Was tun bei fal­schen Ab­bu­chun­gen?

Die Kon­to­aus­zü­ge soll­ten re­gel­mä­ßig kon­trol­liert wer­den. Denn bei Feh­lern müs­sen Fris­ten ein­ge­hal­ten wer­den

Mittelschwaebische Nachrichten - - Geld & Leben -

Ber­lin/Bre­men Per Last­schrift zu zah­len – das ist ei­gent­lich für al­le Be­tei­lig­ten von Vor­teil. Die ei­ne Sei­te kommt rasch an das ihr zu­ste­hen­de Geld. Die an­de­re Sei­te er­spart sich das mit­un­ter läs­ti­ge Aus­fül­len von Über­wei­sun­gen und muss auch nicht stän­dig im Blick ha­ben, wann wel­che Sum­me fäl­lig wird. Trotz­dem kön­nen Pan­nen nicht aus­ge­schlos­sen wer­den.

Mal bucht zum Bei­spiel ein Ver­ein wei­ter ei­nen Mit­glieds­bei­trag ab, ob­wohl die Mit­glied­schaft längst nicht mehr be­steht. Mal be­las­tet ein On­line­händ­ler das Kon­to ei­nes Kun­den für die­sel­be Wa­re gleich zwei­mal. Oder es kommt vor, dass je­mand oh­ne je­de Be­rech­ti­gung Geld vom Kon­to ei­nes an­de­ren ab­bucht. „Ver­brau­cher soll­ten un­be­dingt in kur­zen Ab­stän­den ih­re Kon­to­aus­zü­ge über­prü­fen“, rät des­halb Anna­bel Oel­mann von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bre­men. Wer Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten fest­stellt, soll­te um­ge­hend re­agie­ren. „In­ner­halb von acht Wo­chen kann der Kon­to­in­ha­ber bei sei­nem Kre­dit­in­sti­tut die Er­stat­tung ei­ner Last­schrift­be­las­tung zu­rück­ver­lan­gen“, sagt Tan­ja Bel­ler vom Bun­des­ver­band deut­scher Ban­ken. Da­für muss er kei­ne Grün­de nen­nen – er muss al­so nicht be­wei­sen, dass ei­ne Ab­bu­chung aus sei­ner Sicht zu Un­recht er­folgt ist. „Die Frist be­ginnt ab dem Tag der Be­las­tung des Kon­tos zu lau­fen“, er­klärt Theo Pisch­ke von der Stif­tung Wa­ren­test.

Die Auf­for­de­rung an das Geld­in­sti­tut, ei­nen Be­trag zu­rück­zu­ho­len, soll­te schrift­lich er­fol­gen. Die­ser Wi­der­spruch ist kos­ten­los – Ban­ken dür­fen hier­für kei­ne Ge­büh­ren ver­lan­gen. Da­bei müs­sen Kun­den den Be­trag an­ge­ben, das Da­tum der Ab­bu­chung und den Ein­rei­cher der Last­schrift. „Beim On­li­ne­ban­king kön­nen Ver­brau­cher den Be­trag der Last­schrift mit we­ni­gen Maus­klicks zu­rück­ho­len oder die Last­schrift zu­rück­ge­ben“, sagt Pisch­ke. Er ver­weist dar­auf, dass auf dem On­li­ne­Kon­to­aus­zug oft ei­ne Funk­ti­on na­mens „Last­schrift zu­rück­ge­ben“vor­han­den ist. „Die Rück­ga­be der Last­schrift wird dann auf dem Kon­to­aus­zug be­stä­tigt“, sagt Pisch­ke. Die Rück­bu­chung des Gel­des soll­te in­ner­halb von 14 Ta­gen er­fol­gen.

Seit Ju­li 2012 sind Last­schrif­ten im so­ge­nann­ten Se­pa-Ver­fah­ren üb­lich. Se­pa ist die Ab­kür­zung für „Sing­le Eu­ro Pay­ments Area“. Hier er­teilt der Kun­de ein Man­dat: Er er­mäch­tigt den An­bie­ter zum Ein­zug von Geld und gibt zugleich der Bank die Ge­neh­mi­gung zur Bu­chung. „Liegt ein sol­ches gül­ti­ges Man­dat nicht vor und es kommt zu ei­ner nicht-au­to­ri­sier­ten Be­las­tung ei­nes Kon­tos, dann hat der Be­trof­fe­ne ei­ne Frist von bis zu 13 Mo­na­ten, das Geld zu­rück­zu­for­dern“, er­klärt Bel­ler. Wich­tig ist nach ih­ren An­ga­ben, dass sich der Kun­de un­ver­züg­lich bei sei­nem In­sti­tut mel­det, wenn er un­recht­mä­ßi­ge Bu­chun­gen auf sei­nem Kon­to fest­stellt.

Kun­den müs­sen sich im Prin­zip kei­ne Sor­gen ma­chen, wenn durch die zu Un­recht er­folg­te Ab­bu­chung ihr Kon­to ins Mi­nus rutscht. „Die Er­stat­tung des Last­schrift­be­trags er­folgt in der Wei­se, als ob die Be­las­tung nicht statt­ge­fun­den hät­te“, er­klärt Bel­ler. Je­mand, der zu Un­recht ab­ge­bucht hat, kann al­ler­dings auch haft­bar ge­macht wer­den. „Dem Ge­schä­dig­ten steht ein Scha­dens­er­satz­an­spruch zu“, sagt der Fach­an­walt für Bank- und Ka­pi­tal­markt­recht Tho­mas Me­sche­de. Der Scha­den ist da­bei grund­sätz­lich kon­kret zu be­rech­nen.

Wer ei­ne zu ho­he Ab­bu­chung von sei­nem Kon­to fest­stellt, kann sich auch zu­nächst schrift­lich an den­je­ni­gen wen­den, der zu viel Geld ein­ge­zo­gen hat. Be­trof­fe­ne soll­ten in sol­chen Fäl­len ge­nau an­ge­ben, was falsch ab­ge­bucht wur­de und wie hoch die kor­rek­te Sum­me wä­re. Der Ab­bu­chen­de soll­te dann in­ner­halb von zwei Wo­chen zu ei­ner Aus­gleichs­zah­lung be­zie­hungs­wei­se zu ei­ner Gut­schrift auf­ge­for­dert wer­den. Sabine Meu­ter, dpa

Fo­to: dpa

Beim On­li­ne­ban­king gibt es ei­ne Funk­ti­on zur Last­schrift-Rück­ga­be.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.