Größ­tes Ten­nis

Ro­ger Fe­de­rer ge­winnt in Aus­tra­li­en das Du­ell der Alt­meis­ter mit Ra­fa­el Na­dal.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - SPORT -

be­nen Pro­fi noch ein­mal ein Gran­dSlam-Ti­tel nach 2012 in Wim­ble­don.

„Ich war nicht si­cher, ob ich es hier­her schaf­fen wür­de“, sag­te der im vo­ri­gen Jahr am lin­ken Knie ope­rier­te Fe­de­rer. „Ich wä­re auch mit ei­ner Nie­der­la­ge glück­lich ge­we­sen, das Come­back war per­fekt – so, wie es war“, sag­te der Grand-Slam-Re­kord­sie­ger. Sei­ne ge­ra­de­zu mär­chen­haf­te Rück­kehr in die höchs­te Ten­nis-Eta­ge fand ges­tern im ver­wan­del­ten zwei­ten Match­ball nach 3:38 St­un­den in der Rod-La­ver-Are­na ei­nen nie er­war­te­ten Hö­he­punkt. „Ten­nis ist ein har­ter Sport. Wenn es ein Un­ent­schie­den ge­ben wür­de, wür­de ich es heu­te gern ge­gen Ra­fa ak­zep­tie­ren“, sag­te Fe­de­rer.

Der von sei­ner Hand­ge­lenks­ver­let­zung er­hol­te Na­dal schien zu­nächst un­tröst­lich, nach­dem er sei­nen 15. Grand-Slam-Ti­tel ver­passt hat­te, der ihm in der Rang­lis­te den al­lei­ni­gen zwei­ten Platz be­schert und nä­her an Fe­de­rer her­an­ge­bracht hät­te. „Wahr­schein­lich hat Ro­ger es ein biss­chen mehr ver­dient als ich“, er­klär­te der Aus­tra­li­en- Cham­pi­on von 2009 un­ter dem Bei­fall der Fans. Sei­nen Sil­ber­tel­ler hät­te er trotz­dem gern ge­gen den Nor­man Broo­kes Chal­len­ge Cup ein­ge­tauscht. „Es ist das drit­te Mal, dass ich das da ha­be – aber das da ist viel schö­ner“, sag­te Na­dal und zeig­te auf die Tro­phä­en.

Spä­ter füg­te der 30 Jah­re al­te Spa­nier hin­zu: „Ich bin nicht so trau­rig. Glück­li­cher als der Ti­tel macht mich, dass ich auf dem Platz ste­he und den Sport ge­nie­ßen kann. In so ei­nem Match kann je­der ge­win­nen. Und ehr­lich ge­sagt ha­be ich ihn oft in sol­chen Mat­ches ge­schla­gen.“Doch an die­ser Nie­der­la­ge, mit der sich Fe­de­rer für das Fi­na­le vor acht Jah­ren an glei­cher Stel­le re­van­chier­te, dürf­te er ei­ne Wei­le zu knab­bern ha­ben.

Im ne­un­ten Grand-Slam-Fi­na­le der bei­den nahm Na­dal sei­nem gro­ßen Ri­va­len zum Auf­takt des fünf­ten Sat­zes gleich den Auf­schlag ab. Doch Fe­de­rer stemm­te sich mit al­ler Macht ge­gen die 24. Nie­der­la­ge ge­gen den Links­hän­der, den er in den ers­ten drei Du­el­len in Aus­tra­li­en nicht hat­te be­sie­gen kön­nen.

In der im­mer in­ten­si­ver und bes­ser wer­den­den Be­geg­nung schaff­te er zum 3:3 den Aus­gleich. Die Ten­nis-Fans wa­ren in­zwi­schen mit­ge­ris­sen von der Par­tie und schie­nen mehr­heit­lich doch auf der Sei­te des Äl­te­ren, der so­gar 5:3 in Füh­rung ging. Im letz­ten Auf­schlag­spiel wehr­te Fe­de­rer zu­nächst zwei Break­bäl­le ab. Für ei­nen Auf­schlag be­müh­te er er­folg­reich den Vi­deo­be­weis und ver­gab dann ver­krampft den ers­ten Match­ball.

Beim zwei­ten ließ Na­dal nach ei­ner Vor­hand auf die Li­nie nach­schau­en – ver­geb­lich. Nach 3:38 St­un­den gab es für den sonst so be­herrsch­ten Fe­de­rer un­ter dem Flut­licht auf dem blau­en Hart­platz kein Hal­ten mehr.

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