisch ein­ge­rich­te­te Land­haus im schwe­di­schen Alings­ås sei­ner Be­woh­ne­rin sehr gu­ten Ge­schmack at­tes­tie­ren. Vor al­lem bei der Wand­ge­stal­tung leg­te Ca­ro­li­ne größ­ten Wert auf die De­tails.

Die ei­ge­nen vier Wän­de wa­ren für Ca­ro­li­ne und ih­ren Mann Fredrik im­mer ein gro­ßer Traum, den sie sich ei­nes Tages er­fül­len woll­ten. Wo­bei es in Sa­chen Wän­de für die jun­ge Mut­ter ger­ne ein paar mehr sein durf­ten, denn Ca­ro­li­ne hegt ei­ne aus­ge­präg­te Lei­den­schaft für schö­ne Tapeten und Bil­der: „Sie sind ei­ne tol­le Mög­lich­keit, um Far­be und Mus­ter in ei­nen Raum zu brin­gen. Das macht ei­ne Ein­rich­tung erst so rich­tig ge­müt­lich“, fin­det sie. Ein Blick in ihr ro­tes Holz­haus, das das Paar zu­sam­men mit den bei­den klei­nen Töch­tern Eb­ba und Ag­nes be­wohnt, gibt ihr recht: Je­des Zim­mer des gut 200 Qua­drat­me­ter gro­ßen Hau­ses hat, dank Ta­pe­te, ei­nen ei­ge­nen Stil. Bei der Aus­wahl der Wand­ver­klei­dung hat Ca­ro­li­ne gro­ßes Fin­ger­spit­zen­ge­fühl be­wie­sen, so­dass die ver­schie­de­nen Mus­ter nicht nur un­ter­ein­an­der, son­dern auch mit den Mö­beln har­mo­nie­ren. Die Mi­schung aus Floh­markt­fun­den, neu­en Stü­cken und Selbst­ge­mach­tem wirkt ab­so­lut zeit­los, we­der zu rus­ti­kal, noch zu mo­dern. Ge­nau­so wie das An­we­sen selbst, das zwar wie ein uri­ges Land­haus mit Ver­gan­gen­heit an­mu­tet, in Wahr­heit je­doch erst 1978 er­baut

Die neue Kü­che ... bie­tet Stau­raum bis un­ter die De­cke und Platz für den schö­nen, gro­ßen Ess­tisch.

„Durch schö­ne Tapeten und Bil­der wer­den Räu­me erst so rich­tig ge­müt­lich“

wur­de. „So ein ‚ neu­es‘ Haus ent­sprach ei­gent­lich nicht un­se­ren Vor­stel­lun­gen. Aber da wir be­reits Jah­re nach ei­nem pas­sen­den Ob­jekt ge­sucht hat­ten, wa­ren wir be­reit, Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen“, er­zählt Ca­ro­li­ne. Und so wa­ren die bei­den be­geis­tert, als sie zur Haus­be­sich­ti­gung ein­ge­la­den wur­den, auch wenn sie ih­re Hoff­nun­gen nicht zu hoch ste­cken woll­ten. „Wir fühl­ten uns auf An­hieb wohl hier. Die Grö­ße und die La­ge wa­ren per­fekt, da­her ga­ben wir gleich ein Ge­bot ab – und wur­den prompt von ei­nem an­de­ren In­ter­es­sen­ten aus­ge­sto­chen“, er­in­nert sie sich. „Doch dann pas­sier­te et­was sehr Un­ge­wöhn­li­ches: Der Mak­ler rief uns an und sag­te, dass wir den Zu­schlag be­kom­men wür­den, weil die Be­sit­zer ger­ne an ‚das jun­ge Paar‘ ver­kau­fen woll­ten. Wir wa­ren to­tal ge­rührt und über­glück­lich!“Das Haus war in ei­nem gu­ten Zu­stand, den­noch ha­ben Ca­ro­li­ne und Fredrik vie­les seit ih­rem Ein­zug ver­än­dert. „Die meis­ten Din­ge wa­ren zwar nicht nö­tig, aber wir woll­ten un­se­rem Zu­hau­se un­se­ren ei­ge­nen Stem­pel auf­drü­cken“, ge­steht die stol­ze Be­sit­ze­rin. Da­zu zählt ne­ben den Tapeten un­ter an­de­rem auch der schö­ne, hel­le Holz­bo­den, den die zwei im gan­zen Haus ver­le­gen

Im Reich der Träu­me ... sor­gen zar­te Pas­tell­far­ben und Land­haus­mö­bel für Ge­müt­lich­keit.

