Der Baum­flüs­te­rer Pe­ter Wohl­le­ben

Lindauer Zeitung - - UNSER WALD -

Der Mann ist ein Phä­no­men: Mit Bü­chern wie „Das ge­hei­me Le­ben der Bäu­me“(Lud­wig Ver­lag, 224 Sei­ten, 19,99 Eu­ro) ge­lingt es Pe­ter Wohl­le­ben (Fo­to: imago), ei­ne brei­te Öf­fent­lich­keit für das The­ma Wald zu be­geis­tern – ein Pu­bli­kum, das den Forst bis­lang häu­fig le­dig­lich für ei­ne An­samm­lung von Stäm­men und Kro­nen ge­hal­ten hat. Der 53-Jäh­ri­ge er­zählt da­bei aus­ge­spro­chen un­ter­halt­sam und an­rüh­rend von sei­nen Er­fah­run­gen als Förs­ter. Und es men­schelt ge­wal­tig im Wald des Pe­ter Wohl­le­ben, in dem Bäu­me ih­ren Nach­wuchs füt­tern wie Müt­ter ih­re Ba­bys. Ge­ra­de des­halb for­dert er Re­spekt ein vor den na­tür­li­chen Vor­gän­gen im Wald, den er nicht als von Men­schen wirt­schaft­lich zu füh­ren­de Kul­tur­land­schaft ein­ord­nen mag. Wis­sen­schaft­ler ha­ben mo­bil ge­macht ge­gen den Förs­ter, der die Rück­kehr der Ur­wäl­der pro­pa­giert: „Auch im Wald: Fak­ten statt Mär­chen – Wis­sen­schaft statt Wohl­le­ben“ist der Ti­tel ei­ner On­li­ne-Pe­ti­ti­on, die 4500 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt hat.

Wohl­le­ben hat Forst­wirt­schaft stu­diert und war über 20 Jah­re lang Be­am­ter der Lan­des­forst­ver­wal­tung. Ge­trie­ben von sei­nen an­de­ren öko­lo­gi­schen Vor­stel­lun­gen kün­dig­te er. Als Förs­ter wirkt er auch heu­te noch – in Hüm­mel in der Ei­fel in ei­nem 4000 Jah­re al­ten Bu­chen­wald und in sei­ner Wald­aka­de­mie, wo Führungen und Se­mi­na­re an­ge­bo­ten wer­den. Die Bit­te um ei­ne Stel­lung­nah­me von Wohl­le­ben zu un­se­rem In­ter­view blieb lei­der un­be­ant­wor­tet. (diu)

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