Do­ping mit Rat­ten­gift

Ge­wicht­he­ber und Renn­ka­nu­te müs­sen ih­re Me­dail­len wohl zu­rück­ge­ben

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Gleich zwei Me­dail­len­ge­win­ner sind bei den Olym­pi­schen Spie­len des Do­pings über­führt wor­den. Dem kir­gi­si­schen Ge­wicht­he­ber Isat Ar­ty­kow wur­de am Don­ners­tag durch den In­ter­na­tio­na­len Sport­ge­richts­hof CAS die Bron­ze­me­dail­le in der Ka­te­go­rie bis 69 Ki­lo­gramm ab­er­kannt.

Glei­ches droht dem Renn­ka­nu­ten Serg­hei Tar­nov­schi aus Mol­dau. Der Drit­te im Ca­na­di­er-Ei­ner über 1000 Me­ter wur­de we­gen ei­ner po­si­ti­ven Wett­kampf­pro­be sus­pen­diert. Tar­nov­schi hat­te am ver­gan­ge­nen Di­ens­tag hin­ter Olym­pia­sie­ger Se­bas­ti­an Bren­del aus Pots­dam und dem Bra­si­lia­ner Isaqui­as Quei­roz dos San­tos Bron­ze ge­won­nen.

Ar­ty­kow wur­de der Ein­nah­me der ver­bo­te­nen Sub­stanz Strych­nin, das frü­her als Rat­ten­gift ver­wen­det wur­de und in ge­rin­gen Men­gen an­re­gend wirkt, über­führt. Die Me­dail­le des Kir­gi­sen dürf­te da­mit an den Ko­lum­bia­ner Lu­is Javier Mos­que­ra Lo­za­no ge­hen, der in dem Wett­be­werb Vier­ter ge­wor­den war.

Das Ge­wicht­he­ben gilt seit lan­gem als stark do­ping­be­las­tet. Bun­des­trai­ner Oli­ver Ca­ru­so warf neun Län­dern sys­te­ma­ti­schen Be­trug vor: Russ­land, Bul­ga­ri­en, Ka­sachs­tan, Weiß­russ­land, Us­be­kis­tan, Ar­me­ni­en, Mol­da­wi­en, Ru­mä­ni­en und der Ukrai­ne. Die Rus­sen durf­ten we­gen des Staats­do­ping-Skan­dals nicht am Ge­wicht­he­ben teil­neh­men, auch Bul­ga­ren und Aser­bai­dscha­ner wa­ren aus­ge­schlos­sen wor­den. Zu­dem soll­ten Weiß­rus­sen, Ka­sa­chen, Ar­me­ni­er und Tür­ken nicht in Rio star­ten. Das hat­te der Ge­wicht­he­ber-Welt­ver­band IWF ver­fügt, weil die­sen Na­tio­nen bei den Nach­tests von Pe­king 2008 und Lon­don 2012 je min­des­tens drei Do­ping-Fäl­le nach­ge­wie­sen wor­den wa­ren. Vor­aus­set­zung für ei­ne Sper­re war je­doch, dass das IOC die Ver­fah­ren ge­gen die Sport­ler recht­zei­tig bis Rio ab­schließt. Das war nicht der Fall.

Vor den bei­den jüngs­ten Fäl­len mit den Me­dail­len­ge­win­nern hat­ten die Sport­rich­ter des CAS drei Do­ping­fäl­le in Rio pu­blik ge­macht. Ein pol­ni­scher Ge­wicht­he­ber und ei­ne bul­ga­ri­sche Leicht­ath­le­tin wur­den aus­ge­schlos­sen. Der Fall ei­ner chi­ne­si­schen Schwim­me­rin ist noch nicht ab­ge­schlos­sen. (dpa)

Isat Ar­ty­kow

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