Ein Ver­ein soll den „Dorf­treff“Balz­hau­sen be­trei­ben

In­ter­es­sen­ten vor­han­den. Ge­mein­de­rä­te stim­men für Grün­dung ei­ner Ver­ei­ni­gung und sa­gen Un­ter­stüt­zung zu

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON KARL KLEIBER

Balz­hau­sen Nach­dem die Sa­nie­rung der ehe­ma­li­gen Braue­r­ei­gast­stät­te „Kro­ne“na­he­zu voll­endet ist, stellt sich dem Ge­mein­de­rat die Fra­ge nach der Nut­zung ei­nes gro­ßen Be­reichs im öst­li­chen Erd­ge­schoss, der vom Grund­ge­dan­ken her ein Ort der Be­geg­nung wer­den sol­le. Hier kön­nen sich Men­schen tref­fen, um be­stimm­te Ak­ti­vi­tä­ten zu­sam­men zu ma­chen oder um ein­fach ei­nen ge­müt­li­chen Nach­mit­tag zu ver­brin­gen. Ur­sprüng­lich nann­te man dies „Dorf­ca­fe“, nun spricht man von ei­nem „Dorf­treff“.

Be­reits bei der Bür­ger­ver­samm­lung En­de März wur­den Rund­schrei­ben mit Fra­ge­bö­gen ver­teilt, bei de­nen die Ein­woh­ner über die künf­ti­ge Nut­zung und den Be­trieb die­ser Rä­um­lich­keit be­fragt wur­den. Über­wie­gend wur­de bei den vie­len Rück­ant­wor­ten die Ein­rich­tung ei­nes Dorf­treffs für gut und er­stre­bens­wert ge­hal­ten, merk­te Bür­ger­meis­ter Da­ni­el May­er bei der letz­ten Sit­zung vor der Som­mer­pau­se an.

„Auf­grund der ho­hen Kos­ten und steu­er­li­chen so­wie recht­li­chen Hin­der­nis­se, ist es der Ge­mein­de nicht mög­lich, di­rekt als Trä­ger des Dorf­treffs auf­zu­tre­ten. Da­für Steu­er­mit­tel zu ver­wen­den, ist nicht nach­voll­zieh­bar. Ein Ver­kauf oder die Ver­pach­tung der Rä­um­lich­keit hät­te zur Fol­ge, dass ein Teil der För­der­mit­tel wie­der zu­rück­ge­zahlt wer­den müss­te, was den Kos­ten­an­teil der Ge­mein­de an der Sa­nie­rung merk­lich er­hö­hen wür­de“, so May­er.

Ein gang­ba­rer Weg wä­re die Grün­dung ei­nes Ver­eins, un­ter des­sen Trä­ger­schaft der Dorf­treff be­trie­ben wer­den könn­te, so May­er wei­ter. Hier hät­te die Ge­mein­de kei­nen di­rek­ten Ein­fluss auf die Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten. Um dem noch zu grün­den­den Ver­ein ei­ne wirk­sa­me Start­hil­fe zu ge­ben, wer­de die Ge­mein­de den Treff aus­stat­ten so­wie die Rä­um­lich­keit kos­ten­los zur Ver­fü­gung stel­len.

Wei­ter be­rich­te­te der Bür­ger­meis­ter, dass En­de Ju­ni erst­mals ei­ne Be­spre­chung mit ei­nem in­ter­es­sier­ten Per­so­nen­kreis zum Be­trieb des Dorf­treffs statt­ge­fun­den ha­be. Die­se wä­ren be­reit, un­ter ak­zep­ta­blen Vor­aus­set­zun­gen ei­nen Ver­ein zum Be­trei­ben des Treffs zu grün­den. Be­schlos­sen wur­de da­mals: Ab­klä­rung der wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, Er­ör­te­rung der Mo­da­li­tä­ten für den Be­trieb so­wie die Ein­lei­tung wei­te­rer Schrit­te zur Ver­eins­grün­dung.

Nun stell­te May­er die Fra­ge, wie sich der Ge­mein­de­rat zu die­ser Pla­nung des Vor­ha­bens stel­le. Wolf­gang Neu er­in­ner­te, man ha­be im April 2017 ein­stim­mig den Be­schluss ge­fasst, ei­nen Dorf­treff zu er­rich­ten. Die­ser sei auch Grund­la­ge des Rund­schrei­bens mit Fra­ge­bo­gen ge­we­sen. Herbert Wie­ser sprach sein Lob den Per­so­nen aus, die den Treff be­trei­ben wol­len. „Ich fin­de es toll, wenn Pri­vat­per­so­nen be­reit sind, das Be­triebs­ri­si­ko für die­se so­zia­le Ein­rich­tung auf sich zu neh­men, denn es ste­hen ja er­heb­li­che Fi­nan­zen im Raum, auch wenn ein Ver­ein als Trä­ger da ist“, sag­te Zwei­te Bür­ger­meis­te­rin Ade­lin­de Baur. „Die Bür­ger müs­sen die Ein­rich­tung auch an­neh­men, da­mit die Be­trei­ber ei­ne Si­cher­heit ha­ben“. Die Ge­mein­de, so der Rat­haus­chef, über­las­se dem noch zu grün­den­den Ver­ein, wie er den Dorf­treff be­trei­ben wer­de. Die­se be­kom­me, um ei­ne so­li­de Ba­sis zu ha­ben, ei­ne 25-jäh­ri­ge Be­triebs­er­laub­nis.

In den fol­gen­den Re­de­bei­trä­gen von Michae­la Lein­we­ber, Wolf­gang Bol­lin­ger, Herbert Wie­ser und Wolf­gang Neu kam uni­so­no zum Aus­druck, dass man dem Treff und des­sen Be­trei­bern erst ein­mal ei­ne Chan­ce zum Be­gin­nen ge­ben sol­le. Die Ent­schei­dung für ei­nen Dorf­treff sei ge­fal­len und man sol­le nun auch da­zu ste­hen. Soll­te der Be­trieb ein Mi­nus ma­chen, müs­se die Ge­mein­de die Ein­rich­tung den­noch fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen. Au­ßer Herbert Scheff­ler wa­ren al­le für die Grün­dung ei­nes Ver­eins.

Foto: Karl Kleiber

Im öst­li­chen Un­ter­ge­schoss­teil der Ex Braue­r­ei­gast­stät­te Streh­le wur­de ein gro­ßer Raum ge­schaf­fen, der als Be­geg­nungs­stät­te für die Bür­ger Balz­hau­sens ge­eig­net ist. Für den Be­trieb des „Dorf­treffs“wird nun ein ei­ge­ner Ver­ein ge­grün­det. Rechts im Bild die Flucht­trep­pe für das Ober­ge­schoss.

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