Schwim­men ist für Eme­ly al­les

Die 19-Jäh­ri­ge ist bei den Pa­ralym­pi­schen Spie­len da­bei. Da­für hat sie vier Jah­re trai­niert

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft | -

Eme­ly Tel­le kann zwar nicht weit se­hen, aber rich­tig schnell schwim­men. Dar­um hat es die 19-jäh­ri­ge Schü­le­rin mit der deut­schen Mann­schaft zu den Pa­ralym­pi­schen Spie­len ge­schafft. Dort tritt sie ge­gen Schwim­mer an, die auch seh­be­hin­dert sind. Eme­ly er­zählt, wie das Le­ben mit den an­de­ren Sport­lern im Pa­ralym­pi­schen Dorf im Land Bra­si­li­en so ist.

Wie war dein ers­ter Wett­kampf? Eme­ly Tel­le: „Es war to­tal über­wäl­ti­gend! Das Was­ser und das Be­cken ka­men mir so be­son­ders vor. Die Stim­mung war to­tal geil. Es wa­ren so vie­le Zu­schau­er da, das war so laut. Und es hat Spaß ge­macht zu schwim­men, aber lei­der war die Zeit am En­de nicht so gut.“

Was ist beim Schwim­men an­ders, wenn man seh­be­hin­dert ist? Tel­le: „Man braucht viel Übung und viel Er­fah­rung. Und trotz­dem ist es je­des Mal wie ei­ne Über­ra­schung, weil ich die Wand erst so un­ge­fähr ei­nen hal­ben Me­ter vor­her se­he. Da­durch wen­de ich meis­tens nicht op­ti­mal. Und man sieht die Kon­kur­renz nicht rich­tig. Man muss im­mer sein ei­ge­nes Ren­nen schwim­men.“

Was magst du am Schwim­men am liebs­ten? Tel­le: „Das Schwim­men gibt mir ei­nen ge­wis­sen Halt im Le­ben. Schwim­men ist al­les für mich. Wenn ich im Was­ser bin, den­ke ich über nichts nach. Mei­ne gan­zen Pro­ble­me sind weg. Das gilt auch beim Wett­kampf. Da möch­te ich ein­fach Spaß ha­ben und das ma­chen, was ich lie­be. Ich glau­be, das Wich­tigs­te da­bei ist für mich, mich sel­ber stolz zu ma­chen.“

Magst du die Stadt Rio de Janei­ro und das Pa­ralym­pi­sche Dorf? Tel­le: „Wir ha­ben uns noch nicht viel an­ge­guckt. Wir wa­ren nur ein­mal am Strand. Aber das Pa­ralym­pi­sche Dorf ist toll! Ich wür­de hier ger­ne fast das gan­ze Jahr über le­ben. Es macht echt Spaß, Sport­ler aus an­de­ren Sport­ar­ten ken­nen­zu­ler­nen und Men­schen aus an­de­ren Län­dern.“

Was gibt dir Halt in die­ser auf­re­gen­den Zeit? Tel­le: „Mei­ne bes­te Freun­din Nao­mi Mai­ke Schnitt­ger, sie schwimmt auch. Wir tei­len uns das Zim­mer. Oh­ne sie wä­re es das to­ta­le Cha­os für mich. Wir ken­nen uns durch den Sport seit dem Jahr 2013. Wir wa­ren je­des Mal Mit­be­woh­ne­rin­nen bei Wett­kämp­fen. Nach den Pa­ralym­pics fah­ren wir zu­sam­men in den Ur­laub – nach New York und Mia­mi in den USA.“(dpa)

Fo­to: Oli­ver Kre­mer, Pi­xol­li Stu­di­os, dpa

Eme­ly Tel­le schwimmt bei den Pa­ralym­pi­schen Spie­len. Dort tritt sie ge­gen Sport­ler an, die auch seh­be­hin­dert sind.

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