„Ich bin der Größ­te“

Der Ja­mai­ka­ner möch­te ei­nen Platz ne­ben den Sport­le­gen­den Mu­ham­mad Ali und Pelé. Er ist auf dem bes­ten Weg da­zu

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio Mu­ham­mad Ali, Pelé – Usain Bolt. Un­auf­halt­sam sprin­tet der ja­mai­ka­ni­sche Leicht­ath­le­tik-Su­per­star in den Olymp des Sports. Nach dem Sturm zu sei­ner ach­ten Gold­me­dail­le bei Som­mer­spie­len fühlt sich der 29-Jäh­ri­ge be­reit für die Auf­nah­me in die Hel­den­rie­ge der Ath­le­ten.

„Ich ha­be der Welt be­wie­sen, dass ich der Größ­te bin. Da­für bin ich hier. Das sind mei­ne letz­ten Olym­pi­schen Spie­le, ich kann nichts an­de­res mehr be­wei­sen“, be­ton­te Bolt nach sei­nem Tri­umph über die 200 Me­ter bei Olym­pia. „Was kann ich sonst noch tun, um der Welt zu be­wei­sen, dass ich der Größ­te bin?“, woll­te Bolt wis­sen. Die Ant­wort kennt der elf­fa­che Welt­meis­ter na­tür­lich schon. Mit der 4x100-Me­ter-Staf­fel woll­te er ver­gan­ge­ne Nacht noch sei­ne Me­dail­len-Jagd krö­nen (bei Re­dak­ti­ons­schluss nicht be­en­det). „Ich ver­su­che, ei­ner der Größ­ten zu sein, ei­ner in­mit­ten von Ali und Pelé“, er­zähl­te der mü­de Bolt in ei­ner denk­wür­di­gen bra­si­lia­ni­schen Nacht. Bolts Auf­tritt war wie­der ein­mal Ex­t­ra­klas­se. Auf sei­ner Ga­lastre­cke spur­te­te er, sei­ner Kon­kur­renz selbst bei Wind und Re­gen kom­plett ent­eilt, in 19,78 Se­kun­den durchs Ziel. Sil­ber­me­dail­len­ge­win­ner And­re de Gras­se (20,02) und der Drit­te Chris­to­phe Le­mait­re (20,12) ka­men da nicht mit. „Er ist ein un­glaub­li­cher Kerl“, sag­te Le­mait­re und ver­neig­te sich förm­lich vor Bolt. Von auf­rei­zen­der Läs­sig­keit war bei Bolt auf den letz­ten Me­tern aber kei­ne Spur. Der Star hat­te für sei­ne Ver­hält­nis­se mit sich zu kämp­fen, er biss auf die Zäh­ne, ver­zog vor An­stren­gung die Mund­win­kel. „Ich war ent­täuscht. Ich woll­te schnel­ler lau­fen, ich woll­te Welt­re­kord lau­fen“, er­klär­te er sei­nen an­fäng­li­chen Frust. Seit sie­ben Jah­ren jagt er schon sei­ner ei­ge­nen Fa­bel­zeit von 19,19 Se­kun­den hin­ter­her. Sie bleibt wei­ter be­ste­hen.

Der Mann aus der Ka­ri­bik ist mit sei­nen 29 Jah­ren nicht mehr der Jüngs­te. „Ich wer­de äl­ter, ich er­ho­le mich nicht mehr so schnell“, sag­te Bolt fast ent­schul­di­gend zur ver­pass­ten Best­mar­ke. „Mei­ne Bei­ne ha­ben sich nicht frisch ge­fühlt, mein Kör­per hat nicht mit­ge­macht.“

Bolt will sei­ne Kar­rie­re noch bis zur WM 2017 fort­set­zen. (dpa)

Ch. Le­mait­re

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