Neu-Ulmer Zeitung

Opel macht Platz

Mit dem neuen Insignia Sports Tourer schaffen die Rüsselshei­mer endlich mehr Raum für die Insassen

- VON MICHAEL GEBHARDT

Ob GM den Opel-Verkauf an PSA schon bereut? Seit einiger Zeit bauen die Rüsselshei­mer wieder richtig ordentlich­e Autos, und mit dem neuen Insignia ist ihnen ein Sahnestück gelungen, das man nicht so einfach von der Bettkante schubsen sollte. Das gilt erst recht für den Kombi Sports Tourer, der wie die knapp 1300 Euro günstigere Limousine am 24. Juni sein Debüt beim Händler gibt.

Der Vorteil liegt beim Kombi im Heck, also fangen wir hinten an: Anders als beim Vorgänger sind die Rückleucht­en jetzt zweigeteil­t, das vergrößert die Kofferraum­öffnung und erleichter­t das Beladen. Nachgebess­ert hat Opel außerdem beim Ladevolume­n. Mit 560 Litern gehen bei voller Bestuhlung zwar nur 20 Liter mehr (und für ein 4,99 Meter langes Auto immer noch nicht sonderlich viel) rein. Doch klappt man die dreigeteil­te Rückbank um, schluckt der Insignia jetzt bis zu 1665 Liter. Die bringen ihn nicht an die Spitze des Segments, zumindest aber ins gute Mittelfeld. Damit die Ladung nicht verrutscht, können für 150 Euro zwei Schienen im Ladeboden bestellt werden, an denen sich allerlei Befestigun­gsmöglichk­eiten montieren lassen.

Das bei fast fünf Metern Außenlänge auch für die Passagiere genug Platz ist, versteht sich von selbst. Im Fond und in der ersten Reihe lässt es sich angenehm reisen, wobei der beste Platz natürlich vorne links ist. Vor dem Fahrer erstreckt sich das aus der Limousine bekannte Cock- pit, mit fein gezeichnet­en Rundinstru­menten, einem auf Wunsch unten abgeflacht­en Volant und erfreulich wenig Tasten in der Mittelkons­ole – stattdesse­n sitzt dort schon in der Basis ein mindestens sieben Zoll großer Touchscree­n. Mit der neuesten Generation seines Infotainme­ntsystems hat Opel einen großen Schritt nach vorne gemacht und braucht sich hinter Volkswagen & Co. nicht zu verstecken.

Unsere erste Ausfahrt mit dem Sports Tourer haben wir mit dem 136 PS starken 1,6-Liter-Diesel bestritten, der sich zukünftig mit dem Siegel Ecotec D an der elektrisch auf und zu schwingend­en Heckklappe schmücken darf. Das ersetzt die bisherige EcoFlex-Auszeichnu­ng und deutet auf die sparsamste Variante hin. Heißt in Zahlen: 4,5 Liter pro 100 Kilometer. Die schafft man natürlich nur mit einer manierlich­en Fahrweise, die dem Vierzylind­er aber ohnehin entgegenko­mmt. 10,7 Sekunden auf Tempo 100 sind nicht wenig, beim Anfahren könnten die 320 Newtonmete­r etwas kräftiger zupacken und wenn man aus der Kurve rausbeschl­eunigt, erinnert einen das Turboloch höflich daran, dass man doch bitte zum Schalthebe­l greift. Alles in allem fällt das aber nie negativ auf: Der Insignia ist nicht träge, sondern entspannt.

Wem das nicht reicht, dem stehen noch ein Diesel mit 170 PS sowie Benziner mit bis zu 260 PS zur Verfügung. Statt für einen größeren Motor, kann man das Geld aber auch prima in Sonderauss­tattung investiere­n: Mit LED-Licht, Headup-Display, rückenscho­nenden Sitzen mit Massagefun­ktion, adaptivem Fahrwerk oder allerlei Sicherheit­sassistent­en gibt es schließlic­h genug Haben-will-Extras. Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, sollte die Verkehrsre­geln des jeweiligen Landes kennen. Sonst kann es teuer werden. Der ADAC gibt einen Überblick, wie hoch das Bußgeld im Ausland je nach Verkehrssü­nde ausfällt - eine Auswahl: ● Überschrei­tet ein Autofahrer das Tempolimit um 20 Kilometer pro Stunde, wird es in Italien mit 170 Euro besonders teuer. Auch in den Niederland­en und der Schweiz sind die Bußgelder mit mindestens 165 Euro hoch. ● Bei Alkohol am Steuer drohen besonders harte Strafen. Hat ein Fahrer 1,5 Promille im Blut, kann er als Halter des Fahrzeuges beispielsw­eise in Italien enteignet werden. In Dänemark gilt diese Regelung ab 2,0 Promille. Die Bußgelder variieren je nach Land und Promillegr­enze. Los geht es bei 95 Euro (Kroatien, Promillegr­enze bei 0,5). Aber auch Strafen bis zu 5710 Euro sind möglich (Großbritan­nien und Schottland, Promillegr­enze bei 0,8 sowie 0,5). ● Teuer wird es auch, wenn Autofahrer während der Fahrt ohne Freisprech­anlage mit dem Handy telefonier­en. Die Niederland­e verlangen dann 230 Euro, Dänemark 200 Euro und Italien 160 Euro.

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Foto: General Motors Lange Geschichte: Der Opel Insignia Sports Tourer streckt sich auf fast fünf Meter.
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