„Glück“für die Krum­ba­cher In­nen­stadt

War­um das neu ge­stal­te­te Re­form­haus Glück im Zen­trum der Kreis­stadt als Vor­zei­ge­un­ter­neh­men gilt

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft In Der Region - VON GER­TRUD ADLASSNIG UND PE­TER BAU­ER

Krum­bach „Das geils­te Re­form­haus Deutsch­lands“gibt es in Krum­bach: So ein spon­ta­nes Lob ei­nes nam­haf­ten Kol­le­gen tut ganz ein­fach gut. Mit ei­nem Lä­cheln er­zählt Wolf­gang Jo­han­nes von ei­ner E-Mail, die ihm Michael Mayr aus Pla­negg, In­ha­ber ei­nes der be­kann­tes­ten Re­form­häu­ser Deutsch­lands, ge­schickt hat.

Jo­han­nes‘ neu­es Re­form­haus gilt als ei­ne Art „Aus­hän­ge­schild“der Krum­ba­cher In­nen­stadt. Wolf­gang Jo­han­nes denkt in die­sen Ta­gen aber auch im­mer wie­der an die Zeit zu­rück, in der er star­ke Zwei­fel hat­te. Zwei­fel, ob all das zu schaf­fen ist, was er sich vor­ge­nom­men hat­te. Die kom­plet­te Neu­ge­stal­tung sei­nes Re­form­hau­ses, der Um­zug auf den Krum­ba­cher Markt­platz, das neue Kon­zept mit Se­mi­na­ren, Kur­sen und auch Ca­te­ring. Lan­ge be­fand sich das Re­form­haus mit dem mar­kan­ten Na­men Glück in der Krum­ba­cher Karl-Man­tel-Stra­ße. Fünf Mit­ar­bei­ter wa­ren es vie­le Jah­re. Nach dem Um­zug auf den Markt­platz sind es 20 Mit­ar­bei­ter. Vom Fach­bü­ro Ci­ma, das der­zeit den Pro­zess zur Be­le­bung der Krum­ba­cher In­nen­stadt be­glei­tet, wird das Re­form­haus Glück im­mer wie­der als Vor­zei­ge­un­ter­neh­men ge­lobt. In­ha­ber Wolf­gang Jo­han­nes zei­ge mit sei­ner ent­schlos­se­nen Initia­ti­ve, dass Leer­stän­de in ei­ner In­nen­stadt nicht auf im­mer so blei­ben müs­sen.

Wolf­gang Jo­han­nes er­zählt von den An­fän­gen in der Nach­kriegs­zeit. „Die Re­form­haus­grün­de­rin Glück, die 1951 zu­sam­men mit ih­rem Krum­ba­cher Mann das Haus in der Karl-Man­tel-Stra­ße auf­ge­baut hat, stamm­te aus Wie­ner Neu­stadt in Nie­der­ös­ter­reich.“Spä­ter wur­de das Haus von Jo­han­nes‘ Groß­mut­ter Gil­da Zieg­ler und sei­ner Tan­te Irm­lind Bey­er­le ge­führt.

Jo­han­nes über­nahm das Re­form­haus 2005. Er hat­te ei­ne kauf­män­ni­sche Leh­re ab­sol­viert, dann ließ er sich auf der Re­form­haus­fach­aka­de­mie bei Frank­furt zum Er­näh­rungs­be­ra­ter aus­bil­den. 2005 ließ er das Re­form­haus in der Karl-Man­telStra­ße um­fas­send neu ge­stal­ten, dar­auf er­hielt er vom Re­form­haus- Ver­band die Aus­zeich­nung „Re­form­haus des Jah­res“. Sie war für Jo­han­nes Ansporn, ei­nen wei­te­ren ent­schei­den­den Schritt zu ge­hen: Um­zug, Ver­grö­ße­rung, ein völ­lig neu­es un­ter­neh­me­ri­sches Kon­zept. Vie­le Jah­re such­te er nach ge­eig­ne­ten Rä­um­lich­kei­ten. Im Ge­spräch war un­ter an­de­rem das al­te Kino in der Krum­ba­cher Karl-Man­tel-Stra­ße. Schließ­lich fiel sei­ne Wahl auf das leer ste­hen­de Lipp-Ge­bäu­de am Markt­platz. 2006, wäh­rend der Um­bau­ar­bei­ten in der Karl-Man­telStra­ße, „wa­ren wir schon vier Mo­na­te hier drin. Nun schließt sich nach elf Jah­ren der Kreis“, sagt der In­ha­ber er­freut.

