So ent­lar­ven Sie Be­trü­ger

Bei pri­va­ten An­bie­tern müs­sen Ur­lau­ber auf De­tails ach­ten

Mittelschwaebische Nachrichten - - Reise-journal -

Ur­laub im Fe­ri­en­haus oder in ei­ner Fe­ri­en­woh­nung ist vor al­lem für Fa­mi­li­en ver­lo­ckend. Al­ler­dings wird es den Ur­lau­bern nicht ein­fach ge­macht. Bei vie­len An­ge­bo­ten su­chen sie ver­ge­bens nach ei­nem kla­ren Pau­schal­preis. Der an­ge­ge­be­ne Wo­chen­preis ist näm­lich oft gar nicht der end­gül­ti­ge. Denn ir­gend­wo beim Klein­ge­druck­ten steht die Ru­brik „Ne­ben­kos­ten“: Kau­ti­on, Strom und Hei­zung nach Ver­brauch, Bett­wä­sche – das al­les muss manch­mal noch zu­sätz­lich be­zahlt wer­den. In Dä­ne­mark bei­spiels­wei­se wer­den die Ver­brauchs­kos­ten von Was­ser, Gas und Strom se­pa­rat be­rech­net. Das kann vor al­lem bei Häu­sern mit Pool ins Geld ge­hen.

Die­sen Schwie­rig­kei­ten geht aus dem Weg, wer die Fe­ri­en­woh­nung beim Rei­se­ver­an­stal­ter bucht. Die sonst üb­li­chen Ne­ben­kos­ten sind dann schon in den Preis ein­ge­rech­net. Ne­ben den kla­ren Prei­sen hat das pau­schal ge­buch­te Fe­ri­en­heim auch bei Streit­fäl­len Vor­tei­le. Nor­ma­ler­wei­se fal­len Fe­ri­en­woh­nun­gen un­ter das Miet­recht. An­ge­bo­te aus Pau­schal­rei­se­ka­ta­log da­ge­gen wer­den nach dem deut­schen Rei­se­ver­trags­recht be­ur­teilt. Es schützt den Ver­brau­cher bes­ser als das Miet­recht und bie­tet auch Preis­min­de­rung bei ei­ner ver­schmutz­ten Woh­nung und Scha­den­er­satz we­gen ver­geu­de­ter Ur­laubs­zeit.

Wer trotz­dem di­rekt beim Ei­gen­tü­mer oder über ei­nen Ver­mitt­ler bu­chen will, soll­te ein paar Fein­hei­ten be­den­ken. Denn es kommt im­mer wie­der vor, dass Be­trü­ger im In­ter­net – auch über se­riö­se Ver­mitt­ler­por­ta­le – ein Fe­ri­en­do­mi­zil an­bie­ten, das gar nicht exis­tiert, und An­zah­lung so­wie Rest­zah­lung auf schnell wie­der auf­ge­lös­ten Kon­ten im Aus­land ver­schwin­den. Doch sol­che Be­trü­ger sind ein­fach zu ent­lar­ven. Ist nur ei­ne E-Mail-Adres­se an­ge­ge­ben und feh­len Na­me, Adres­se und Te­le­fon­num­mer des Ver­mie­ters, dann ist das ein deut­li­cher Hin­weis. Stut­zig wer­den soll­te man bei all­zu nied­ri­gen Miet­prei­sen oder un­ge­wöhn­li­chen Zah­lungs­wei­sen. Si­cher geht man bei Zah­lung per Last­schrift oder Kre­dit­kar­te. Dann kann man das Geld im Be­trugs­fall zu­rück­ho­len.

Auch bei ver­trau­ens­wür­di­gen Ver­mie­tern soll­te man nur bu­chen, wenn ei­ne de­tail­lier­te Be­schrei­bung der Fe­ri­en­woh­nung oder des Fe­ri­en­hau­ses vor­liegt. Die Be­schrei­bung im In­ter­net si­chert man auf dem Rech­ner oder druckt sie aus. Fol­gen­de Punk­te soll­ten an­ge­ge­ben sein: Grö­ße und Art (Woh­nung oder Haus, Qua­drat­me­ter, An­zahl der Zim­mer), Bet­ten (An­zahl, wo, Art), Aus­stat­tung (Kü­che und dort vor­han­de­ne Ge­rä­te, TV, Wasch­ma­schi­ne, Hei­zung, Park­platz, Gar­ten­mö­bel), La­ge (in Fe­ri­en­an­la­ge, Wohn­vier­tel, Ver­gnü­gungs­vier­tel oder an Durch­gangs­stra­ße, Ent­fer­nung zu Strand und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten). Al­le zu­sätz­li­chen Ab­ma­chun­gen soll­ten schrift­lich ge­trof­fen wer­den. Ei­ne Check­lis­te ver­hin­dert, dass da­bei Wich­ti­ges über­se­hen wird.

