Trä­nen zum Auf­takt

Plei­ten, Pech und Pan­nen lie­fer­te das deut­sche Team 2012 in Lon­don – Rio fängt ähn­lich an

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Frust und Trä­nen zum Start in die olym­pi­schen Schwimm-Wett­be­wer­be. Rei­hen­wei­se Vor­lauf-Plei­ten er­in­nern frap­pie­rend an den Be­ginn des De­ba­kels von Lon­don. Zwar sind die deut­schen Auf­trit­te vom Sams­tag zu­nächst ei­ne Mo­ment­auf­nah­me, ei­nes aber un­ter­strei­chen die ers­ten Ent­täu­schun­gen in Rio de Janei­ro al­le­mal: Der von Chef­bun­des­trai­ner Hen­ning Lam­bertz an­vi­sier­te Weg zu­rück in die Welt­spit­ze bis Olym­pia 2020 in To­kio ist weit.

„Es sind in­di­vi­du­el­le Feh­ler, die ge­macht wor­den sind“, rüg­te Lam­bertz. Er will zur Halb­zeit sei­ner Amts­zeit nach dem ers­ten von acht Wett­kampf­ta­gen noch kei­nen Ne­ga­tiv­trend fürs Be­cken-Team er­ken­nen. Jetzt zu „pau­scha­li­sie­ren“sei „Quatsch“. „Jetzt müs­sen wir ei­ne an­de­re Qua­li­tät zei­gen, ein biss­chen das Kämp­fer­herz raus­ho­len und das Ding um­dre­hen.“

Über 400 Me­ter Frei­stil hat­te der 21-jäh­ri­ge Münch­ner Flo­ri­an Vo­gel als Ne­un­ter das Fi­na­le nur um sechs Hun­derts­tel­se­kun­den ver­passt. Er blieb al­ler­dings über sei­ner per­sön­li­chen Best­zeit – wie auch Chris­ti­an vom Lehn. Der Es­se­ner hat­te über 100 Me­ter Brust als ein­zi­ger Deut­scher die Vor­läu­fe des Sams­tags über­stan­den. Er schei­ter­te er­war­tungs­ge­mäß im Halb­fi­na­le.

Ja­cob Heidtmann da­ge­gen durf­te sich kurz im Fi­na­le über 400 Me­ter La­gen wäh­nen. Der WM-Fünf­te schwamm in 4:11,85 Mi­nu­ten schnel­ler als bei sei­nem deut­schen Re­kord (4:12,08), wur­de aber dis­qua­li­fi­ziert. Grund: Zwei Del­fin­bein­schlä­ge nach dem Ab­stoß beim Brust­schwim­men, er­laubt ist nur ei­ner. Statt als Fünf­ter ins Fi­na­le ein­zu­zie­hen, ver­goss der Elms­hor­ner Trä­nen. Der 21-Jäh­ri­ge wur­de von Lam­bertz mit dem Auf­trag Fru­st­ab­bau zu­rück­ge­schickt. „Er soll ins olym­pi­sche Dorf zu­rück­fah­ren, soll sich et­was neh­men, was aus Pap­pe und nicht teu­er ist, und das ka­putt­ma­chen“, sag­te der Chef.

Noch vier Jah­re jün­ger als Heidtmann ist Jo­han­nes Hint­ze. Er blieb bei sei­nem Olym­pia-De­büt in 4:18,25 Mi­nu­ten klar über der per­sön­li­chen Best­zeit (4:14,72). Be­son­de­re Mil­de beim mit 17 Jah­ren jüngs­ten deut­schen Olym­pia­Schwim­mer seit 40 Jah­ren ließ Lam­bertz nicht wal­ten. Zwar soll­te Hint­ze Wett­kampf­er­fah­rung sam­meln, doch das Aus­nah­me­ta­lent ha­be auch noch ei­nen Rei­fe­pro­zess zu durch­lau­fen.

Deut­lich sprach der Chef­bun­des­trai­ner die „in­di­vi­du­el­len Ver­bes­se­rungs­mög­lich­kei­ten im Ta­ges­ab­lauf“von Alex­an­dra Wenk an. Die Münch­ne­rin schwamm in 58,49 Se­kun­den klar lang­sa­mer als bei ih­rem deut­schen Re­kord von 57,70. Wenk, die wie Heidtmann wort­los das Bad ver­ließ, hat­te sich laut Lam­bertz nicht ex­akt an den ver­scho­be­nen Ta­ges­rhyth­mus an­ge­passt. Er kön­ne nicht 27 Ath­le­ten kon­trol­lie­ren, son­dern nur Emp­feh­lun­gen ge­ben, sag­te Lam­bertz. (dpa)

Fo­to: Wit­ters

Ja­cob Heidtmann schwamm wur­de aber dis­qua­li­fi­ziert. schnell,

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