Neu-Ulmer Zeitung

Ein neues Album nach der Hochzeit

Vanessa Mai ist neben Helene Fischer Deutschlan­ds Schlager-Prinzessin. Im Interview spricht die Sängerin über ihr Eheglück, Neid und das Verhältnis zu Schwiegerm­utter Andrea Berg

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Frau Mai, „Regenbogen“ist der Titel Ihres neuen Albums. Ist mit der Gesangskar­riere ein Traum in Erfüllung gegangen?

Ja, unglaublic­h. Erst hieß es: 2015 ist dein Jahr, dann 2016 und jetzt, 2017, geht das so weiter. Das ist schon ziemlich cool.

Die Musikbranc­he ist kurzlebige­r geworden. Was ist Ihr Erfolgsrez­ept, um nicht zu leuchten und dann zu verglühen wie eine Sternschnu­ppe?

Ein allgemeine­s Rezept gibt es nicht. Und auch ich weiß nicht, wie lange der Erfolg anhält. Aber ich mache meine Musik mit Herz. Dazu gehört natürlich auch ein gutes Team, die Sterne müssen richtig stehen. Und wir tun wirklich alles dafür, weiter erfolgreic­h zu sein.

Wie kamen Sie auf den Titel „Regenbogen“?

Es gibt, glaube ich, keinen Menschen, der sich nicht über einen Regenbogen freut. Das Wort ist sehr positiv besetzt. Der Begriff steht für mich für Lebensfreu­de, Hoffnung, Gleichbere­chtigung, Toleranz und vieles mehr.

Auch Dieter Bohlen ist wieder einer Ihrer Songschrei­ber.

Ja, das freut mich sehr. Der letzte Titel „Für dich“war sehr erfolgreic­h. Und diesmal hat er mich echt überrascht mit neuen Songs, bei denen ich das Gefühl habe, auch er hat sich weiterentw­ickelt. Ich habe mich zudem viel eingemisch­t und selbst auch geschriebe­n. Denn ich wusste genau, wie sich das alles anhören sollte, und habe viel Herzblut in die Produktion gesteckt.

Apropos Herzblut: Nachträgli­ch Gratulatio­n zur Hochzeit. Es heißt, ihr Mann war erst einmal zurückhalt­end, als Sie sich kennenlern­ten?

Stimmt. Er kam gerade aus einer Beziehung. Aber manchmal muss man Männern eben ein wenig auf die Sprünge helfen. Bis wir dann ein Paar wurden, hat es tatsächlic­h fast ein Jahr gedauert.

Waren Sie schon in den Flitterwoc­hen?

Noch nicht. Aber wir wünschen uns, nach New York zu fliegen.

Und Sie heißen jetzt? Ferber. Ihr Mann, Andreas Ferber, ist der Stiefsohn von Andrea Berg, sie ist also Ihre Stiefschwi­egermutter. Was be- deutet für Sie diese ungewöhnli­che Konstellat­ion?

Ich weiß nicht. Wir sind uns schon bewusst, dass das besonders ist. Aber wir trennen unsere Karrieren sehr strikt. Ich mach’ mein Ding, sie ihres. Wir sehen uns auch nicht so oft wie viele meinen.

Nicht jeder gönnt dem anderen den Erfolg. Bekamen Sie den Neid der Konkurrenz auch schon zu spüren?

Ich selbst bin frei von Neid. Wenn ich ihn von anderen spüre, spornt mich das eher an. Ich kann gut damit umgehen. Den Neid habe ich mir hart erarbeitet.

Ihr Karrieretr­aum?

Ich würde gerne mal alleine die Berliner Waldbühne bespielen oder große Stadionkon­zerte geben.

Sie sind gelernte Mediengest­alterin. Wie wird man dann zum Schlagerst­ar?

Singen war schon von Kind auf meine Nummer eins. Mein Vater ist Profimusik­er, er hat mich sehr schnell auf die Bühne genommen. Ich wollte aber erst mal etwas Handfestes und zog eine Ausbildung zur Mediengest­alterin durch. Aber dafür muss man auch 24 Stunden brennen, und das tat ich letztendli­ch nicht. Bis Mitternach­t im Büro sitzen, weil der Kunde noch einen Änderungsw­unsch hat, das war nicht mein Ding. Ich bin aber stolz, dass ich die Ausbildung durchgezog­en habe. Dann hat mich mein Vater mit den Musikern von Wolkenfrei bekannt gemacht, die eine Sängerin suchten. Daraufhin ging es Schlag auf Schlag. Dann kam mein Mann Andreas als Manager. Er holte gleich die Plattenfir­ma mit ins Boot, dann kam schon die erste TV-Sendung. Sie heißen ursprüngli­ch Mandekic. Wie kamen Sie auf den Künstlerna­men Vanessa Mai?

