Le­bens­ge­fähr­li­cher Leicht­sinn auf den Glei­sen

Ver­kehr Gera­de am Hal­te­punkt Was­ser­burg und im Bahn­hof Krum­bach über­que­ren vie­le die Schie­nen an ver­bo­te­nen Stel­len

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat - VON CHRIS­TI­AN KIRSTGES

Land­kreis Es ist nicht zu über­se­hen, dass hier öf­ter je­mand un­ter­wegs ist. Auf bei­den Sei­ten des Glei­ses ganz in der Nä­he des Bahn­hal­te­punk­tes im Günz­bur­ger Stadt­teil Was­ser­burg gibt es ei­nen Tram­pel­pfad, und das just an der Stel­le, an der ein Schild deut­lich macht: Das Über­que­ren der Schie­nen ist ver­bo­ten. Dar­an hal­ten sich vie­le al­ler­dings nicht, wie die Bun­des­po­li­zei weiß. Schon öf­ter ha­ben sie An­woh­ner dar­auf hin­ge­wie­sen. Und auch dar­auf, dass Fahr­gäs­te ger­ne die Ab­kür­zung ent­lang des Glei­ses zum Hal­te­punkt nut­zen. Das ist je­doch le­bens­ge­fähr­lich, be­tont die Bun­des­po­li­zei.

Die „Ab­kür­zer“soll­ten sich be­wusst sein, dass mit dem Über­que­ren der Glei­se töd­li­cher Leicht­sinn ver­bun­den ist. Denn Zü­ge fah­ren sehr lei­se und kön­nen je nach Wind­rich­tung zu spät wahr­ge­nom­men wer­den. Aus­wei­chen kön­nen sie nun ein­mal nicht, und der Brems­weg bei ei­ner Ge­schwin­dig­keit von 100 St­un­den­ki­lo­me­tern kann bis zu ei­nem Ki­lo­me­ter be­tra­gen. Schwer­punk­te des ver­bo­te­nen Über­que­rens von Glei­sen sind nach der Er­fah­rung der Bun­des­po­li­zei gera­de klei­ne Bahn­hö­fe, bei de­nen et­wa der Fahr­schein­au­to­mat nur auf ei­nem Bahn­steig steht und Fahr­gäs­te ger­ne ei­ne Ab­kür­zung dort­hin neh­men. Im Land­kreis Günz­burg wis­sen sie von „Ab­kür­zern“vor al­lem in Was­ser­burg und im Krum­ba­cher Bahn­hof, wo gera­de Schü­ler nicht den Über­weg vom oder zum Zug nut­zen, son­dern ein­fach an an­de­ren Stel­len über die Glei­se ge­hen.

Die Be­am­ten sind zwar im­mer wie­der am Ort, sagt Po­li­zei­kom­mis­sar Ti­mo We­ber, der beim Re­vier Augs­burg für die Prä­ven­ti­on zu­stän­dig ist. Aber an­ge­sichts des gro­ßen Zu­stän­dig­keits­ge­biets und der we­ni­gen Kol­le­gen sei es un­mög­lich, je­den Tag an je­dem Bahn­hof vor­bei­zu­schau­en. Wenn sie je­man­den er­wi­schen, ver­hän­gen sie auf je­den Fall ein Buß­geld von 25 Eu­ro, da gu­te Wor­te al­lei­ne nie­man­den zum Um­den­ken brin­gen wür­den. Muss ein Zug we­gen Per­so­nen auf oder an den Schie­nen ei­ne Schnell­brem­sung ein­lei­ten, ist es aber kei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit mehr, son­dern ei­ne Straf­tat. Der ge­fähr­li­che Ein­griff in den Bahn­ver­kehr bringt auf je­den Fall ei­ne Geld­stra­fe mit sich, im Ex­trem­fall so­gar Haft. Doch nicht nur das un­er­laub­te Über­que­ren von Glei­sen ist ein Pro­blem: Im­mer be­lieb­ter wird es, Han­dy­fo­tos auf den Schie­nen zu ma­chen. Des­halb setzt die Bun­des­po­li­zei auf Auf­klä­rung. Vor al­lem in den Schu­len, aber auch in den so­zia­len Me­di­en.

Fo­to: Kirstges

Bun­des­po­li­zist Ti­mo We­ber schaut sich in der Nä­he des Hal­te­punk­tes Was­ser­burg um. Hier über­que­ren vie­le die Schie­nen an ei­ner ver­bo­te­nen Stel­le.

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