So wird das nichts

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON MAR­TIN FERBER fer@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Un­er­bitt­lich tickt die Uhr für die SPD und ih­ren Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz. Noch 53 Ta­ge sind es bis zur Bun­des­tags­wahl. Doch so sehr sich der SPD-Chef auch ins Zeug legt, in den Um­fra­gen be­wegt sich sei­ne Par­tei nicht von der Stel­le. Schulz müht sich red­lich, eilt von Ter­min zu Ter­min und geizt nicht mit Kon­zep­ten. Und doch lau­fen sei­ne Be­mü­hun­gen schein­bar ins Lee­re. Die Atta­cken des Her­aus­for­de­rers pral­len an der Kanz­le­rin wir­kungs­los ab.

Wäh­rend es für CDU und CSU of­fen­bar reicht, ein we­nig am­bi­tio­nier­tes „Wei­ter so“mit leich­ten Kor­rek­tu­ren an der ei­nen oder an­de­ren Stel­le zu ver­spre­chen, um beim Wäh­ler zu punk­ten, ver­hed­dert sich die SPD – wie schon 2009 – bei ih­rem Ver­such, gleich­zei­tig Re­gie­rung wie Op­po­si­ti­on zu sein. Ob­wohl sie seit bald 20 Jah­ren re­giert, ab­ge­se­hen von der vier­jäh­ri­gen schwarz-gel­ben Ko­ali­ti­on zwi­schen 2009 und 2013, malt sie ein reich­lich grau­es Bild vom Zu­stand des Lan­des, statt sich mit den Er­fol­gen ih­res Re­gie­rungs­han­delns zu schmü­cken.

An die­sem Di­lem­ma än­dert auch die Wahl­kampf­stra­te­gie für die letz­ten sie­ben Wo­chen nichts. Die Pla­ka­te sind nett an­zu­se­hen, die Slo­gans sind ein­gän­gig, doch es feh­len der Biss und der un­bän­di­ge Wil­le zum Sieg. So treibt man An­ge­la Mer­kel nicht aus dem Amt.

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