Über sechs Mil­lio­nen se­hen Karsch

ARD und ZDF sind zu­frie­den mit den Quo­ten. Auch mit­ten in der Nacht wird ge­schaut

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 - VON SE­BAS­TI­AN KAPP

Augs­burg/Rio de Janei­ro Die Olym­pia-Stim­mung spie­gelt sich lang­sam auch in den Quo­ten von ARD und ZDF wi­der. Das Fi­na­le im Schie­ßen mit der Luft­pis­to­le mit Mo­ni­ka Karsch schau­ten 6,43 Mil­lio­nen Zu­schau­er. Das war Ta­ges­re­kord – noch vor dem Olym­pia­sieg von Rei­ter Micha­el Jung (4,44 Mil­lio­nen).

Der Auf­wand, den die Öf­fent­li­chRecht­li­chen hier­für be­trei­ben, ist enorm. Für die 306 Ent­schei­dun­gen ste­hen al­lein 53 Re­por­ter zur Ver­fü­gung. Vie­le Wett­kämp­fe wer­den gleich dop­pelt be­setzt – der Kom­men­ta­tor im Li­vestream ist dann ein an­de­rer als der im Fern­se­hen. Den Sinn da­hin­ter be­grün­det man bei der ARD auf An­fra­ge un­se­rer Zei­tung so: „Beim li­nea­ren Fern­se­hen wird von ei­ner Wett­kampf­stät­te zur an­de­ren ge­schal­tet. Dort sind je­weils un­ter­schied­li­che Kom­men­ta­to­ren ver­tre­ten. Die meis­ten Li­vestreams wer­den durch­ge­hend von ei­nem Re­por­ter kom­men­tiert, ei­ni­ge lau­fen auch un­kom­men­tiert.“

Und die Re­por­ter wech­seln sich ab. Über­trägt das ZDF, be­rich­tet der Kom­men­ta­tor der ARD im In­ter­net und um­ge­kehrt. Der Lohn die­ses Kon­zepts: Bis Di­ens­tag wur­den die Li­vestreams von ARD und ZDF be­reits 4,8 Mil­lio­nen mal auf­ge­ru­fen. Wer am Di­ens­tag­abend bei Viel­sei­tig­keits­rei­ten, Pis­to­len­schie­ßen und Tennis par­al­lel den Über­blick be­hal­ten woll­te, der kam kaum am In­ter­net­an­ge­bot vor­bei. Kath­rin Mül­ler-Ho­hen­stein muss­te in ih­rer Sen­dung nicht nur auf sechs Li­vestreams ver­wei­sen, son­dern auch auf die Su­per-Cup-Über­tra­gung auf ZDF-In­fo. Von die­sem Me­di­en­in­ter­es­se ha­ben die Schwim­mer und Leicht­ath­le­ten al­ler­dings recht we­nig. Durch die Zeit­ver­schie­bung und auch durch das im­men­se In­ter­es­se an ge­ra­de die­sen Sport­ar­ten in den USA fin­den vie­le der sons­ti­gen Kö­nigs­dis­zi­pli­nen der olym­pi­schen Spie­le zu nacht­schla­fen­der Zeit statt. Das Ein­zel­fi­na­le von Paul Bie­der­mann schau­ten 480 000 Men­schen li­ve, was im­mer­hin ei­nem Markt­an­teil von 19 Pro­zent ent­spricht. Es fand ge­gen drei Uhr nachts statt.

„Wir sind mit der Ak­zep­tanz zu­frie­den“, er­klär­ten ARD-Te­am­chef Gerd Gott­lob und ZDF-Sport­chef Die­ter Gru­schwitz über­ein­stim­mend. „Die Er­fah­rung lehrt, dass sich deut­sche Me­dail­len­ge­win­ne ins­ge­samt po­si­tiv auf die Quo­ten aus­wir­ken. Und hier gibt es ja noch die be­rühm­te Luft nach oben“, sagt ZDF-Mann Gru­schwitz. (mit dpa)

Fo­to: Lu­kas Schul­ze

Das Team um Kath­rin Mül­ler-Ho­hen­stein be­hielt am Me­dail­len-Di­ens­tag den Über­blick,

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