Zweit­pass hilft bei pro­ble­ma­ti­schen Stem­peln

Man­che Ein­rei­se­be­stim­mun­gen kön­nen dem Ur­lau­ber ganz schön Är­ger ma­chen. Wie man das ver­mei­den kann

Mittelschwaebische Nachrichten - - Reise-journal - VON ARIANE ATTRODT

Die vie­len ver­schie­de­nen Stem­pel im Rei­se­pass sind für die meis­ten Ur­lau­ber nost­al­gi­sche Er­in­ne­rung und schö­nes Sou­ve­nir zugleich. Doch nicht im­mer se­hen das die Grenz­be­am­ten ge­nau­so – mit man­chem er­hal­te­nen Ein­rei­ses­tem­pel hat man Pro­ble­me, in an­de­re Län­der zu rei­sen.

So ver­wei­gern man­che ara­bi­sche Staa­ten Rei­sen­den, de­ren Päs­se Stem­pel von Is­ra­el tra­gen, die Ein­rei­se, so der Li­ba­non. Selbst wenn be­reits ein Vi­sum er­teilt wor­den ist, wer­den im­mer wie­der Ur­lau­ber an der Gren­ze ab­ge­wie­sen. Das Aus­wär­ti­ge Amt rät des­halb, den is­rae­li­schen Grenz­be­am­ten zu bit­ten, den Ein­rei­ses­tem­pel nicht in den Rei­se­pass, son­dern auf ein se­pa­ra­tes Blatt zu set­zen. Das hilft, Pro­ble­me von vorn­her­ein zu ver­mei­den.

In die Län­der Ägyp­ten, Jor­da­ni­en, Oman und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te ist nach Kennt­nis des Aus­wär­ti­gen Am­tes die Ein­rei­se da­ge­gen auch dann noch pro­blem­los mög­lich, wenn der Rei­se­pass schon ei­nen is­rae­li­schen Ein­rei­ses­tem­pel ent­hält.

Wer nach Is­ra­el will, muss da­ge­gen mit ei­ner Be­fra­gung durch dor­ti­ge Si­cher­heits­kräf­te rech­nen, wenn er in sei­nem Rei­se­pass Vi­sa ara­bi­scher Staa­ten oder des Iran hat. Ur­lau­ber soll­ten sich in je­dem Fall vor der Rei­se ge­nau über die Ein­rei­se­be­stim­mun­gen des je­wei­li­gen Lan­des in­for­mie­ren, bei­spiels- Rei­se­pass wei­se über die In­ter­net­sei­te des Aus­wär­ti­gen Amts.

Wenn schon ein pro­ble­ma­ti­scher Stem­pel im Pass prangt, kann ei­gent­lich nur noch ein Zweit­pass Ab­hil­fe schaf­fen. Ei­gent­lich darf in Deutsch­land grund­sätz­lich nie­mand meh­re­re Päs­se be­sit­zen, das re­gelt Pa­ra­graf eins des Pass­ge­set­zes. Aber es gibt Aus­nah­men – und die sind oft leich­ter zu er­fül­len als ge­dacht. Wer aus be­ruf­li­chen Grün­den viel reist und wem ein Jah­ren 59,50 Eu­ro, ab 24 Jah­ren kos­tet ein sol­cher Pass 81 Eu­ro. Die Gül­tig­keits­gren­zen sind aber auch beim gro­ßen For­mat die­sel­ben wie die des nor­ma­len Rei­se­pas­ses.

Wer es ei­lig hat, der kann sich ei­nen vor­läu­fi­gen Rei­se­pass aus­stel­len las­sen. Den be­kommt man gleich vor Ort aus­ge­stellt, er ist aber nur ma­xi­mal ein Jahr gül­tig. Ein vor­läu­fi­ger Rei­se­pass kos­tet 26 Eu­ro. Pass bei der Vis­a­be­schaf­fung aus zeit­li­chen Grün­den nicht reicht, be­kommt ei­nen Zweit­pass. Ge­nau­so wie der, dem we­gen sei­ner be­reits ge­sam­mel­ten Pass­stem­pel im Zi­el­land die Ein­rei­se ver­mut­lich ver­wei­gert wird.

Die Be­grün­dun­gen müs­sen im­mer per­sön­lich dar­ge­stellt wer­den. Bei­spiels­wei­se kann nicht ge­ne­rell da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass für häu­fi­ge Aus­lands­rei­sen au­to­ma­tisch im­mer zwei oder meh­re­re

