Platz zum Par­ken

Was gilt bei der Ver­mie­tung von Ga­ra­ge oder Kfz-Stell­platz

Mittelschwaebische Nachrichten - - Immo-Börse - VON SA­BI­NE MEUTER Foto: Ni­colet­te Wol­len­tin, Fo­to­lia,com im­mo­bi­li­en@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Au­to­be­sit­zer wol­len ihr Fahr­zeug si­cher vor Die­ben ab­stel­len, aber auch vor Sturm, Ha­gel und Re­gen schüt­zen. Ga­ra­gen und Kfz-Stell­plät­ze sind al­so be­gehrt. Doch was gilt recht­lich, wenn man die­se ver­mie­ten möch­te?

Miet­preis Ei­gen­tü­mer kön­nen bei der Ver­mie­tung ei­ner Ga­ra­ge oder ei­nes Kf­zS­tell­plat­zes theo­re­tisch fi­nan­zi­ell for­dern, was der Markt her­gibt. „Ge­setz­li­che Re­ge­lun­gen zur Miet­hö­he gibt es in sol­chen Fäl­len nicht“, sagt Rechts­an­walt Ge­rold Happ von Haus & Grund Deutsch­land. Ei­ne Gren­ze des Zu­läs­si­gen ist er­reicht, wenn Wu­cher vor­liegt.

Miet­ver­trag Wer un­ab­hän­gig von ei­ner Woh­nung ei­ne Ga­ra­ge oder ei­nen Kf­zS­tell­platz ver­mie­tet, soll­te dies im­mer schrift­lich fi­xie­ren. Im Ver­trag kann et­wa ei­ne Lauf­zeit des Miet­ver­trags oder ei­ne au­to­ma­ti­sche Ver­län­ge­rung der Miet­zeit fest­ge­legt wer­den.

Kün­di­gung „Ei­ne Kün­di­gung, egal ob vom Mie­ter oder Ver­mie­ter, ist oh­ne An­ga­be von Grün­den mit ei­ner Frist von drei Mo­na­ten mög­lich“, er­läu­tert Ul­rich Ropertz vom Deut­schen Meist wer­den Ga­ra­gen und Woh­nun­gen zu­sam­men ver­mie­tet. „Dann ist ei­ne Teil­kün­di­gung nur der Ga­ra­ge oder des Stell­plat­zes nicht mög­lich“, so Ropertz. Auch ei­ne Ei­gen­be­darfs­kün­di­gung nur für die Ga­ra­ge oder den Stell­platz ist aus­ge­schlos­sen. Das glei­che gilt für ei­ne Miet­erhö­hung. Der Ver­mie­ter ist nicht be­rech­tigt, die Mie­te nur für die Ga­ra­ge an­zu­he­ben. Will er für Woh­nung und Ga- ra­ge ei­ne Er­hö­hung for­dern, muss er sich laut Ropertz an der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te ori­en­tie­ren.

Un­ter­ver­mie­tung Will ein Mie­ter sei­ne Ga­ra­ge oder sei­nen Kfz-Stell­platz un­ter­ver­mie­ten, muss er den Ver­mie­ter um Er­laub­nis fra­gen, in­for­miert An­nett En­gel-Lind­ner, Rechts­an­wäl­tin beim Im­mo­bi­li­en­ver­band Deutsch­land (IVD). Bei ei­nem se­pa­ra­ten Ver­trag über ei­nen Ga­ra­gen­stel­lMie­ter­bund. platz gilt: Stimmt der Ver­mie­ter ei­ner Un­ter­ver­mie­tung nicht zu, be­steht für den Mie­ter ein au­ßer­or­dent­li­ches Kün­di­gungs­recht. Aus­nah­me: Für das Nein liegt ein wich­ti­ger Grund vor – wenn bei­spiels­wei­se zu er­war­ten ist, dass der neue Mie­ter den Haus­frie­den stö­ren wird, sagt Happ. Ist die Ga­ra­ge Teil ei­nes Wohn­raum-Miet­ver­trags, steht dem Mie­ter kein Kün­di­gungs­recht zu, wenn der Ver­mie­ter sei­ne Zu­stim­mung ver­wei­gert, er­läu­tert En­gel-Lind­ner.

