Ein Hum­ba auf die Bron­ze­me­dail­le

Nach der Halb­fi­nal-Ent­täu­schung be­loh­nen sich die deut­schen Frau­en doch noch

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Noch lan­ge nach dem Hap­py End mit Bron­ze stan­den die deut­schen Ho­ckey-Mä­dels im Kreis um ih­ren Trai­ner Ja­mi­lon Mül­ders und fei­er­ten ih­ren Olym­pia-Coup. Dann tanz­te das Über­ra­schungs­team ei­nen Hum­ba mit den Fans. Im klei­nen Me­dail­len-Fi­na­le ge­gen Neu­see­land hat­te sich Deutsch­land am Frei­tag mit 2:1 (0:0) durch­ge­setzt und genau wie die Män­ner am Tag zu­vor die Bron­ze­me­dail­le ge­won­nen. Zwei­mal Edel­me­tall für deut­sche Ho­ckey-Teams gab es zu­letzt im Jahr 2004.

„Wir ha­ben ein un­fass­bar star­kes Team und ha­ben es mit un­se­rem un­bän­di­gen Wil­len ge­schafft. Ich hat­te das gan­ze Spiel ein gu­tes Ge­fühl“, sag­te Tor­hü­te­rin Kris­ti­na Reynolds. Die Ham­bur­ge­rin be­wahr­te ihr Team mehr­fach vor ei­nem Rück­stand. „Ich bin so stolz, das war mein Ziel.“

In ei­nem Spiel mit zwei grund­ver­schie­de­nen Halb­zei­ten sorg­ten Char­lot­te Sta­pen­horst (34.) und Li­sa-Ma­rie Schüt­ze (38.) für die deut­schen To­re. Für Neu­see­land traf Oli­via Mer­ry (45./Straf­ecke). Ver­ges­sen war nach dem Schluss­pfiff die un­glück­li­che Nie­der­la­ge im Halb­fi­na­le ge­gen die Nie­der­lan­de nach Pen­al­ty­schie­ßen. Für die Ho­ckey-Frau­en war es die vier­te olym­pi­sche Me­dail­le nach Gold 2004 und Sil­ber 1984 und 1992. „Ich wur­de in Pe­king schon Vier­te, das ma­che ich nicht noch mal“, hat­te Spiel­füh­re­rin Jan­ne Mül­ler-Wie­land vor dem Bron­ze-Match ge­sagt. Die Neu­see­län­de­rin­nen er­spiel­ten sich ein Über­ge­wicht, doch stets bü­gel­te Reynolds die Feh­ler ih­rer Mit­spie­le­rin­nen aus. Trai­ner Mül­ders for­der­te laut­stark mehr Lauf­be­reit­schaft, sein Team kam nicht in Schwung ge­gen den Olym­pia-Vier­ten von Lon­don. Zu zag­haft, zu pas­siv agier­te Deutsch­land. Nach der Pau­se ka­men die deut­schen Da­men mit deut­lich mehr Wil­len, Ehr­geiz und Lauf­be­reit­schaft aus der Pau­se – das wur­de be­lohnt. Han­nah Krü­ger lei­te­te ei­nen Kon­ter­an­griff ein, den Sta­pen­horst voll­ende­te. Da­nach war es wie­der ein Kon­ter, der für die ver­meint­li­che Vor­ent­schei­dung sorg­te. Schüt­ze hob den Ball über die her­aus­rut­schen­de Tor­hü­te­rin Sal­ly Ru­ther­ford. Wie­der span­nend wur­de es, als zu­nächst Reynolds mit ei­ner er­neu­ten Welt­klas­se-Pa­ra­de ge­gen Pe­trea Webs­ter klär­te, den Nach­schuss traf Oli­via Mer­ry (45.). In der Schluss­pha­se be­rann­ten die Neu­see­län­de­rin­nen das deut­sche Tor, doch da stand Reynolds.

Un­mit­tel­bar nach dem Ge­winn der Me­dail­le er­teil­te Trai­ner Mül­ders dem Män­ner­team ei­ne Ab­sa­ge: „Es ist ein­deu­tig so, dass ich in­ner­halb des nächs­ten Zy­klus nicht Her­ren­trai­ner wer­de. Es gibt für mich kei­nen Grund zu den Her­ren zu ge­hen.“Der 40-Jäh­ri­ge war als mög­li­cher Kan­di­dat für die Nach­fol­ge des nur bis zum En­de der Olym­pi­schen Spie­le ver­pflich­te­ten Va­len­tin Al­ten­burg ge­han­delt wor­den. (dpa)

Fo­to: dpa

Grup­pen­ku­scheln bei den deut­schen Ho­ckey-Frau­en, nach­dem sie sich die Bron­ze­me­dail­le ge­si­chert ha­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.