Ab­ge­ord­ne­ter muss vor Ge­richt

Gün­ther Fel­bin­ger wird Be­trug vor­ge­wor­fen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wetter | Roman - VON HENRY STERN

Mün­chen Die Münch­ner Staats­an­walt­schaft will den un­ter­frän­ki­schen Ab­ge­ord­ne­ten der Frei­en Wäh­ler, Gün­ther Fel­bin­ger, we­gen Be­trugs in fünf Fäl­len an­kla­gen: Die im No­vem­ber 2015 ein­ge­lei­te­ten Er­mitt­lun­gen hät­ten ei­nen „hin­rei­chen­den Tat­ver­dacht“er­ge­ben, heißt es in ei­nem Schrei­ben an den Land­tag. Mit dem sie­ben­s­ei­ti­gen Pa­pier bit­tet die Staats­an­walt­schaft um die Auf­he­bung der par­la­men­ta­ri­schen Im­mu­ni­tät Fel­bin­gers. In die­ser Wo­che will sich des­halb der Rechts­aus­schuss des Land­tags mit der Cau­sa Fel­bin­ger be­fas­sen. Dass das Par­la­ment dem Wunsch der Staats­an­wäl­te nach­kommt, gilt als Form­sa­che.

Dies ist die Vor­aus­set­zung für ei­ne An­kla­ge des Freie-Wäh­ler-Po­li­ti­kers. Sie soll laut Staats­an­walt­schaft beim Land­ge­richt Mün­chen I ein­ge­reicht wer­den. Denk­bar ge­we­sen wä­re auch ei­ne An­kla­ge beim Amts­ge­richt. Dass die An­kla­ge der­art hoch­ge­hängt wird, „deu­tet dar­auf hin, dass man die Vor­wür­fe bei der Staats­an­walt­schaft für aus­ge­spro­chen ernst hält“, sagt ein er­fah­re­ner Rechts­po­li­ti­ker im Land­tag. Fel­bin­ger hat­te sich im No­vem­ber 2015 nach Me­di­en­re­cher­chen we­gen fin­gier­ter Abrech­nun­gen über sei­ne Un­kos­ten­pau­scha­le als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter selbst an­ge­zeigt und rund 65000 Eu­ro an das Land­tags­amt zu­rück­ge­zahlt. Sei­nen Sitz im Land­tag gab der Ab­ge­ord­ne­te al­ler­dings bis heu­te nicht auf.

Nach rund neun Mo­na­ten Er­mitt­lungs­ar­beit kon­kre­ti­sier­te die Staats­an­walt­schaft nun die Vor­wür­fe ge­gen den Freie-Wäh­ler-Po­li­ti­ker: „In der Ab­sicht, ei­ne Zah­lung bzw. Ver­rech­nung für nicht ent­stan­de­ne bzw. be­reits ab­ge­gol­te­ne Auf­wen­dun­gen zu er­lan­gen, schloss der Ab­ge­ord­ne­te in den Jah­ren 2009 bis 2014 meh­re­re Di­enst­ver­trä­ge zum Schein ab“, fas­sen die Staats­an­wäl­te in dem Schrei­ben zu­sam­men.

Dem Steu­er­zah­ler sei im Jahr 2010 ein Scha­den von 13770 Eu­ro, in den Jah­ren 2011, 2012 und 2013 von je 10080 Eu­ro, 2014 von 5887,80 Eu­ro und 2015 von 5895,54 Eu­ro ent­stan­den.

Gün­ther Fel­bin­ger

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