Er­laubt er hin­ge­gen die Un­ter­ver­mie­tung, kann der Mie­ter selbst be­stim­men, wie viel Geld er von sei­nem Un­ter­mie­ter ver­langt. Auch dann soll­te es ei­nen schrift­li­chen Miet­ver­trag ge­ben, der klar be­nennt, wel­che Ga­ra­ge oder wel­cher Stell­platz ver­mie­tet wird. Au­ßer­dem soll­te er die Hö­he der Mie­te und die Kün­di­gungs­fris­ten re­geln. „Zu­sätz­lich kön­nen bei­spiels­wei­se noch Re­ge­lun­gen zu den Rei­ni­gungs­und Streu­pflich­ten ge­trof­fen wer­den“, merkt Happ an.

Er­laub­te Ge­gen­stän­de In der Ga­ra­ge oder auf dem Kf­zS­tell­platz kann noch lan­ge nicht al­les ge­la­gert wer­den. „Nur Fahr­zeu­ge und ent­spre­chen­des Zu­be­hör dür­fen ab­ge­stellt wer­den“, sagt En­gelLind­ner. An­de­re Ge­gen­stän­de sind meist ver­bo­ten – nicht zu­letzt aus brand­schutz­recht­li­chen Grün­den. „Meist wird aber to­le­riert, wenn in der Ga­ra­ge zu­sätz­lich ein paar an­de­re Sa­chen un­ter­ge­bracht wer­den“, sagt Happ – et­wa Win­ter­rei­fen, Kfz-Er­satz­tei­le oder Kin­der­sit­ze.

Du­plex-Ga­ra­gen Auch Du­plex-Ga­ra­gen sind be­liebt: Dort wer­den zwei Fahr­zeu­ge über­ein­an­der ab­ge­stellt. Der ers­te Wa­gen fährt auf ei­ne Ram­pe und wird über ei­nen He­be­me­cha­nis­mus nach oben ge­hievt. So­bald er oben si­cher plat­ziert ist, kann man das zwei­te Au­to auf der un­te­ren Ebe­ne par­ken.

Der Ver­mie­ter muss da­für sor­gen, dass al­les ein­wand­frei funk­tio­niert. „Er ist ver­pflich­tet, ei­ne Du­plex-Ga­ra­ge re­gel­mä­ßig zu war­ten“, sagt En­gel-Lind­ner. Un­ter­lässt er dies und es kommt zu ei­ner Tech­nik-Pan­ne, sind schwe­re Schä­den mög­lich – et­wa wenn das oben ge­park­te Fahr­zeug auf das Au­to dar­un­ter fällt. Wird dem Ver­mie­ter nach­ge­wie­sen, dass er sei­ner War­tungs­pflicht nicht nach­ge­kom­men ist, kann er für die Schä­den haft­bar ge­macht wer­den.

Der Ver­mie­ter muss vor der Du­plex-Ga­ra­ge ei­ne Be­die­nungs­an­lei­tung an­brin­gen – mit An­ga­ben zur zu­läs­si­gen Län­ge, Brei­te und Hö­he der je­wei­li­gen Fahr­zeu­ge. Kommt es auf­grund ei­ner fal­schen Nut­zung oder Unacht­sam­keit des Mie­ters zu Schä­den, haf­tet die­ser. Der Ver­mie­ter hat da­mit dann nichts zu tun, be­tont Happ. „Die Si­tua­ti­on ist dann mit ei­nem Un­fall auf ei­nem öf­fent­li­chen Park­platz ver­gleich­bar.“

Ge­ra­de in In­nen­städ­ten sind Ga­ra­gen oder Kfz-Stell­plät­ze sehr be­gehrt. Doch bei der Ver­mie­tung soll­te man ei­ni­ge Din­ge be­ach­ten.

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