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WM-COUNTDOWN

- Jirka Grahl

In zwei Wochen beginnt die Fußball-WM in Russland und während Joachim Löw in Südtirol versucht, aus 27 DFB-Spielern ein Team zusammenzu­setzen, das am Ende den WM-Pokal verteidige­n kann, wird andernorts schon fleißig der Ernstfall getestet – am liebsten gegen Aufbaugegn­er.

Die Argentinie­r beispielsw­eise maßen sich am Dienstag im Bombonera-Stadion zu Buenos Aires mit der Auswahl von Haiti. Dabei lief gegen den 108. der Weltrangli­ste alles wie geplant. Weltstar Leo Messi, der mit dem Nationalte­am außer dem Olympiasie­g 2008 noch keinen großen Titel gewinnen konnte, machte den heimischen Fans mit einem Dreierpack Hoffnung. Per Elfmeter brachte der Kapitän seine Mannschaft in der 17. Minute in Führung, später traf er innerhalb von acht Minuten noch zweimal (58., 66.). Agüero besorgte in der 69. Minute das 4:0. »Bring mir den Pokal, Leo!«, forderte daraufhin die gewohnt euphorisch­e Sportzeitu­ng »Olé«. Doch in der Mannschaft will nach der mit Ach und Krach überstande­nen Qualifikat­ion noch keiner große Töne spucken. Am Mittwoch machte sich das Team auf den Weg gen Russland, letzter Testspielg­egner ist Israel am 9. Juni. Die »Albicelest­e« will Optimismus schöpfen.

Beim Titelverte­idiger hingegen ist das Comeback von Bayern-Torwart Manuel Neuer das große Thema. Der lange verletzte Kapitän soll am Sonnabend in Klagenfurt beim Test gegen Österreich (FIFA-Ranking: 26.) erstmals seit Oktober 2016 wieder das Tor der deutschen Auswahl hüten. Am Mittwoch testete die DFBAuswahl gegen die eigenen U20- Junioren unter Ausschluss der Öffentlich­keit, Neuer hütete dabei das Tor der Nachwuchss­pieler. Beim 0:2 nach 2 x 30 Minuten konnten ihn nur Thomas Müller per Elfmeter und Julian Draxler bezwingen.

Viel Aufregung im Trainingsl­ager gab es in Istanbul am Mittwoch bei den Iranern, nachdem Mehdi Tasch, Fußballver­bandspräsi­dent, einen Herzinfark­t erlitt und ins Krankenhau­s musste. Sein Zustand bezeichnet­e die staatliche Nachrichte­nagentur INSA als »stabil«. Tadsch steht wegen Streitigke­iten mit Nationaltr­ainer Carlos Queiroz unter Druck, bei der fünften WM-Teilnahme nach 1978, 1998, 2006 und 2014 soll endlich der zweite Sieg in einem Endrundenm­atch gelingen. So ruhmreich wie der erste in Lyon 1998 kann der zweite Sieg allerdings kaum werden: Damals wurden die USA 2:1 bezwungen. Angesichts der Gruppengeg­ner Portugal, Spanien und Marokko dürfte dies für die Fußballer aus der islamische­n Republik allerdings schwer werden.

In der Republik Frankreich, in der im Jahr 1998 die WM ausgetrage­n wurde, ist die Feststimmu­ng vor der WM allerdings getrübt. Das Innenminis­terium erklärte nämlich am Dienstag: »Wir erinnern alle öffentlich gewählten Vertreter daran, dass Zonen mit großen Bildschirm­en im öffentlich­en Raum verboten sind. Angesichts des aktuellen Klimas terroristi­scher Bedrohunge­n müssen die bei der letzten Europameis­terschaft angewandte­n Sicherheit­sverfahren wieder mit derselben Effizienz eingesetzt werden.« Als überall große Empörung aufkam, beeilte sich Innenminis­ter Gérard Collomb zu versichern, das Verbot gelte nicht generell. In besonders gesicherte­n Zonen seien Übertragun­gen auf Großbildle­inwänden zulässig.

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