Was kommt nach Bolt?

Su­che nach neu­em Su­per­star be­ginnt

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Nach sei­nem Auf­stieg in den Olymp wid­met sich Usain Bolt wie­der ir­di­schen Freu­den. Der neun­ma­li­ge Gold­me­dail­len­ge­win­ner aus Ja­mai­ka will nach sei­nem prunk­vol­len Ab­schied von der olym­pi­schen Büh­ne Ur­laub ma­chen und aus­gie­big re­la­xen. „Mei­ne Mis­si­on ist er­füllt“, ver­kün­de­te Bolt nach sei­nem drit­ten Gold-Triple über 100 Me­ter, 200 Me­ter und 4 x 100 Me­ter. Der schnells­te Mann der Welt und ei­ner der er­folg­reichs­ten Leicht­ath­le­ten bei Som­mer­spie­len hin­ter­lässt ein im­men­ses Ver­mächt­nis und ei­ne ton­nen­schwe­re Bür­de. Denn die Leicht­ath­le­tik muss sich auf die Su­che nach ei­nem neu­en Su­per­star ma­chen.

„Un­se­re Her­aus­for­de­rung be­steht dar­in, dass die Öf­fent­lich­keit er­fährt, dass da drau­ßen noch an­de­re Ath­le­ten sind“, be­merk­te IAAFBoss Se­bas­ti­an Coe nach sei­ner Wahl zum Welt­ver­bands­chef im ver­gan­ge­nen Jahr. „Neue Stars kom­men nicht über das Fließ­band.“

Bolt hat­te sich nach sei­nen drei Olym­pia­sie­gen in Lon­don 2012 in den Le­gen­den­stand er­ho­ben. Längst wähnt er sich auf ei­nem Ni­veau mit Box­le­gen­de Mu­ham­mad Ali und Fuß­ball­held Pelé. Nur Micha­el Phelps hat bei Olym­pia mit 23 Tri­um­phen mehr Gold­me­dail­len vor­zu­wei­sen als Bolt. Zwei­fel an sei­ner Ein­zig­ar­tig­keit hat der elf­fa­che Welt­meis­ter na­tür­lich nicht. „Seht ihr, ich bin der Größ­te!“, ver­kün­de­te Bolt vor sei­nem 30. Ge­burts­tag am Tag der Schluss­fei­er. Staf­fel­kol­le­ge Yo­han Bla­ke at­tes­tier­te dem be­gna­dets­ten En­ter­tai­ner der Leicht­ath­le­tik-Sze­ne Lang­le­big­keit: „Er ist un­sterb­lich.“

Der Sprint-Au­ßer­ir­di­sche Bolt ist als le­ben­di­ges We­sen in Sa­chen Do­ping nie auf­fäl­lig ge­wor­den – mö­gen die Kon­trol­len in Ja­mai­ka dem Ver­neh­men nach auch eher le­ger sein. „Ich wer­de seit Jah­ren ge­tes­tet. Die gan­ze Zeit“, be­teu­er­te Bolt lan­ge vor sei­nem Fi­na­le in Rio de Janei­ro, das er schließ­lich mit ei­nem Ju­xSpeer­wer­fen in tie­fer Nacht ab­run­de­te. „Ich ha­be der Welt be­wie­sen, dass man es sau­ber schaf­fen kann, mit har­ter Ar­beit und Hin­ga­be.“

Bolt ist äl­ter ge­wor­den, auch mü­der. Sein phy­si­sches Ge­heim­nis ist aber sein Kör­per. Der Su­per­star ver­fügt mit sei­nen 1,96 Me­tern über ef­fek­ti­ve He­bel­ver­hält­nis­se. Wenn an­de­re Sprin­ter auf den letz­ten Me­tern nach­las­sen, hält er sein Tem­po. Über die 200 Me­ter hat­te Bolt auf den Zwei­ten An­dré de Gras­se aus Ka­na­da nach zwei Drit­teln des Ren­nens rund drei Me­ter Vor­sprung.

Den­noch ist die Aber­ken­nung ei­ner von Bolts Gold­me­dail­len nicht vom Tisch. Wie der Ja­mai­ca Glea­ner vor den Spie­len am Zu­cker­hut be­rich­te­te, fiel auch die B-Pro­be sei­nes ja­mai­ka­ni­schen Team­kol­le­gen Nes­ta Car­ter po­si­tiv aus. Ge­mein­sam mit Micha­el Fra­ter und Asa­fa Po­well hat­ten sie 2008 die 4 x 100 Me­ter-Staf­fel ge­won­nen. Bolt be­schäf­ti­gen aber erst mal an­de­re Din­ge. Bis zur WM 2017 will er noch lau­fen. Dann müs­sen neue Zie­le her. „Ich muss mir jetzt ei­ne neue Wun­sch­lis­te ma­chen“, sag­te Bolt.

Die Leicht­ath­le­tik muss je­doch ei­nen neu­en Sta­di­on­fül­ler fin­den. St­ab­hoch­sprung-Star Je­le­na Is­sin­ba­je­wa hat ih­ren Rück­tritt ver­kün­det und nur mit Blick auf die Sprint­sze­ne feh­len dem Ka­na­di­er de Gras­se mit sei­nen 21 Jah­ren noch die über­ra­gen­den Er­fol­ge so­wie die Strahl­kraft. Aber noch will Bolt ja wei­ter­ma­chen.

Den Ju­bel der bra­si­lia­ni­schen Fans bei der Über­ga­be von Staf­felGold im Olym­pia­sta­di­on am Sams­tag ge­noss er ein letz­tes Mal aus­gie­big. Die Su­che nach ei­ner neu­en Le­gen­de je­doch läuft. (dpa)

Usain Bolt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.