Die Jung­fern­in­seln ste­hen zum Ver­kauf

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wochenend Journal - EIN AL­BUM DER JAH­RE 1914 BIS 1918

Zwi­schen dem At­lan­tik und der Ka­ri­bik lie­gen die Jung­fern­in­seln. Kla­res, blau­es Meer, wei­ße Sand­strän­de, Fel­sen, Ber­ge, Pal­men... Auf den In­seln sieht es aus wie im Pa­ra­dies. Wer wür­de bei die­sem An­blick an Schlach­ten, Flot­ten und Stütz­punk­te den­ken? Im Ers­ten Welt­krieg sind sie aber vor al­lem das – ein prak­ti­scher tak­ti­scher Stütz­punkt. Die USA ha­ben schon zu­vor oft ver­sucht, die In­seln zu kau­fen. Erst­mals im Jahr 1867.

Am 4. Au­gust 1916 ha­ben die USA ihr Ziel er­reicht. US-Au­ßen­mi­nis­ter Ro­bert Lan­sing und der dä­ni­sche Bot­schaf­ter in den USA, Con­stan­tin Brun, un­ter­zeich­ne­ten den Ver­trag über die Ab­tre­tung von Dä­nisch-West­in­di­en an die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Die ers­te fes­te dä­ni­sche Sied­lung ent­stand 1666, die In­sel­grup­pe ist seit 1671 dä­nisch.

Für 25 Mil­lio­nen Dol­lar (da­mals 130 Mil­lio­nen Mark) kau­fen die USA die In­seln St. Croix, St.Tho­mas und St. John. Schät­zun­gen zu­fol­ge wür­de das heu­te ei­nem Be­trag von et­wa 416 Mil­lio­nen Eu­ro ent­spre­chen. Im Au­gust 1916 le­ben auf den In­seln 38 000 Men­schen auf rund 350 Qua­drat­ki­lo­me­tern. Die USA wol­len dort ei­ne Flot­ten­ba­sis er­rich­ten. Seit Aus­bruch des Krie­ges wur­den die Kauf­ver­hand­lun­gen mit den Dä­nen be­son­ders vor­an­ge­trie­ben, da in Wa­shing­ton be­fürch­tet wur­de, der Geg­ner – das Deut­sche Reich – könn­te die In­seln als Ma­ri­ne­stütz­punk­te über­neh­men.

Üb­ri­gens: Noch heu­te zei­gen sich auf den Jung­fern­in­seln – die bis heu­te zum Au­ßen­ge­biet der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ge­hö­ren – dä­ni­sche Ein­flüs­se. Die Be­grü­ßung zum Bei­spiel, sie lau­tet: Vel­kom­men.

Fo­tos: dpa, Fotolia

Im rech­ten Bild sieht man, wie die Jung­fern­in­seln heu­te ver­teilt sind. Im Ers­ten Welt­krieg wa­ren sie für die USA als Flot­ten­stütz­punkt in­ter­es­sant.

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