Auf Wei­he­gold zu Sil­ber

Isa­bell Werth muss sich in der Dres­sur-Kür zwar Sie­ge­rin Char­lot­te Du­jar­din ge­schla­gen ge­ben, trotz­dem ist sie nun die er­folg­reichs­te Olym­pia-Rei­te­rin. Da­zu macht die deut­sche Equi­pe den Me­dail­len­satz kom­plett

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Als das Er­geb­nis kam, ball­te Isa­bell Werth wie­der ein­mal ih­re Faust. Zum zwei­ten Gold in Rio de Janei­ro reich­te es zwar nicht, aber die 47-Jäh­ri­ge fei­er­te am Mon­tag mit Wei­he­gold ihr Olym­pia-Sil­ber mit ei­nem strah­len­den Lä­cheln. „Ich bin ein­fach nur su­per hap­py“, kom­men­tier­te die 47-Jäh­ri­ge aus Rhein­berg: „Das war das Op­ti­mum, was ich her­aus­ho­len konn­te.“

Nicht zu schla­gen war wie­der ein­mal die Bri­tin Char­lot­te Du­jar­din mit Val­ge­ro, die wie vor vier Jah­ren Gold ge­wann. Bron­ze ging an Kristina Br­ö­ring-Spre­he mit De­spe­ra­dos. Für Isa­bell Werth war es be­reits die zehn­te olym­pi­sche Me­dail­le. „Das ist ge­ni­al“, sag­te Bun­des­trai­ne­rin Mo­ni­ca Theo­do­res­cu. „Gold, Sil­ber, Bron­ze, das ist ein Spit­zen­er­geb­nis für uns. Wir ha­ben ein Su­per-Team hier, die ha­ben al­le toll ge­rit­ten. Das war klas­se Sport hier.“

Ge­nau­so be­geis­tert war Den­nis Pei­ler, der Sport­chef des Reit­ver­ban­des FN: „Ein kom­plet­ter Me­dail­len­satz, das ist ein­fach ei­ne groß­ar­ti­ge Leis­tung un­se­res Team.“Die FN hat da­mit die Ziel­ver­ein­ba­rung mit dem DOSB von drei bis fünf Me­dail­len er­füllt, weil es zu­vor Gold für Michael Jung und Sil­ber für das Viel­sei­tig­keits-Team ge­ge­ben hat­te.

Be­reits seit dem Team-Gold ist Werth die er­folg­reichs­te Rei­te­rin in der Ge­schich­te des olym­pi­schen Pfer­de­sports. Mit der Ein­zel­me­dail­le er­wei­ter­te Werth ih­re im­po­san­te Samm­lung an Edel­me­tall. „Je­de Me­dail­le hat ih­re ei­ge­ne Ge­schich­te“, sag­te Werth.

Der er­neu­te Er­folg ist be­son­ders er­staun­lich, weil Wei­he­gold nicht ih­re ers­te Wahl für Rio war. Ih­re Fa­vo­ri­tin Bel­la Ro­se fiel eben­so aus wie Don John­son. Des­halb nahm Werth die elf­jäh­ri­ge Stu­te aus Ol­den­bur­ger Zucht mit nach Rio. Die 47-Jäh­ri­ge lob­te ih­re Stu­te. „Sie ist sehr ru­hig. Sie will kei­ne Feh­ler ma­chen.“Als letz­te Star­te­rin schaff­te es Werth aber nicht mehr, die Bri­tin zu über­ho­len. Werth war den­noch „sehr glück­lich“. Sie ha­be nur „zwei, drei Klei­nig­kei­ten“falsch ge­macht. „Das hät­te uns aber auch nicht mehr ge­ret­tet.“

Es war ein span­nen­der Dres­sur- Wett­be­werb, bei dem Kristina Br­ö­ring-Spre­he als ers­te der To­prei­te­rin­nen ins Vier­eck muss­te. „Das ist mir am En­de egal, wann ich rei­te“, sag­te die 29-Jäh­ri­ge zu ih­rer un­güns­ti­gen Start­po­si­ti­on: „Ich kon­zen­trie­re mich auf mei­ne Leis­tung. So viel macht das nicht aus. An ih­re Leis­tung bei der EM in Aachen, wo sie Du­jar­din am Ran­de der Nie­der­la­ge hat­te, reich­te der Rio-Auf­tritt nicht her­an. Der Ab­stand war mehr als deut­lich. Trotz­dem be­teu­er­te sie: „Ich bin mit der Leis­tung zu­frie­den.“Ein we­nig ent­täuscht war Dorothee Schnei­der. „Das war nicht so gut“, sag­te die 47 Jah­re al­te Rei­te­rin aus Fra­mers­heim über ih­ren Auf­tritt mit Show­time zu QueenMu­sik und Platz sechs. „Das wa­ren ein­fach zu vie­le Feh­ler.“Bei sei­nem ers­ten gro­ßen Auf­tritt auf in­ter­na­tio­na­ler Büh­ne ging dem zehn­jäh­ri­gen Wal­lach „et­was die Kraft aus“, ana­ly­sier­te die Rei­te­rin.

Zu stark war wie­der ein­mal die 31-jäh­ri­ge Du­jar­din. Die Bri­tin, die vor vier Jah­ren in London Dop­pelGold ge­won­nen hat­te, zeig­te kei­ne Schwä­chen. „Das ist ein­fach un­glaub­lich“, sag­te die Rei­te­rin mit Trä­nen in den Au­gen. Sie ist die do­mi­nie­ren­de Rei­te­rin der ver­gan­ge­nen Jah­re und krön­te ih­re Kar­rie­re mit dem drit­ten Olym­pia-Gold. „Mehr war heu­te ge­gen Char­lot­te nicht drin“, sag­te die deut­sche Bun­des­trai­ne­rin. (dpa)

Foto: dpa

Zum Ab­schluss der Dres­sur-Wett­kämp­fe in Rio de Janei­ro durf­te sich Isa­bell Werth auf ih­rer Ol­den­bur­ger Stu­te Wei­he­gold noch über ei­ne Sil­ber­me­dail­le in der Ein­zel­wer­tung freu­en.

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