Staat pro­fi­tiert von Erb­schaf­ten

Steu­er­ein­nah­men in Re­kord­hö­he

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik -

Wiesbaden Die Ein­nah­men aus der Erb­schafts­steu­er in Deutsch­land sind im ver­gan­ge­nen Jahr auf ei­nen neu­en Re­kord­wert von 6,3 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­stie­gen. Das wa­ren 15,4 Pro­zent mehr im Ver­gleich zum Vor­jahr, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Don­ners­tag in Wiesbaden mit­teil­te. Die steu­er­lich ver­an­lag­ten Erb­schaf­ten und Schen­kun­gen be­lie­fen sich 2015 auf ein Ver­mö­gen von ins­ge­samt 102 Mil­li­ar­den Eu­ro und fie­len da­mit um 6,8 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­rin­ger aus als 2014. Knapp 57 Mil­li­ar­den Eu­ro da­von blie­ben steu­er­be­freit, so­dass un­ter dem Strich 35 Mil­li­ar­den Eu­ro an Ver­mö­gen steu­er­pflich­tig wa­ren (plus 3,7 Pro­zent).

In der Gro­ßen Ko­ali­ti­on wird der­zeit dar­über ge­strit­ten, wie weit und un­ter wel­chen Auf­la­gen der Staat Fir­mener­ben ent­ge­gen­kom­men soll. Ein En­de Ju­ni aus­ge­han­del­ter Kom­pro­miss wur­de vom Bun­des­rat vor der Som­mer­pau­se An­fang Ju­li ge­stoppt und an den Ver­mitt­lungs­aus­schuss ver­wie­sen: Ins­be­son­de­re den von SPD, Grü­nen und Lin­ken re­gier­ten Län­dern ge­hen die Pri­vi­le­gi­en für Un­ter­neh­mer zu weit, die mit dem Schutz von Ar­beits­plät­zen be­grün­det wer­den. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te im De­zem­ber 2014 we­sent­li­che Tei­le der bis­lang gül­ti­gen Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen für Fir­mener­ben ge­kippt und ei­ne Frist für die Neu­re­ge­lung bis En­de Ju­ni die­ses Jah­res ge­setzt. Weil die­se Frist an den Ge­setz­ge­ber für ei­ne Neu­re­ge­lung nun En­de Ju­ni er­geb­nis­los ab­ge­lau­fen war, setzt das Ge­richt die Steu­er nach der Som­mer­pau­se er­neut auf die Ta­ges­ord­nung. (afp)

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