Sein ak­tu­el­les Ge­schäfts­mo­dell ba­siert auf drei Säu­len. Im Bis­tro „Jo“wer­den ve­ga­ne/ve­ge­ta­ri­sche Ge­rich­te an­ge­bo­ten, „selbst ge­macht“mit Zu­ta­ten aus dem ei­ge­nen Re­form­haus. Das Bis­tro mit sei­nen acht Mit­ar­bei­tern wird von Ra­mo­na Ku­en or­ga­ni­siert, die vie­len durch ih­re Auf­trit­te in ver­schie­de­nen Fern­seh-Koch­shows be­kannt ist. Ein wei­te­rer Schwer­punkt ist der Be­reich Na­tur­kos­me­tik, Na­tur­heil­mit­tel, Nah­rungs­er­gän­zung. Der 39-jäh­ri­ge Krum­ba­cher Wolf­gang Jo­han­nes gilt in die­sem Be­reich als Ex­per­te, des­sen Rat bei­spiels­wei­se von Men­schen mit All­er­gi­en, die ih­re Er­näh­rung um­stel­len wol­len, sehr ge­schätzt wird. Im Be­reich Le­bens­mit­tel bie­tet das Re­form­haus Glück schließ­lich das Voll­sor­ti­ment ei­nes Bio­mark­tes an, un­ter an­de­rem auch Bio-Din­kel­brot, das der be­freun­de­te Krum­ba­cher „Zit­her­bäck“für Jo­han­nes bäckt.

Gut ent­wi­ckelt ha­be sich das ve­gan-ve­ge­ta­ri­sche Ca­te­ring, an­ge­bo­ten wer­den Vor­trä­ge und Koch­kur­se. Mög­lich ist es, das Lokal für Ver­an­stal­tun­gen wie Ge­burts­ta­ge oder Hoch­zei­ten an­zu­mie­ten. Das Re­form­haus Glück sorgt dann für die Be­wir­tung. Die­sen Weg möch­te Jo­han­nes wei­ter ge­hen, das An­ge­bot wei­ter aus­bau­en.

In­zwi­schen ist im Re­form­haus ei­ne Aus­zu­bil­den­de be­schäf­tigt, ab Sep­tem­ber wer­den es zwei sein. Auch hier zeigt sich, dass Jo­han­nes mit sei­nem Kon­zept ei­ne neue Di­men­si­on er­reicht hat. Ge­blie­ben ist bis heu­te der Tra­di­ti­ons­na­me „Glück“. Er sei ein­präg­sam und ein­fach schön, sagt Jo­han­nes. Und mit Blick auf den an­hal­ten­den Er­folg sa­gen nicht we­ni­ge, dass er Wolf­gang Jo­han­nes im wahrs­ten Wort­sinn Glück ge­bracht hat.

Die Grün­de­rin kommt aus Wie­ner Neu­stadt

Foto: Ger­trud Adlassnig

Das Re­form­haus Glück gilt als ein „Aus­hän­ge­schild“der Krum­ba­cher In­nen­stadt. Un­ser Bild zeigt In­ha­ber Wolf­gang Jo­han­nes und Kö­chin Sa­rah Wank. Jo­han­nes’ Ge­schäfts mo­dell be­steht aus haupt­säch­lich drei Be­stand­tei­len.

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