Bür­ger­meis­ter wol­len Tem­po­li­mit auf der A8

Die An­woh­ner sol­len zu­min­dest nachts vom Lärm ent­las­tet wer­den. Nun ist die Ant­wort der Au­to­bahn­di­rek­ti­on da

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON CHRIS­TI­AN KIRSTGES

Land­kreis Die Be­schwer­den sind zwar we­ni­ger ge­wor­den, aber noch im­mer wer­den die Orts­chefs von Günz­burg, Bur­gau und Jet­tin­genScheppach auf den Lärm an­ge­spro­chen, der seit dem Aus­bau der A8 in­ten­si­ver ge­wor­den sei. Vor knapp ei­nem Mo­nat wand­ten sich da­her Günz­burgs Ober­bür­ger­meis­ter Ger­hard Jau­er­nig, Bur­g­aus Bür­ger­meis­ter Kon­rad Barm und Hans Reich­hart, Bür­ger­meis­ter von Jet­tin­genScheppach, mit ei­nem Vor­schlag an die Au­to­bahn­di­rek­ti­on Süd­bay­ern: Von 22 bis 6 Uhr sol­le zwi­schen den An­schluss­stel­len Günz­burg und Bur­gau ein Tem­po­li­mit ein­ge­führt wer­den. Schließ­lich zeich­ne sich trotz meh­re­rer Ge­sprä­che seit No­vem­ber 2014 kei­ne Lö­sung ab, um die Lärm­be­las­tung zu ver­rin­gern. Ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung in der Nacht sei aber ei­ne Maß­nah­me, die so­fort ver­wirk­licht wer­den kön­ne und kaum et­was kos­te. Au­ßer­dem wä­re sie ein Si­gnal an die Bür­ger, dass ih­re Sor­gen ernst ge­nom­men wer­den – und so kön­ne zu­min­dest das Grund­be­dürf­nis nach ei­nem er­hol­sa­men Schlaf er­füllt wer­den. Tem­po­li­mits mit dem Hin­weis „Schall­schutz“ge­be es ja auch an vie­len an­de­ren Stra­ßen. Nun hat die Au­to­bahn­di­rek­ti­on ge­ant­wor­tet.

In dem Schrei­ben aus Mün­chen heißt es, dass sich durch den Brief aus Günz­burg, Bur­gau und Jet­tin­gen-Scheppach nichts bei der Beur­tei­lung der Si­tua­ti­on ge­än­dert ha­be. Beim Aus­bau der A 8 sei die Lärm­si­tua­ti­on „nach den ein­schlä­gi­gen Richt­li­ni­en“be­rech­net und die Stre­cke mit „ak­ti­ven Lärm­schutz­maß­nah­men aus­ge­rüs­tet“wor­den. Da­her sei ein Tem­po­li­mit aus Grün­den des Lärm­schut­zes nicht nö­tig. Die Grenz­wer­te der Lärm­vor­sor­ge lä­gen un­ter der Schwel­le, bei der ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung zum Lärm­schutz an­ge­ord­net wer­den könn­te. Wei­ter heißt es in dem Schrei­ben: „Die ak­tu­el­le Ver­kehrs­be­las­tung liegt un­ter dem Pro­gno­se­wert, so­dass die Lärm­wer­te wei­ter­hin ih­re Gül­tig­keit ha­ben.“Die Au­to­bahn­di­rek­ti­on er­klärt zu­dem, dass durch die lan­ge Bau­zeit der A8 mit der Frei­ga­be der Stre­cke ei­ne Zu­nah­me des Lärms wahr­nehm­bar sei und das si­cher bei den An­woh­nern zu Be­schwer­den füh­re. Doch die Lärm­wer­te lä­gen weit un­ter den Grenz­wer­ten der Richt­li­nie. „Wir bit­ten um Ver­ständ­nis, dass wir aus den vor­an­ge­nann­ten Grün­den dem Wunsch auf ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung aus Lärm­schutz­grün­den wei­ter­hin nicht nach­kom­men kön­nen“, be­tont die Be­hör­de. Ihr Spre­cher Jo­sef See­ba­cher sagt un­se­rer Zei­tung zu­dem, dass hier „recht­lich nichts geht“. Höchs­tens bei ei­nem Un­fall­schwer­punkt wä­re ein Tem­po­li­mit mög­lich, das müss­te aber auch erst ein­mal ge­prüft wer­den. Und die Ent­schei­dung ob­lie­ge dann dem In­nen­mi­nis­te­ri­um.

Günz­burgs Ober­bür­ger­meis­ter Ger­hard Jau­er­nig nimmt das Schrei­ben erst ein­mal zur Kennt­nis, sagt er un­se­rer Zei­tung. Der Vor­schlag sei je­den­falls für al­le, egal ob für Pend­ler oder den Fern­ver­kehr, zu­mut­bar. Un­ge­ach­tet der ne­ga­ti­ven Ant­wort aus Mün­chen will er zu­sam­men mit Bur­gau und Jet­tin­genScheppach die Gut­ach­ten zur Über­prü­fung des tat­säch­li­chen Lärms und der Stra­ßen­be­schaf­fen­heit wei­ter vor­an­trei­ben um zu über­prü­fen, ob die Grenz­wer­te tat­säch­lich ein­ge­hal­ten wer­den und die Au­to­bahn kor­rekt ge­baut wur­de. Wenn die­ses Er­geb­nis vor­liegt, sol­len wei­te­re Schrit­te ge­prüft wer­den.

Ar­chiv­fo­to: Weiz­enegger

Auf der A 8 soll­te zwi­schen Günz­burg und Bur­gau nachts ein Tem­po­li­mit herr­schen. Das schla­gen die Bür­ger­meis­ter der be­trof­fe­nen Or­te vor.

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