Bit­te­res En­de ei­ner Auf­hol­jagd

Die deut­sche Mann­schaft lag ge­gen Frank­reich im Halb­fi­na­le schon mit sie­ben To­ren Dif­fe­renz zu­rück. In letz­ter Mi­nu­te ge­lang der Aus­gleich – aber das soll­te nicht rei­chen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Mit lee­ren Bli­cken starr­ten die deut­schen Hand­bal­ler nach dem K.o. in letz­ter Se­kun­de ins wei­te Rund und ver­such­ten sich ge­gen­sei­tig zu trös­ten. Trotz ei­ner schier un­glaub­li­chen Auf­hol­jagd ver­pass­ten sie ge­gen Welt­meis­ter und Gold-Fa­vo­rit Frank­reich am Frei­tag durch ein 28:29 (13:16) das Fi­na­le in Rio de Janei­ro.

„Jetzt geht es dar­um, aus der Ent­täu­schung ein po­si­ti­ves Ge­fühl zu ent­wi­ckeln, da­mit wir die Bron­ze­me­dail­le ho­len“, sag­te DHB-Vi­ze Bob Han­ning. Am Sonn­tag soll nun ge­gen den Ver­lie­rer der Par­tie Po­len ge­gen Dä­ne­mark die ers­te Me­dail­le seit Sil­ber in Athen 2004 her.

Zwei Se­kun­den vor dem En­de kas­sier­ten die „Bad Boys“von Bun­des­trai­ner Da­gur Si­gurds­son nach ei­nem zwi­schen­zeit­li­chen Sie­benTo­re-Rück­stand den ent­schei­den­den Tref­fer durch den Ex-Kie­ler Da­ni­el Nar­cis­se.

„Nach die­ser Auf­hol­jagd hät­ten wir we­nigs­tens ei­ne Ver­län­ge­rung ver­dient ge­habt. So ist das rich­tig bit­ter“, sag­te der Gum­mers­ba­cher Rück­raum­spie­ler Ju­li­us Kühn. Er und sei­ne Team­kol­le­gen fan­den erst lang­sam ih­re Fas­sung wie­der und ap­plau­dier­ten ih­ren Fans.

„Es geht im­mer noch um ei­ne Me­dail­le. Wir müs­sen jetzt den Schal­ter um­le­gen. Dass wir bis zur letz­ten Se­kun­de ge­gen so ei­ne Mann­schaft mit­ge­hal­ten ha­ben, ist su­per“, trös­te­te sich der Ber­li­ner Paul Drux. „Aber dass es so aus­ge­gan­gen ist, ist ein­fach nur bit­ter.“

Al­ler­dings wuss­ten die deut­schen Spie­ler auch, dass sie das Ver­pas­sen des Fi­nals sich in ers­ter Li­ne selbst zu­zu­schrei­ben hat­ten. Zu durch­wach­sen war ih­re Leis­tung bis Mit­te der zwei­ten Halb­zeit. „Hät­ten wir so wie in den letz­ten 20 Mi­nu­ten ge­spielt, dann hät­te Frank­reich heu­te kei­ne Chan­ce ge­habt“, sag­te der Kie­ler Patrick Wi­encek. Sein Klub­Kol­le­ge Stef­fen Wein­hold mein­te: „Es ist oh­ne­hin schon bit­ter, dass wir ver­lo­ren ha­ben. Doch noch bit­te­rer ist, dass wir so vie­le Bäl­le ver­wor­fen ha­ben.“

Für das deut­sche Team war es die zwei­te Nie­der­la­ge nach der ver­lo­re­nen Par­tie ge­gen Bra­si­li­en in der Vor­run­de. Auch ein star­ker Ka­pi­tän Uwe Gens­hei­mer, der in der kom­men­den Sai­son bei Pa­ris St.-Ger­main spielt, konn­te mit sei­nen elf Tref­fern die Plei­te ge­gen den lan­ge Zeit in fast al­len Be­lan­gen bes­se­ren zwei­ma­li­gen Olym­pia­sie­ger nicht ver­hin­dern.

Vor 11000 Zu­schau­ern kam die deut­sche Mann­schaft ge­gen die ab­wehr­star­ken Fran­zo­sen nur schwer ins Spiel. Ei­ni­ge DHB-Spie­ler wirk­ten ge­hemmt, an­de­re über­mo­ti­viert. Beim Tor­ab­schluss fehl­te die Kon­se­quenz. In der De­ckung be­ka­men die Deut­schen die Klas­se­leu­te der Equi­pe Tri­co­lo­re sel­ten in den Griff. Kon­ti­nu­ier­lich bau­te Frank­reich sei­ne Füh­rung aus und lag beim 22:15 (41. Mi­nu­te) erst­mals so­gar mit sie­ben Tref­fern in Front. Doch die Deut­schen ga­ben nicht auf. In ei­ner dra­ma­ti­schen Schluss­pha­se ka­men sie noch ein­mal her­an. Aber Da­ni­el Nar­cis­se riss die Deut­schen dann mit sei­nem letz­ten Tor aus al­len Träu­men. (dpa)

Fo­to: Ma­ri­jan Mu­rat, dpa

Uwe Gens­hei­mer er­ziel­te elf Tref­fer für die deut­sche Mann­schaft. Aber am En­de fei­er­ten die fran­zö­si­schen Fans den 29:28-Er­folg ih­rer Mann­schaft.

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