Ka­nin­chen kön­nen pau­sen­los fut­tern

Rat­ge­ber Zwerg­ka­nin­chen fres­sen ih­ren ei­ge­nen Kot. War­um der Hal­ter das zu­las­sen muss

Mittelschwaebische Nachrichten - - Tierbücher Extra - VON JU­LIA SEWERIN

Augs­burg Ka­nin­chen sind die Mitt­ler zwi­schen der Men­schen- und der Fe­en­welt, glau­ben die Chi­ne­sen. Für die In­dia­ner sind Ka­nin­chen das Sym­bol für Frucht­bar­keit. Die my­tho­lo­gi­sche Be­deu­tung der Lang­oh­ren reicht bis zu den Az­te­ken zu­rück und ist im Buch „Zwerg­ka­nin­chen“von An­ne Warr­lich nach­zu­le­sen. Von der Ge­schich­te bis zur rich­ti­gen Hal­tung und Zucht be­schreibt die Tier­ärz­tin, wie der Mensch den Be­dürf­nis­sen sei­nes Zwerg­ka­nin­chens ge­recht wird. Die na­tür­li­che und art­ge­rech­te Hal­tung steht da­bei im Vor­der­grund.

So soll­ten die Tie­re auf­grund ih­res Ver­dau­ungs­sys­tems je­der­zeit Zu­gang zum Fut­ter ha­ben. Denn ihr Ma­gen ent­leert sei­nen In­halt nicht durch Mus­kel­be­we­gun­gen in den son­dern der nach­fol­gen­de Fut­ter­brei schiebt den Ma­gen­in­halt ein­fach wei­ter. Da­mit das Tier nicht zu dick wird, soll­te für den Snack zwi­schen­durch nur Heu zur Ver­fü­gung ste­hen. Ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ist, dass Zwerg­ka­nin­chen ih­ren Kot fres­sen. Um Man­gel­er­schei­nun­gen beim Tier zu ver­mei­den, soll­te der Hal­ter das laut der Au­to­rin zu­las­sen.

Der Rat­ge­ber ist ide­al für An­fän­ger, die nicht si­cher sind, wel­che Ras­sen zu­sam­men­pas­sen oder wie das Ge­he­ge aus­se­hen soll, um Ver­let­zun­gen zu ver­mei­den. Die Au­to­rin gibt au­ßer­dem nütz­li­che und all­tags­na­he Tipps zur Züch­ter­wahl oder zu Pro­duk­ten aus Zoo­ge­schäf­ten, die manch­mal lie­ber ge­mie­den wer­den soll­ten.

Po­si­tiv her­vor­zu­he­ben ist die aus­sa­ge­kräf­ti­ge Be­bil­de­rung, an der gut nach­voll­zo­gen wer­den kann, wie man sich dem Ka­nin­chen rich­tig nä­hert oder es hoch­hebt, oh­ne dass das Tier wild her­um­zap­pelt. Sehr prak­tisch sind die In­fo­käs­ten, die meist als Zu­sam­men­fas­sung der ein­zel­nen Ka­pi­tel die­nen. So kön­nen In­for­ma­tio­nen wie „So er­näh­ren Sie Ihr Ka­nin­chen ge­sund und ab­wechs­lungs­reich“je­der­zeit schnell nach­ge­schla­gen wer­den, oh­ne den langen Text noch ein­mal le­sen zu müs­sen.

Das Glei­che gilt für den Pfle­ge­plan auf der hin­te­ren Klapp­sei­te. Dort er­fährt der Le­ser, dass die Ka­nin­chen­toi­let­te täg­lich ge­säu­bert wer­den muss, er wö­chent­lich Au­gen, Zäh­ne und Af­ter kon­trol­lie­ren soll­te und die Kral­len je­den Mo­nat ge­kürzt wer­den müs­sen. In­ter­es­sant sind au­ßer­dem die Spe­zi­al­sei­ten, auf de­nen zum Bei­spiel ein lang­jäh­ri­ger Ka­nin­chen­hal­ter über sei­ne Er­fahDünn­darm, run­gen spricht, oder ei­ne Bau­an­lei­tung für ei­nen ka­nin­chen­ge­rech­ten Kräu­ter­gar­ten zu fin­den ist.

Nicht nur für Ein­stei­ger ge­eig­net ist die Kräu­ter­kun­de. Hier be­schreibt die Au­to­rin die Heil­kraft der hei­mi­schen Pflan­zen. Min­ze zum Bei­spiel wirkt bei Ka­nin­chen vor al­lem in den Som­mer­mo­na­ten sehr er­fri­schend.

Der Rat­ge­ber bie­tet aber mehr als 144 Sei­ten. Zu acht The­men gibt es klei­ne Film­chen, die zwi­schen ei­ner und drei Mi­nu­ten dau­ern. Um die­se an­schau­en zu kön­nen, muss der Le­ser sich die kos­ten­lo­se App „Kos­mos Plus“her­un­ter­la­den, die es so­wohl im App Sto­re, als auch bei Goog­le Play gibt.

Zwerg­ka­nin­chen, An­ne Warr­lich, Kos­mos Ver­lag, 144 Sei­ten, 12,99 Eu­ro.

Fo­to: Jen­ni­fer Jahns,dpa

Ge­nü­gend Zwei­ge und Grün­fut­ter ver­hin­dern, dass die Bei­ßer des Ka­nin­chens zu lan­ge wach­sen. Wie die Lang­oh­ren ge­sund und ab­wechs­lungs­reich er­nährt wer­den, be­schreibt An­ne Warr­lich in ih­rem Buch „Zwerg­ka­nin­chen“.

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