Was Bau­her­ren im Vor­feld be­ach­ten müs­sen

La­ge­plan, Baustrom und Co. – so klappt es mit dem Bau­an­trag

Mittelschwaebische Nachrichten - - Immo-Börse - Im­mo­bi­li­en@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Ein ei­ge­nes Haus ist für vie­le ein Traum. Noch da­zu, wenn es ein Neu­bau ist. Be­liebt sind Ver­trä­ge mit Bau­trä­gern, die Haus und Grund aus ei­ner Hand bie­ten. Mög­lich ist auch, ei­nen Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer be­zie­hungs­wei­se -über­neh­mer mit dem Bau zu be­auf­tra­gen. Hier sind die Auf­trag­ge­ber die Bau­her­ren. Auf sie kommt in der Bau­pla­nungs­pha­se ei­ni­ges zu:

Be­bau­ungs­plan ein­se­hen: „Der Käu­fer soll­te mög­lichst schon vor den Kauf klä­ren, was auf dem Grund­stück mach­bar ist“, sagt Holger Schmidt, Bau­her­ren­be­ra­ter des Bau­her­ren-Schutz­bun­des. Es loh­ne sich, beim Bau­amt nach­zu­fra­gen, ob es ei­nen gül­ti­gen Be­bau­ungs­plan ge­be und was dar­in ge­re­gelt sei. „In der Re­gel ist die Art und Grö­ße der Be­bau­ung fest­ge­hal­ten“, weiß Schmidt. Eben­so könn­ten Ge­schoss­zahl, Fas­sa­den­ge­stal­tung oder First­hö­he vor­ge­schrie­ben sein.

Vor­ga­ben klä­ren: Der Bau­pla­ner muss un­ter an­de­rem wis­sen, wie das Haus auf das Grund­stück ge­baut wer­den darf. Da­zu müs­se der Bau- den La­ge­plan des Grund­stücks ein­se­hen, er­klärt Schmidt. Wenn das Grund­stück schon ver­mes­sen sei, könn­ten die Käu­fer den La­ge­plan über den Ver­mes­ser er­hal­ten, der die Ar­beit er­le­digt hat.

För­der­mög­lich­kei­ten prü­fen: Bei ei­nem Neu­bau kann es sich loh­nen, et­wa für en­er­ge­ti­sche Maß­nah­men För­der­gel­der zu be­an­tra­gen. Burk rät, un­ter an­de­rem die An­ge­bo­te der KfW zu prü­fen. „Da­für muss ich aber ge­wis­se Stan­dards beim Bau ein­hal­ten.“Für den An­trag sei da­her ei­ne de­tail­lier­te Bau­be­schrei­bung nö­tig.

Bau­grund­gut­ach­ten er­stel­len las sen: Ein Gut­ach­ten über die Be­schaf­fen­heit des Bo­dens ist kei­ne Pflicht. Aber: „Das Bau­grund­ri­si­ko ist ein ori­gi­nä­res Bau­her­ren­ri­si­ko“, warnt Schmidt. Stellt sich spä­ter her­aus, dass der Kel­ler falsch ab­ge­dich­tet sei, weil die Feuch­tig­keit des Bo­dens falsch ein­ge­schätzt wur­de, sei dies das Ri­si­ko des Bau­herrn. „Ein Bau­grund­gut­ach­ten er­stel­len zu las­sen, ge­bie­tet die Ver­nunft“, be­stä­tigt auch Eva Rein­hold-Pos­ti­na vom Ver­band Pri­va­ter Bau­her­ren. „Auch wenn man kei­nen Kel­ler bau­en will, soll­te man wis­sen, auf wel­chem Bo­den man baut.“

Grund­stück vor­be­rei­ten: Müs­sen vor dem Bau­be­ginn noch Bäu­me ge­fällt wer­den? Hier­für ge­be es kla­re Vor­schrif­ten, er­klärt Burk. „Wenn Bäu­me, die ei­nen be­stimm­ten Durch­mes­ser ha­ben, auf dem Grund­stück ste­hen, muss die Fäl­lung be­an­tragt wer­den.“Da­bei müss­ten Bau­her­ren wie­der­um be­ach­ten, dass Bäu­me nicht ganz­jäh­rig, son­dern nur zu be­stimm­ten Zei­ten ge­fällt wer­den kön­nen. „Der Bau­herr soll­te au­ßer­dem sei­nen Ver­trag dar­auf­hin prü­fen, ob das Bau­un­ter­neh­men oder er selbst für die Räu­mung des Grund­stücks ver­ant­wort­lich ist“, rät Pe­ter Burk vom In­sti­tut Bau­en und Woh­nen.

Ener­gie­ver­sor­ger kon­tak­tie­ren: Für den Bau be­nö­ti­gen die Hand­wer­ker na­tür­lich Strom und Was­ser. „Ich muss al­so vor Bau­be­ginn klä­ren, wo die An­schlüs­se lie­gen und wer da­für sorgt, dass sie ans Haus kom­men“, sagt Burk. An­sprech­herr part­ner sei­en üb­li­cher­wei­se die ört­li­chen Ver­sor­ger, bei de­nen auch Baustrom und Bau­was­ser be­an­tragt wer­den kön­ne. „Even­tu­ell lohnt es sich, die An­schlüs­se für den fer­ti­gen Bau gleich mit­zu­be­an­tra­gen.“

Bau­an­trag stel­len: Ist der Bau­herr mit den Pla­nun­gen ein­ver­stan­den, kann der Bau­an­trag zum Bau­amt ge­schickt wer­den. Wie lan­ge die Prü­fung dau­ert, hän­ge von den Vor­aus­set­zun­gen ab, er­klärt Schmidt. „Wenn es sich um ein Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­haus han­delt, der Be­bau­ungs­plan vor­liegt und man sich an die Vor­ga­ben des Be­bau­ungs­plans hält, kann der An­trag in­ner­halb ei­nes ver­ein­fach­ten Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens be­wil­ligt wer­den.“In die­sem Fall wer­de das Vor­ha­ben le­dig­lich zur Kennt­nis ge­nom­men. „In der Re­gel soll­te dann nach spä­tes­tens vier Wo­chen die Ge­neh­mi­gung vor­lie­gen“, weiß Schmidt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.