Raz­zia ge­gen pro-kur­di­sche Op­po­si­ti­ons­par­tei HDP

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON GERD BRAU­NE

Die tür­ki­sche Po­li­zei hat im Rah­men ei­ner Groß­raz­zia in der Me­tro­po­le Is­tan­bul die Be­zirks­zen­tra­le der pro-kur­di­schen Op­po­si­ti­ons­par­tei HDP durch­sucht. Die Si­cher­heits­kräf­te sei­en in der Nacht zum Don­ners­tag ge­walt­sam in das Ge­bäu­de ein­ge­drun­gen, sag­te ei­ne HDP-Spre­che­rin. Im Ge­bäu­de der Par­tei ha­be sich zu dem Zeit­punkt nie­mand auf­ge­hal­ten. Tech­ni­sche Aus­rüs­tung, un­ter an­de­rem meh­re­re Lap­tops, sei­en ver­schwun­den. In der Nacht sei­en bei wei­te­ren Raz­zi­en in Pri­vat­woh­nun­gen 17 Men­schen fest­ge­nom­men wor­den, ob dar­un­ter HDP-Mit­glie­der sei­en, sei noch un­klar. Die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur Ana­do­lu mel­de­te ges­tern 17 Fest­nah­men in ei­ner Ope­ra­ti­on ge­gen die ver­bo­te­ne kur­di­sche Ar­bei­ter­par­tei PKK in Is­tan­bul. (dpa) Mon­tre­al Als Ge­gen­ent­wurf zum Welt­wirt­schafts­fo­rum im Schwei­zer Da­vos ver­steht sich das Welt­so­zi­al­fo­rum, das Ver­tre­ter so­zia­ler Be­we­gun­gen aus al­ler Welt zu­sam­men­bringt. Nun fin­det das So­zi­al­fo­rum erst­mals in ei­nem in­dus­tria­li­sier­ten Land des Nor­dens statt. In der ka­na­di­schen Me­tro­po­le Mon­tre­al ha­ben sich tau­sen­de So­zi­al­ak­ti­vis­ten ver­sam­melt, die für ei­ne „an­de­re Welt“, ei­ne ge­rech­te­re Welt ein­tre­ten. Kri­ti­ker und Geg­ner der Glo­ba­li­sie­rung, Ver­tre­ter in­di­ge­ner Völ­ker, de­ren Rech­te miss­ach­tet wer­den, Um­welt­schüt­zer, Ge­werk­schaf­ter – das Spek­trum der Teil­neh­mer ist weit.

Seit 2001, mit dem ers­ten Tref­fen in Por­to Aleg­re in Bra­si­li­en, exis­tiert das Welt­so­zi­al­fo­rum (WSF), das seit­dem in ein- oder zwei­jäh­ri­gem Rhyth­mus statt­fin­det. „Wir brau­chen ei­ne an­de­re Welt. Ge­mein­sam ist es mög­lich“, lau­tet in Mon­tre­al das Mot­to, mit dem sich die Ver­an­stal­ter ge­zielt von den Welt­wirt­schafts­fo­ren und an­de­ren Tref­fen der In­dus­trie- und Schwel­len­län­der wie den G7/G8 oder G20 ab­set­zen. An der Kund­ge­bung am Di­ens­tag­abend, mit der das Tref­fen er­öff­net wur­de, nah­men schät­zungs­wei­se 15 000 Men­schen teil. Am En­de dürf­te die Teil­neh­mer­zahl mög­li­cher­wei­se deut­lich hö­her lie­gen – mit rund 50000 Be­su­chern rech­nen die Ver­an­stal­ter, was al­ler­dings deut­lich un­ter der Teil­neh­mer­zahl frü­he­rer Fo­ren liegt, die bis zu 100 000 Men­schen an­zo­gen.

Das Mot­to des Mon­trea­ler Welt­so­zi­al­fo­rums geht über das Leit­the­ma frü­he­rer Fo­ren („Ei­ne an­de­re Welt ist mög­lich“) hin­aus. In Mont-

Fo­to: Clement Sa­bou­rin, afp

Bunt ge­mischt wa­ren die Teil­neh­mer ei­nes Mar­sches zum Auf­takt des Welt­so­zi­al­fo­rums durch die In­nen­stadt von Mon­tre­al.

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