Die Zeit ist knapp, aber der vor­läu­fi­ge Rei­se­pass wird als Ein­rei­se­do­ku­ment im Zi­el­land nicht ak­zep­tiert? Hier hilft nur der Ex­press-Rei­se­pass, der in­ner­halb von vier Ta­gen ab Be­an­tra­gung fer­tig ist. Er kos­tet für Per­so­nen bis ein­schließ­lich 23 Jah­re 69,50 Eu­ro, ab 24 Jah­ren be­zahlt man 91 Eu­ro. Auch der Ex­press-Rei­se­pass ist sechs be­zie­hungs­wei­se zehn Jah­re lang gül­tig. (aat-) Päs­se be­nö­tigt wer­den. Des­halb soll­ten auch Do­ku­men­te, die die Not­wen­dig­keit ei­nes Zweit­pas­ses auf­zei­gen, vor­ge­legt wer­den, et­wa ei­ne Be­stä­ti­gung des Ar­beit­ge­bers über Aus­lands­auf­ent­hal­te oder Bu­chungs­be­stä­ti­gun­gen von Flü­gen und Ho­tels. In Augs­burg wur­den 2015 ins­ge­samt 134 Zweit­päs­se aus­ge­stellt, in die­sem Jahr bis­lang 71, wie Hel­mut Reith vom Bür­ger­amt An der Blau­en Kap­pe auf An­fra­ge mit­teil­te. Ab­ge­lehnt wur­de in bei­den Jah­ren kein An­trag, je­der An­trag­stel­ler konn­te ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se am Zweit­pass nach­wei­sen. Wer ei­nen deut­schen Pass hat, der darf welt­weit 177 von 218 Län­dern oh­ne Vi­sum be­su­chen. Da­mit ga­ran­tiert ein deut­scher Pass die höchs­te Rei­se­frei­heit über­haupt, so ei­ne Stu­die der Lon­do­ner Fir­ma Hen­ley & Part­ners, die sich auf Ein­rei­se und Staats­bür­ger­schaf­ten spe­zia­li­siert hat. Wer noch kei­nen Rei­se­pass be­an­tragt hat, kann im­mer noch al­le Staa­ten in der EU be­su­chen – da­für reicht näm­lich der Per­so­nal­aus­weis. Es hat et­was Fan­tas­ti­sches: Is­land, die­ses schrof­fe, for­dern­de Land, und dann so viel Wohl­be­ha­gen, ja Lu­xus in die­sem Ho­tel. Es liegt am Hvalf­jord, dem Walf­jord, der sich mehr als 30 Ki­lo­me­ter ins Fest­land hin­ein­zieht. Steht da ganz al­lein und bie­tet ei­ne gran­dio­se Aus­sicht, wenn es et­was zu se­hen gibt. Das Wetter ist wech­sel­haft, manch­mal so wech­sel­haft, dass der is­län­di­sche Wet­ter­dienst bei dem Hin und Her gar nicht mehr mit­kommt. Im Ho­tel Gly­mur kann man als Rei­sen­der Stür­men mit Leich­tig­keit trot­zen. Vor al­lem, wenn man in ei­nem der sechs Cot­ta­ges un­ter­ge­kom­men ist, die fuß­läu­fig vom Ho­tel aus zu er­rei­chen ist.

Viel mehr kann sich der Is­land­rei­sen­de nicht wün­schen. Und schon beim Hän­de­wa­schen oder in der Du­sche stellt sich die­se Is­lan­dFee­ling ein: Das hei­ße Was­ser riecht nach Schwe­fel. Es kommt von hei­ßen Qu­el­len. Das ist an­fangs ge­wöh­nungs­be­dürf­tig. Wer den Was­ser­hahn hin­ge­gen auf kalt dreht, wird be­lohnt: al­ler­bes­tes Trink­was­ser. Des­halb hal­ten ei­nen Is­län­der auch für leicht ver­rückt, wenn man Was­ser oh­ne Koh­len­säu­re im Su­per­markt kauft.

Das Schlim­me am Ho­tel Gly­mur ist dann, dass man die­ses Cot­ta­ge gar nicht mehr ver­las­sen möch­te. Die Schlaf­zim­mer mo­dern und stil­si­cher ein­ge­rich­tet, das Wohn­zim­mer eben­falls. Und drau­ßen auf der Cot­ta­ge-Ter­ras­se ein Hot Pool ganz für sich al­lein. Im hei­ßen Was­ser ver­liert selbst ein Win­ter­tag mit Mi­nus­gra­den sei­nen Schre­cken.

Pro­ble­ma­tisch wird es al­ler­dings, ein Zim­mer im Hoch­som­mer zu er­gat­tern. Trotz der ge­sal­ze­nen Prei­se, die das Ho­tel Gly­mur ver­langt – es zählt zu den Spit­zen­ho­tels der In­sel – sind die Zim­mer ex­trem ge­fragt. Da heißt es, wirk­lich früh bu­chen, um sich die­sen Is­land-Lu­xus ein paar Ta­ge oder län­ger zu gön­nen. Richard Mayr

Was für Rei­se­päs­se es gibt – und wann man wel­chen braucht

Ho­tel Gly­mur, Hvalf­jor­dur, Is­land, www.ho­tel­gly­mur.is, in­fo@ho­tel­gly­mur.is, DZ (im Hoch­som­mer bis 31. Au­gust) ab 279 Eu­ro

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