Um­stieg oh­ne Är­ger

Rat­ge­ber Von Kün­di­gung bis Lauf­zeit: Was Ver­brau­cher zum Wech­sel des Te­le­fon­an­bie­ters wis­sen müs­sen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Internet & Multimedia -

Die Vor­freu­de auf die neue DSLLei­tung mit grö­ße­rer Über­tra­gungs­ra­te und auf den Tag der Um­stel­lung war groß. Doch plötz­lich geht gar nichts mehr: Die In­ter­net­sei­te baut sich nicht mehr auf, das E-Mail-Post­fach bleibt leer, und auch das Fest­netz­te­le­fon streikt.

Ein Hor­ror­sze­na­rio für die meis­ten deut­schen Haus­hal­te, von de­nen En­de 2015 nach An­ga­ben des Sta­tis­ti­schen Amts der Eu­ro­päi­schen Uni­on (Eu­ro­s­tat) be­reits 88 Pro­zent über ei­nen schnel­len Breit­band­zu­gang ver­füg­ten. Kaum noch je­mand kann es sich leis­ten, ta­ge­lang von der Au­ßen­welt ab­ge­schnit­ten zu sein. Doch ist das über­haupt noch mög­lich? Und wor­auf muss man ach­ten, da­mit der Wech­sel zu ei­nem neu­en DSL-, Mo­bil- oder Fest­netz­te­le­fo­nie-An­bie­ter mög­lichst rei­bungs­los funk­tio­niert?

„Zu­nächst soll­ten Kun­den sich in ih­ren Ver­trags­un­ter­la­gen dar­über in­for­mie­ren, wann ihr jet­zi­ger Ver­trag aus­läuft und wel­che Kün­di­gungs­fris­ten be­ste­hen“, sagt der ITFach­an­walt Chris­ti­an Sol­me­cke. In den meis­ten Fäl­len wer­den Te­le­fon-, Han­dy- oder DSL-Ver­trä­ge für 24 Mo­na­te ab­ge­schlos­sen. Die Kün­di­gungs­frist be­tra­ge zu­meist drei Mo­na­te. Wer kei­ne zwölf­mo­na­ti­ge Ver­trags­ver­län­ge­rung ris­kie­ren will, soll­te sich früh­zei­tig küm­mern.

Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vz­bv) emp­fiehlt, den neu ge­wähl­ten Ver­sor­ger bei Ver­trags­schluss mit der Kün­di­gung beim al­ten An­bie­ter zu be­auf­tra­gen. Das hat den Vor­teil, dass sich die An­bie­ter über An­schluss­wech­sel und Ruf­num­mer­mit­nah­me di­rekt ver­stän­di­gen kön­nen. Zur Si­cher­heit soll­te man ei­nen Zeit­puf­fer von meh­re­ren Wo­chen vor Ablauf der Kün­di­gungs­frist ein­pla­nen.

Vie­le Feh­ler beim An­bie­ter­wech­sel pas­sie­ren schon beim Aus­fül­len des Auf­trags­for­mu­lars. Hier ist Kon­zen­tra­ti­on an­ge­sagt. „Na­me und Adres­se müs­sen den An­ga­ben beim al­ten An­bie­ter ent­spre­chen“, mah­nen die Ver­brau­cher­schüt­zer. „Auch bei den zu por­tie­ren­den Ruf­num­mern soll­ten Sie sich kei­nen Zah­len­dre­her leis­ten.“Sonst dro­hen spä­ter Pro­ble­me bei der Auf­trags­be­ar­bei­tung. Soll die Ruf­num­mer be­hal­ten wer­den, er­le­digt das auch am bes­ten der neue An­bie­ter. Fest­netz­kun­den ha­ben laut Ver­brau­cher­zen­tra­le zum Ver­trags­en­de und Mo­bil­funk­kun­den je­der­zeit das Recht, ih­re Ruf­num­mern aus­zu­lö­sen.

Nie­mand muss sich Sor­gen ma­chen, dass sei­ne Lei­tung un­er­war­tet ge­kappt wird: Seit 2012 gilt laut Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­setz, dass der bis­he­ri­ge An­bie­ter nach Ablauf der Ver­trags­zeit nicht ein­fach sei­ne Leis­tung ein­stel­len darf, wenn be­reits ein An­bie­ter­wech­sel ein­ge­lei­tet wur­de. Laut An­walt Sol­me­cke ist der bis­he­ri­ge An­bie­ter ver­pflich­tet, so lan­ge wei­ter zu ver­sor­gen, bis al­le ver­trag­li­chen und tech­ni­schen De­tails für den Wech­sel zum neu­en An­bie­ter ge­klärt sind.

Le­dig­lich am Tag der Um­stel­lung müs­sen Ver­brau­cher mit ei­ner Un­ter­bre­chung le­ben – sie darf aber nicht län­ger als ei­nen Ka­len­der­tag dau­ern. „Ge­lingt die Um­schal­tung auf den neu­en An­bie­ter zum an­ge­kün­dig­ten Ter­min nicht und ist der Ver­brau­cher län­ger al sei­nen Ka­len­der­tag oh­ne Te­le­ko mm uni­kat ions ver­sor­gung, ist zu­nächst der bis­he­ri­ge An­bie­ter zur Wei­ter ver­sor­gung ver­pflich­tet“, so Sol­me­cke. Dar­auf hat der Kun­de An­spruch bis zum nächst­mög­li­chen Um­schalt­ter­min.

Jo­chen Wie­loch, dpa

Foto: dpa

Wer den Wech­sel des Te­le­fon­an­bie­ters gut vor­be­rei­tet, soll­te sich spä­ter auch nicht auf­re­gen müs­sen.

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