So vie­le Eu­ro-Mün­zen gibt es

Im Geld­beu­tel und in dei­ner Spar­do­se sind ver­schie­de­ne Geld­stü­cke. Vie­le da­von schei­nen gleich aus­zu­se­hen, sind aber ver­schie­den. Das liegt auch am Prä­ge­ort

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton - VON MICHA­EL LIND­NER

Wenn ihr in eu­ren Geld­beu­tel oder in eu­re Spar­do­se schaut, fin­det ihr vie­le un­ter­schied­li­che Mün­zen. In Deutsch­land und vie­len an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern gibt es ei­ne ein­heit­li­che Wäh­rung: den Eu­ro. Von ihm gibt es ins­ge­samt acht Mün­zen mit ei­nem Wert zwi­schen ei­nem Cent und zwei Eu­ro. Die Mün­zen un­ter­schei­den sich in Grö­ße, Ge­wicht, Ma­te­ri­al und Far­be. Das fällt ei­nem so­fort auf. Die klei­nen, ro­ten Mün­zen sind am we­nigs­ten wert, die gro­ßen sind am meis­ten wert. Doch habt ihr euch die Mün­zen schon ein­mal ganz ge­nau an­ge­se­hen? Dann könnt ihr näm­lich noch viel mehr Un­ter­schie­de er­ken­nen.

Die Vor­der­sei­te ei­ner Eu­roMün­ze ist im­mer gleich – egal in wel­chem Land sie her­ge­stellt wur­de. Dort sind der Wert und ein Sym­bol ab­ge­bil­det: bei den ro­ten Mün­zen ein Glo­bus und bei den an­de­ren ein Teil Eu­ro­pas. Auf der Rück­sei­te gibt es vie­le Un­ter­schie­de. Je­des Land darf die­se Sei­te der Mün­ze näm­lich selbst gestal­ten. Des­halb gibt es dort auch vie­le un­ter­schied­li­che Mo­ti­ve. In Deutsch­land ist auf den 1-, 2- und 5-Cent-Mün­zen das Ei­chen­laub ab­ge­bil­det. In Spa­ni­en ist dort aber bei­spiels­wei­se ei­ne gro­ße Kir­che, die Ka­the­dra­le von San­tia­go de Com­pos­te­la, zu se­hen. Bei den fin­ni­schen Mün­zen er­kennt ihr so­gar ei­nen Lö­wen.

Auf den an­de­ren deut­schen Mün­zen ist nicht das Ei­chen­laub, son­dern das Bran­den­bur­ger Tor oder der Bun­des­ad­ler ab­ge­bil­det. Es gibt al­so ganz schön viel zu ent­de­cken. Ins­ge­samt ha­ben 23 Län­der ei­ge­ne Eu­ro-Mün­zen. Da es pro Land acht ver­schie­de­ne Mün­zen gibt, be­deu­tet das, dass es ins­ge­samt 184 un­ter­schied­li­che Geld­stü­cke gibt.

Auf der Rück­sei­te der Mün­zen ist aber noch et­was an­de­res als ein Ge­bäu­de oder ei­ne Per­son zu se­hen. Auf der un­te­ren Sei­te seht ihr ei­ne Jah­res­zahl. Die­se gibt an, wann die Mün­ze her­ge­stellt wor­den ist. Das nennt man Prä­ge­jahr. Die ers­ten Eu­roMün­zen wur­den be­reits 1999 ge­prägt, ob­wohl es das Bar­geld erst ab dem Jahr 2002 gab. Und je­des Land stellt fast je­des Jahr neue Mün­zen her. Denn man­che von ih­nen ge­hen ka­putt, wer­den ver­lo­ren oder lan­den in der Spar­do­se. Ihr könnt Mün­zen al­so nicht nur nach dem Wert und dem Land, son­dern auch noch nach dem Jahr un­ter­schei­den.

In Deutsch­land gibt es die meis­ten un­ter­schied­li­chen Mün­zen. Ne­ben dem Jahr ist ein ein­zel­ner Buch­sta­be zu se­hen, da­für müsst ihr aber schon ganz ge­nau hin­schau­en. Es gibt fünf ver­schie­de­ne Buch­sta­ben: A, D, F,G und J. Die­se zei­gen, in wel­cher Stadt die Mün­ze her­ge­stellt wor­den ist. A steht für Ber­lin, D für Mün­chen, F für Stutt­gart, G für Karls­ru­he und J für Ham­burg. Die­se Or­te wer­den Prä­ge­stät­te ge­nannt. We­gen der un­ter­schied­li­chen Jah­res­zahl, der Prä­ge­stät­te und dem Wert gibt es al­lein in Deutsch­land mehr als 300 un­ter­schied­li­che Mün­zen.

Bei den größ­ten und schwers­ten Mün­zen, dem Zwei-Eu­roStück, gibt es noch ei­ne Be­son­der­heit. Je­des Land darf je­des Jahr ei­ne Ge­denk­mün­ze her­aus­ge­ben. Das be­deu­tet, dass in die­sem Jahr ein an­de­res Mo­tiv zu se­hen ist. In Deutsch­land wur­de zum Bei­spiel statt des Bun­des­ad­lers das Schloss Neu­schwan­stein ab­ge­bil­det. Ins­ge­samt wur­den in den 23 eu­ro­päi­schen Län­dern über 300 ver­schie­de­ne Son­der­mün­zen her­ge­stellt.

Wenn ihr die Mün­zen nach all die­sen Merk­ma­len un­ter­schei­det, kommt ihr auf weit mehr als 1000 ver­schie­de­ne. Da müsst ihr ganz schön lan­ge sam­meln, wenn ihr je­de Mün­ze ein­mal ha­ben möch­tet. Üb­ri­gens gibt es mo­men­tan et­wa 117 Mil­li­ar­den Eu­ro-Mün­zen. Das be­deu­tet, dass je­der Mensch in Eu­ro­pa im Durch­schnitt et­wa 160 Mün­zen im Geld­beu­tel oder Spar­schwein hat.

Fo­tos: Lind­ner

Je­des Jahr er­hält ein deut­sches Bun­des­land ei­ne Zwei-Eu­ro-Son­der­mün­ze – das ist die baye­ri­sche.

Das ist die Ein-Eu­ro-Mün­ze aus der Slo­wa­kei. Sie zeigt das slo­wa­ki­sche Wap­pen – ein Dop­pel­kreuz auf drei Ber­gen.

Das sind 20 Cent aus Lu­xem­burg.

So sieht Bel­gi­ens 50-Cent-Mün­ze aus.

Ei­ne Ein-Cent-Mün­ze aus Grie­chen­land.

Zwei Cent aus Ös­ter­reich.

Die 5-Cent-Mün­ze aus Ir­land.

Zehn Cent aus Frank­reich.

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