Loch­te: „Un­rei­fes Ver­hal­ten“

Schwim­mer war Vor­fall an Tank­stel­le be­trun­ken

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro Är­ger mit den Olym­pia-Bos­sen, Är­ger mit dem Ver­band und jetzt auch noch Är­ger durch ei­nen der Team- und Par­ty­kol­le­gen. Nach neu­en An­schul­di­gun­gen wehr­te sich US-Schwimm­star Ryan Loch­te am Wo­che­n­en­de nun ge­gen die vie­len Vor­wür­fe.

Egal ob man es Raub, Er­pres­sung oder Wie­der­gut­ma­chung für ei­nen Scha­den nen­ne, sag­te Loch­te in ei­nem NBC-In­ter­view. „Al­les was wir wis­sen, ist, dass ei­ne Waf­fe auf uns ge­rich­tet war und von uns Geld ver­langt wur­de“, be­kräf­tig­te der 32-Jäh­ri­ge die­sen für ihn ent­schei­den­den Teil sei­ner ur­sprüng­li­chen An­ga­ben. Die Fol­gen der nächt­li­chen Tour durch Rio de Janei­ro samt Aus­schmü­ckung zum Über­fall wer­den den sechs­ma­li­gen Olym­pia­sie­ger wei­ter aus­gie­big be­schäf­ti­gen.

Loch­te und sei­nen drei Team­kol­le­gen Jack Con­ger, Gun­nar Bentz und Jim­my Fei­gen droht ei­ne Stra­fe durch den US-Schwimm­ver­band. Auch das In­ter­na­tio­na­le Olym­pi­sche Ko­mi­tee er­mit­telt in der Af­fä­re.

Erst ein­mal räum­te Loch­te am Wo­che­n­en­de in den USA Fehl­ver­hal­ten ein. Er über­neh­me die vol­le Ver­ant­wor­tung da­für, dass er die Ge­schich­te über­trie­ben ha­be, sag­te der zwölf­ma­li­ge Olym­pia­me­dail­len­ge­win­ner. Sein „un­rei­fes Ver­hal­ten“ha­be ihn und sei­ne drei Team­kol­le­gen erst in die­ses Schla­mas­sel auf der nächt­li­chen Tour durch Rio ge­bracht. Dies sei dumm ge­we­sen. Er ha­be an je­nem Abend „de­fi­ni­tiv zu viel ge­trun­ken“, gab Loch­te zu, „und ich war sehr be­rauscht“.

Nach An­sicht von Staf­fel-Olym­pia­sie­ger Bentz hat Loch­te maß­geb­lich zur Es­ka­la­ti­on bei dem Zwi­schen­fall bei­ge­tra­gen. Auf dem Rück­weg ins olym­pi­sche Dorf sei das Schwim­mer-Quar­tett aus dem Ta­xi ge­stie­gen und ha­be nach ei­ner Toi­let­te Aus­schau ge­hal­ten. Da es in dem auf­ge­such­ten Ge­schäft kei­ne ge­ge­ben ha­be, hät­ten sie „dum­mer­wei­se“hin­ter dem Haus uri­niert. Loch­te ha­be ein nicht rich­tig be­fes­tig­tes Wer­be­schild aus Me­tall um­ge­wor­fen. Als sie wie­der im Ta­xi sa­ßen, hät­ten zwei Män­ner – of­fen­bar Si­cher­heits­kräf­te – sie zum Aus­stei­gen auf­ge­for­dert. Als Fei­gen und Con­ger vom Wa­gen weg­gin­gen, hät­ten im Ver­lauf bei­de Wach­leu­te ih­re Waf­fen ge­zo­gen. Die Schwim­mer hät­ten sich auf den Bür­ger­steig set­zen müs­sen.

Loch­te sei je­doch auf­ge­stan­den und ha­be die Wach­män­ner an­ge­schrien. Laut Bentz sei dann ein Kun­de des La­dens ge­kom­men, der dank sei­ner Eng­lisch-Kennt­nis­se ver­mit­telt ha­be. Fei­gen und er hät­ten den bei­den Wach­män­nern 50 Dol­lar ge­ge­ben, dann hät­ten die Schwim­mer ge­hen dür­fen und sei­en mit ei­nem an­de­ren Ta­xi ins olym­pi­sche Dorf zu­rück­ge­kehrt. Loch­te hat­te zu­vor al­ler­dings von ei­nem Über­fall be­rich­tet und be­haup­tet, ihm sei ei­ne Waf­fe an den Kopf ge­hal­ten wor­den. (dpa)

Fo­to: afp

US-Schwim­mer Ryan Loch­te dürf­ten die Spie­le von Rio in schlech­ter Er­in­ne­rung blei­ben. Be­trun­ken soll er an ei­ner Tank­stel­le ran­da­liert ha­ben.

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