lie­ßen. Das letz­te Pro­jekt war ein 25 Qua­drat­me­ter gro­ßer An­bau, in dem neu­er­dings die Kü­che un­ter­ge­bracht ist. „Jetzt ha­ben wir end­lich mehr Platz zum Ko­chen und Es­sen! Da wir in der neu­en Kü­che kei­ne Zwi­schen­de­cke ein­ge­zo­gen ha­ben, ist die Raum­hö­he wirk­lich be­acht­lich. Das ist zwar toll, stell­te uns aber bei der In­nen­ein­rich­tung auch vor Pro­ble­me“, er­zählt Ca­ro­li­ne. Nach­dem der Kos­ten­vor­an­schlag für ei­ne maß­ge­fer­tig­te Kü­che das vor­han­de­ne Bud­get bei Wei­tem über­schritt, griff das Paar zu ei­ner in­di­vi­du­el­len Lö­sung: mit ein­fa­chen Ikea-Schrän­ken, die bis un­ter die Zim­mer­de­cke rei­chen und so un­end­lich viel Stau­raum bie­ten. Die al­te Kü­che wur­de in ein Schlaf­zim­mer für Ca­ro­li­ne und Fredrik um­ge­wan­delt. „Der Raum ist so schön ge­wor­den. Am meis­ten lie­be ich un­ser Him­mel­bett, das in sei­ner Form ganz schlicht ist – ge­nau wie ich es mag! Fredrik hat es für uns ge­baut. Ei­gent­lich hat er mir auch noch den pas­sen­den Nacht­tisch da­zu ver­spro­chen, aber jetzt im Win­ter ist es ein­fach zu kalt ge­wor­den, um in sei­ner Werk­statt in der Ga­ra­ge zu ar­bei­ten. Da­her wer­de ich mich wohl bis zum nächs­ten Früh­jahr ge­dul­den müs­sen“, schmun­zelt sie zu­frie­den.

Al­les auf ei­ner Ebe­ne Dank ei­nes An­baus bie­tet das ein­stö­cki­ge Haus ge­nü­gend Platz für die Fa­mi­lie.

Leicht & fe­mi­nin

Im Wohn­zim­mer kom­bi­niert Ca­ro­li­ne an­ti­ke Mö­bel mit ro­man­ti­schen Ac­ces­soires und hel­len Tex­ti­li­en. So schuf sie ei­nen be­son­de­ren Mix, der ei­nen leich­ten Landhausstil re­prä­sen­tiert.

Auf­fäl­lig & in­di­vi­du­ell

Die Wand hin­ter dem Ess­tisch in der Kü­che ziert ei­ne nost­al­gi­sche Mus­ter­ta­pe­te der schwe­di­schen Fir­ma Du­ro. Die un­ge­wöhn­li­che De­cken­lam­pe ent­warf und bau­te Fredrik selbst.

RO­BUST Die Ar­beits­plat­te aus Mar­mor ist zwar emp­find­li­cher

als Gra­nit, ist aber ein ech­ter Hin­gu­cker.

HOCH HIN­AUS Die enor­me De­cken­hö­he in der Kü­che mach­te es schwer, pas­sen­de Ein­bau­schrän­ke zu fin­den.

DURCH­BLICK Die Kochoase ist durch ei­ne glä­ser­ne Flü­gel­tür

vom Wohn­zim­mer ge­trennt.

Hell & ein­la­dend

Durch die Ter­ras­sen­tü­ren hat man von der ge­müt­li­chen So­fa­ecke aus ei­nen tol­len Blick in die Fer­ne. Gleich­zei­tig las­sen die gro­ßen Fens­ter­flä­chen viel Ta­ges­licht hin­ein.

UM­ZUG Dort, wo heu­te das El­tern­schlaf­zim­mer ist, be­fand sich einst die Kü­che.

LINDGRÜN Die Ta­pe­te von Boråsta­pe­ter ist per­fekt auf die An­rich­te ab­ge­stimmt.

SÜSS Bei der Ein­rich­tung ih­res Kin­der­zim­mers durf­te die 3-jäh­ri­ge Ag­nes mit­re­den.

Aus eins mach zwei

Bei der Kon­so­le im Flur zwi­schen den Schlaf­zim­mern han­delt es sich ei­gent­lich um die Hälf­te ei­nes al­ten Ess­ti­sches – das Ge­gen­stück steht im Haus von Ca­ro­li­nes Mut­ter.

PRAK­TISCH Un­ter der wei­ßen Bank­hus­se kann man Schu­he ver­ste­cken.

ERB­STÜCK Das al­te Kla­vier hin­ter­lie­ßen die Vor­be­sit­zer – ein gu­ter Fang.

PLUS­PUNKT Das Haus ver­fügt über ei­nen gro­ßen Kel­ler und ei­nen Gar­ten.

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