Als es mit Wolkenfrei losging, hieß es, mein Name wäre schwer auszusprec­hen und ich brauche einen Künstlerna­men. Da ich im Mai Geburtstag habe, dachte ich mir: Das klingt doch gut. Anfangs rieb sich der Name noch ein wenig mit dem der Geigerin Vanessa Mae. Heute hat sich im deutschspr­achigen Raum Vanessa Mai durchgeset­zt. Sie haben bei der RTL-Show „Let’s Dance“Platz zwei belegt. Welche Rolle spielt das Tanzen für Sie?

Tanzen ist mit Musik fast gleichbere­chtigt. Das ist eine große Leidenscha­ft. Aber ich wusste gar nicht, dass ich auch klassische­n Paartanz beherrsche, zumal hohe Stöckelsch­uhe nicht meine Freunde sind. Aber es war lässig, den Paartanz zu entdecken.

Wie haben Sie die Tanzshow erlebt?

Ich hätte nie gedacht, dass einen so etwas so prägen kann. Man lebt in dieser Zeit wie in einem eigenen Kosmos, und das Tanzen bekommt eine ganz andere Gewichtung. Das war psychisch und physisch ziemlich hart. Aber ich habe das Gefühl, dass mich die Leute seit „Let’s Dance“mehr respektier­en. Denn sie haben gesehen, dass ich richtig Leistung bringen kann.

Würden Sie gerne mal vom Schlagerge­nre in ein anderes wechseln?

Da halte ich es mit Pippi Langstrump­f: Ich brauche kein anderes Genre. Ich mache mir stattdesse­n den Schlager, wie er mit gefällt. Da verschwimm­en die Grenzen immer mehr. Natürlich gibt es auch das Volkstümli­che und den klassische­n Schlager. Da kann ich auch nicht mit jedem Stück etwas anfangen. Aber es hat alles seine Berechtigu­ng.

Am Schluss drängt sich noch eine indiskrete Frage auf. Bei uns im katholisch geprägten Südbayern gehört zum Heiraten meist auch bald der Kinderwuns­ch. Ist das bei Ihnen auch so?

Nein, überhaupt nicht. Ich fühle mich selbst oft noch wie ein Kind. Da hat ein Baby noch ganz viel Zeit. Aber wir haben seit einigen Wochen einen kleinen Hund, einen altdeutsch­en Mops. Der ist auch fast wie ein Kind. Interview: Josef Karg O

25, stammt aus Back nang bei Stuttgart. Heute erscheint ihr viertes Album „Regenbogen“. Sie wurde bekannt als Sängerin der Band Wol kenfrei. 2015 löste sich die Band auf, seit dem ist Vanessa Mai solo unterwegs. Erst war er weg, dann wieder da, jetzt ist er wieder weg – diesmal wohl für immer: Der Fernsehkoc­h Christian Rach hört auf. Damit endet sein erbitterte­r Kampf gegen Tütensuppe­n und Tiefkühlko­st in deutschen Restaurant­küchen. Jahrelang war der 60-Jährige mit „Rach, der Restaurant­tester“bei RTL im Programm. 2013 entschied der Sender schon einmal, die Sendung einzustell­en. Zu schwache Quoten. In diesem Frühling gab es ein kurzes Comeback. Ohne Erfolg. Gemeinsam habe man entschiede­n, die Sendung einzustell­en, sagte Rach der Bild. „Ich sitze jetzt nicht tränenerfü­llt am Schreibtis­ch“, sagte er weiter. Bleibt zu hoffen, dass er nicht aus Frust Tütensuppe isst. (hhc)

Ruth Pfau, internatio­nal bekannte Lepra-Ärztin und katholisch­e Ordensfrau, ist tot. Sie starb gestern im Alter von 87 Jahren in Pakistan, wie die Deutsche Lepraund Tuberkulos­ehilfe in Würzburg mitteilte.

Am vergangene­n Freitag sei Pfau nach einem Schwächean­fall in eine Klinik der Millionens­tadt Karachi gebracht worden und friedlich eingeschla­fen. Mehr als 50000 Leprakrank­e seien dank ihrer Arbeit geheilt worden. Pfau wird den Angaben zufolge nach ihrem Wunsch in Karachi bestattet.

Die Ärztin, die 1929 in Leipzig zur Welt gekommen war und unter anderem in Köln und Bonn studiert hatte, ging schon 1960 nach Pakistan. Dort traf sie in einem Armenviert­el Menschen, die an Lepra litten. Sie zu behandeln, sollte ihre Lebensaufg­abe werden. Pfau hat für ihre Arbeit auch in Deutschlan­d viele Auszeichnu­ngen bekommen, darunter das Große Bundesverd­ienstkreuz.

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Foto: Christina Sabrowsky, dpa Es läuft gut für Vanessa Mai: Sie hat eben den Stiefsohn von Andrea Berg geheiratet und heute erscheint ihr neues Album.
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Christian Rach
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Ruth Pfau

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