Ret­tet die Waf­fen­ru­he!

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON WIN­FRIED ZÜF­LE w.z@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Wem nützt es, wenn der Waf­fen­still­stand in Sy­ri­en schei­tert? Ei­ner­seits könn­te das Re­gime des Ba­schar al-As­sad ein In­ter­es­se dar­an ha­ben, weil es sich zu­letzt auf der Sie­ger­stra­ße wähn­te. An­de­rer­seits kön­nen aber auch die im Bür­ger­krieg ak­ti­ven Ter­ror­grup­pen nur über­le­ben, wenn die Waf­fen­ru­he schei­tert. Denn sonst kon­zen­trie­ren sich al­le An­grif­fe auf sie.

Es ist aus der Fer­ne schwer, zu ent­schei­den, wer den UN-Hilfs­kon­voi an­ge­grif­fen und da­mit die Waf­fen­ru­he tor­pe­diert hat. Er­folg­te die Atta­cke aus der Luft, ist das Ver­bre­chen wohl dem As­sa­dRe­gime zu­zu­schrei­ben. Wur­den die Hel­fer vom Bo­den aus an­ge­grif­fen, kommt die mit dem Ter­ror­netz Al-Kai­da ver­knüpf­te Fa­tah-alScham-Front in­fra­ge.

Trotz al­lem muss wei­ter ver­sucht wer­den, das Blut­ver­gie­ßen zu be­en­den. Das Ver­han­deln ist schwie­ri­ger ge­wor­den. Das Ver­trau­en zwi­schen den USA und Russ­land ist er­schüt­tert. Wa­shing­ton wird zur Last ge­legt, wäh­rend der Waf­fen­ru­he ei­nen Luft­schlag ge­gen die sy­ri­sche Ar­mee ge­führt zu ha­ben, dem 60 Sol­da­ten zum Op­fer fie­len. Die USA se­hen Mos­kau zu­min­dest als mit­schul­dig für den An­griff auf den Hilfs­kon­voi an.

Doch oh­ne ein Zu­sam­men­wir­ken der USA und Russ­lands ist ei­ne Waf­fen­ru­he nicht denk­bar. Des­we­gen ste­hen sie in der Pflicht, ih­rer Ver­ant­wor­tung ge­recht zu wer­den.

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