War­um ist all das Geld so un­ge­recht ver­teilt?

Mag­da­le­na hat sie ge­stellt und wir ha­ben ei­ne Ant­wort dar­auf ge­fun­den

Landsberger Tagblatt - - Capito - Jens Reit­lin­ger, Ca­pi­to-Team

Je­de Wo­che stel­len uns Ca­pi­to-Le­ser knif­fe­li­ge Fra­gen, wir Re­dak­teu­re ver­su­chen, Ant­wor­ten dar­auf zu fin­den. Heu­te fragt Mag­da­le­na: „War­um ist das Geld so un­ge­recht ver­teilt?“

Lie­be Mag­da­le­na, mit die­ser Fra­ge wirfst du ein The­ma auf, über das die Men­schen seit vie­len Jah­ren dis­ku­tie­ren. Wenn man sich vor­stellt, dass ei­ni­ge Men­schen auf un­se­rer Er­de vie­le gro­ße Häu­ser, schi­cke Au­tos und so­gar Flug­zeu­ge be­sit­zen, wäh­rend an­de­re kaum et­was zu es­sen ha­ben, dann wird die­ses Pro­blem be­son­ders deut­lich. Doch al­lein mit die­sen ex­tre­men Fäl­len lässt sich die­se schwie­ri­ge Fra­ge nicht be­ant­wor­ten.

Denn es gab schon im­mer Men­schen, die viel Geld oder wert­vol­le Din­ge be­sit­zen, und Men­schen, die we­ni­ger ha­ben. Zum Bei­spiel be­sa­ßen Kö­ni­ge oder Ade­li­ge mehr Land, leb­ten in Schlös­sern und hat­ten viel mehr Geld als an­de­re. „Wie viel Geld man hat, hängt heut­zu­ta­ge stark da­von ab, wel­che Ar­beit man hat“, er­klärt der Wirt­schafts­for­scher Mar­kus Hol­ler vom In­sti­tut Ini­fes in Stadt­ber­gen. Zum Bei­spiel ha­ben man­che Men­schen kei­ne Ar­beit oder Ar­beit, bei der man nur sehr we­nig Geld ver­dient. Es gibt aber auch Men­schen, die durch ih­re Ar­beit sehr viel Geld ver­die­nen.

Wer schon Ver­mö­gen hat, kann es an­häu­fen

Wie viel man spä­ter ver­dient, hängt auch da­von ab, wie viel man in der Schu­le ge­lernt und wel­chen Be­ruf man sich aus­ge­sucht hat. Die­je­ni­gen, die am längs­ten oder schwers­ten ar­bei­ten, be­kom­men aber nicht zwangs­läu­fig am meis­ten Geld da­für. Denn in die Be­zah­lung für ei­ni­ge Be­ru­fe fließt mit ein, wel­che Fä­hig­kei­ten die Leu­te ler­nen muss­ten, um den Be­ruf über­haupt aus­üben zu dür­fen. Und auch, wel­che Ver­ant­wor­tung sie tra­gen.

Man­che Men­schen kom­men au­ßer­dem aus ei­ner rei­chen Fa­mi­lie oder ha­ben selbst viel Geld ge­spart. Wenn man an­ge­spar­tes Geld oder an­de­re wert­vol­le Din­ge wie zum Bei­spiel Gold, Grund­stü­cke, Häu­ser oder ei­ne Fa­b­rik hat, hat man so­ge­nann­tes „Ver­mö­gen“. „Je mehr Ver­mö­gen man hat, um­so leich­ter ist es, da­mit zu­sätz­li­ches Geld zu ver­die­nen“, sagt Mar­kus Hol­ler. Man kann dann zum Bei­spiel Ge­schäf­te ma­chen, ei­ne Fir­ma grün­den oder an­de­ren Men­schen ei­ne Woh­nung oder ein Haus ver­mie­ten.

Zwar hel­fen in Deutsch­land die Men­schen mit viel Geld den är­me­ren Men­schen aus. Das ge­schieht zum Bei­spiel mit Steu­ern: Geld, das wir al­le in ei­nen gro­ßen Topf be­zah­len und aus dem wir die­je­ni­gen mit­ver­sor­gen, de­nen es schlech­ter geht. Aber da­bei wird das Geld nicht so ver­teilt, dass al­le gleich viel ha­ben. Son­dern so, dass nie­mand zu arm ist, um nicht da­von le­ben zu kön­nen. Die meis­ten Men­schen fin­den das auch ge­recht. Sie sa­gen, wer viel ge­lernt und ge­ar­bei­tet hat, der hat es ver­dient, mehr Geld als an­de­re zu ha­ben. Wenn die Un­ter­schie­de zu groß sind, fin­den das die meis­ten Men­schen aber un­ge­recht.

Weil die­se Un­ter­schie­de in den letz­ten Jah­ren grö­ßer ge­wor­den sind, dis­ku­tie­ren un­se­re Po­li­ti­ker oft dar­über, ob das Geld in Deutsch­land zu un­ge­recht ver­teilt ist und wie das ge­än­dert wer­den kann. Es gibt aber auch vie­le Län­der, in de­nen es viel we­ni­ger gut be­zahl­te Ar­beit gibt und in de­nen viel we­ni­ger Geld von den Rei­chen zu den Ar­men um­ver­teilt wird als in Deutsch­land.

Wer reich und wer arm ist, das ist häu­fig auch ei­ne Fra­ge des Blick­win­kels: Selbst wenn du dich selbst nicht als reich siehst, weil dei­ne Fa­mi­lie viel­leicht nicht in ei­nem gro­ßen Haus wohnt, kannst du in den Augen vie­ler Men­schen, die nicht ein­mal ei­ne Woh­nung ha­ben, den­noch reich sein.

Fo­to: Josh Edel­son/afp Pho­to

Es gibt Men­schen, die kön­nen sich ein teu­res Au­to wie ei­nen Bent­ley oder Lam­bor­ghi­ni kau­fen, und es gibt wel­che, die ha­ben nicht ein­mal ge­nug Geld für ei­ne ei­ge­ne Woh­nung oder ein Bett – so wie die­ser Mann, der in der ame­ri­ka­ni­schen Stadt San Fran­cis­co...

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