Be­stä­ti­gen las­sen soll­te man sich den Preis und die ver­ein­bar­te Per­so­nen­zahl. Wich­tig ist auch, die Hö­he der Kau­ti­on und die Kos­ten bei Rei­se­rück­tritt fest­zu­le­gen. Fal­len zu­ei­nem sätz­lich zum Miet­preis Ne­ben­kos­ten an, lässt man sich die­se ein­zeln auf­füh­ren. Das kön­nen sein: Strom, Gas, Was­ser, Hei­zung, Leih­ge­büh­ren für Lie­gen oder Ge­rä­te, Kur­ta­xe, Steu­ern, Ver­si­che­rung, Haus­tie­re, Park­ge­büh­ren. Und schließ­lich soll­te man deut­sches Miet­recht ver­ein­ba­ren und ei­nen Ge­richts­stand in Deutsch­land, so­weit das mög­lich ist.

Sonst kann es ei­ni­ge Über­ra­schun­gen ge­ben: Liegt die ge­mie­te­te Vil­la in Frank­reich, kann es sein, dass nach fran­zö­si­schem Recht pro­zes­siert wer­den muss – auch vor ei­nem deut­schen Ge­richt. Auch wenn das pri­va­te Fe­ri­en­do­mi­zil über ein Rei­se­bü­ro am Hei­mat­ort ge­bucht wird, schützt das nicht vor die­sen Schwie­rig­kei­ten. Das Rei­se­bü­ro ist nur Ver­mitt­ler und nicht Ver­mie­ter. Ist die Woh­nung et­wa schmut­zig und vol­ler Un­ge­zie­fer, kann man sich nicht an das Rei­se­bü­ro hal­ten. Das haf­tet nur für Feh­ler bei der Ver­mitt­lung, wenn es et­wa statt ei­ner Woh­nung für sechs Per­so­nen ein kusch­li­ges Ap­par­te­ment für ein Pär­chen be­stellt hat. (srt) 450 Me­ter hoch im Nor­den der süd­spa­ni­schen Pro­vinz Hu­el­va liegt auf ei­ner Fels­na­se mit­ten im an­da­lu­si­schen Na­tur­schutz­ge­biet Sier­ra de Ara­ce­na ein Land­haus mit nur acht Zim­mern. Nie wä­re ich dort ge­lan­det, hät­te nicht Bet­ti­na mei­ne Yo­gal­eh­re­rin, die­sen Ort für ein Tre­at­ment ge­fun­den. Kaum an­ge­kom­men, stand ich auf der Ter­ras­se und hielt die Luft an. Oh­ne En­de strich der Blick über Hü­gel an Hü­gel, fast im Rund­um­blick, als sei die Welt hier zu En­de. Kein Haus, höchs­tens mal das wei­ße Tor ei­ner Fin­ca. Da­zwi­schen klei­ne schwar­ze Schwei­ne un­ter St­ein­ei­chen, blü­hen­der Gins­ter, Pfer­de, Scha­fe, Zie­gen, ei­ne Mu­li-Mut­ter mit ih­rem Kind. Die Deut­sche Gi­se­la Loewe und der Spa­nier Fer­nan­do Fran­co ha­ben die­sen Ort ge­fun­den, als sie sich vor ein paar Jah­ren in­ein­an­der ver­lieb­ten und schließ­lich hei­ra­te­ten. Nun sind sie zau­ber­haf­te Gast­ge­ber in ih­rem ei­ge­nen Haus, und wenn sie nicht ge­ra­de auf Rei­sen sind ha­ben die Ur­lau­ber Glück und wer­den von ih­nen aufs Feins­te be­kocht. Sämt­li­che in­ein­an­der über­ge­hen­de Räu­me des Hau­ses ge­hö­ren auch den Gäs­ten: das Mu­sik­zim­mer, das Wohn­zim­mer, das Ess- und das Bil­lard­zim­mer. Un­ter den Ar­ka­den wird mor­gens in der Son­ne ge­früh­stückt. Je­des Re­fu­gi­um hat ei­nen Ka­min und ist mit viel Ge­fühl und Ver­stand ein­ge­rich­tet. Wer ei­ne Ter­ras­se hat, kann von dort nachts ei­nen gi­gan­ti­schen Ster­nen­him­mel be­trach­ten. Vor dem Haus brei­tet sich ei­ne Ter­ras­se mit Pool aus.

Ei­gent­lich könn­te man sich dort hin­le­gen und ta­ge­lang nicht auf­ste­hen, so ent­span­nend ist der Aus­blick in die Wei­te. Wä­re da nicht das Dorf Zuf­re in Lauf­nä­he, das is­la­mi­schen Ur­sprungs ist und vom Tou­ris­mus an­ge­nehm un­be­rührt scheint. In­ge Ah­rens

Ca­sa Ves­ta, Hu­er­ta San­ta Zi­ta, E 21210 Zuf­re (Spa­ni­en), Tel. 00 34/647 723 808, www.ca­sa ves­ta.com, Dop pel­zim­mer ab 160 Eu­ro

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