Russ­land bleibt am Pran­ger

Sport­na­ti­on stürzt ab. In Mos­kau ist von Ein­sicht kei­ne Spur. Statt­des­sen kom­men Dro­hun­gen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio So viel Zeit muss­te sein. Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin gra­tu­lier­te je­dem rus­si­schen Me­dail­len­ge­win­ner auf alt­mo­di­sche Art per Te­le­gramm. Ein we­nig Auf­bau­hil­fe aus der Hei­mat konn­te nicht scha­den, schließ­lich hat­ten die rus­si­schen Ath­le­ten in Rio de Janei­ro ei­nen schwe­ren Stand. Von den Zu­schau­ern wur­den sie oft­mals aus­ge­pfif­fen, von den Geg­nern mit Miss­ach­tung ge­straft. Das Team Rus­sia er­hielt die Quit­tung für die schwe­ren An­schul­di­gun­gen we­gen des sys­te­ma­ti­schen Staats­do­pings und stürz­te mit ver­klei­ner­tem Ka­der hin­ter dem gro­ßen Ri­va­len USA ab. „Was den Me­dail­len­spie­gel an­be­langt, war Russ­land der gro­ße Ver­lie­rer, und das si­cher zu Recht“, sag­te Al­fons Hör­mann, der Prä­si­dent des Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bun­des (DOSB), mit ein we­nig Ge­nug­tu­ung. Oh­ne die aus­ge­schlos­se­nen Leicht­ath­le­ten und Ge­wicht­he­ber blieb Russ­land mit sei­nen 285 Sport­lern weit von den 79 Me­dail­len von Lon­don ent­fernt. (Sie­he Me­dail­len­spie­gel)

Die Fron­ten sind ver­här­tet. Da­ran hat Tho­mas Bach nichts än­dern kön­nen. Wo­mög­lich hat der IOCPrä­si­dent mit sei­ner Ent­schei­dung, kei­nen Kom­plett-Bann aus­zu­spre­chen, da­zu noch mehr bei­ge­tra­gen. Und Ent­span­nung in der hoch­bri­san­ten Cau­sa ist auch für die Zu­kunft kaum zu er­war­ten. Das In­ter­na­tio­na­le Pa­ralym­pi­sche Ko­mi­tee (IPC) hat die Sbor­na­ja von den Spie­len der Men­schen mit Be­hin­de­rung aus­ge­schlos­sen, der rus­si­sche Ein­spruch vor dem In­ter­na­tio­na­len Sport­ge­richts­hof wird am heu­ti­gen Mon­tag ver­han­delt. An­ti-Do­pingA­gen­tu­ren for­dern in­des wei­te­re Er­mitt­lun­gen und Stra­fen für Russ­land. „Wir ha­ben die Win­ter­spie­le schon in an­dert­halb Jah­ren, und auch hier muss ge­sagt wer­den: Russ­land hat von staat­li­cher Sei­te aus das An­ti-Do­ping-Sys­tem un­ter­lau­fen und be­tro­gen“, sag­te die deut­sche Nada-Che­fin Andrea Gotz­mann. In Mos­kau ist in­des von Ein­sicht kei­ne Spur. Be­lei­digt und em­pört re­agiert Russ­land auf sol­che For­de­run­gen. Sport­mi­nis­ter Wi­ta­li Mut­ko droht da­mit, die Zah­lun­gen an die Welt-An­ti-Do­ping-Agen­tur (Wada) ein­zu­stel­len. Und St­ab­hoch­sprung-Welt­re­kord­le­rin Je­le­na Is­sin­ba­je­wa ließ be­reits durch­bli­cken, wel­che Rol­le sie zu­künf­tig in der IOC-Ath­le­ten­kom­mis­si­on spie­len wird. „Russ­land wur­de un­ge­recht be­han­delt und ich wer­de al­les tun, um so ei­ne Si­tua­ti­on in Zu­kunft zu ver­hin­dern. Mit mir wird es so et­was nicht ge­ben“, sag­te die 34-Jäh­ri­ge. So be­klagt Micha­el Ve­sper, Deutsch­lands Chef de Mis­si­on, feh­len­de De­mut und Selbst­er­kennt­nis bei den Rus­sen.

In Mos­kau rich­ten sich in­des die Au­gen schon auf die nächs­ten Sport­pro­jek­te. Schon im nächs­ten Jahr wird in Russ­land der Con­fe­de­ra­ti­ons Cup mit Welt­meis­ter Deutsch­land statt­fin­den. Das Acht-Na­tio­nen­Tur­nier gilt als Test­lauf für die WM 2018. (dpa)

„Russ­land wur­de un­ge­recht be­han­delt und ich wer­de al­les tun, um so ei­ne Si­tua­ti­on in Zu­kunft zu ver­hin­dern.“

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