Me­di­zi­ni­sche Hil­fe für Frie­dens­dorf-Kind

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS -

Kin­der aus dem Frie­dens­dorf In­ter­na­tio­nal – frü­her hieß es Frie­dens­dorf Oberhausen – be­kom­men im Lu­kas­kran­ken­haus seit Jah­ren Hil­fe. Jetzt konn­te dem klei­nen Ebri­ma ge­hol­fen wer­den: Der Drei­jäh­ri­ge aus Gha­na litt an den Fol­gen ei­ner Be­hand­lung in sei­nem Hei­mat­land. Er hat­te Säu­re ge­trun­ken, die Spei­se­röh­re war ver­ätzt, und die Ärz­te hat­ten ihn über ei­nen Schlauch durch die Bauch­wand er­nährt. Zu­rück­ge­blie­ben war „ein Loch von der Grö­ße ei­nes Zwei-Eu­ro-Stücks“, wie Pro­fes­sor Gui­do En­gel­mann, Chef­arzt der Kin­der­kli­nik, er­klärt. Im Lu­kas­kran­ken­haus stell­ten die Ärz­te fest, dass sich die Spei­se­röh­re wie­der er­holt hat­te. Nun hat Pro­fes­sor Pe­ter Go­retz­ki, Chef­arzt der Chir­ur­gi­schen Kli­nik I, die Bauch­wand des klei­nen Ebri­ma wie­der schlie­ßen kön­nen. In we­ni­gen Ta­gen wird er ins Frie­dens­dorf zu­rück­keh­ren. Ei­ne we­sent­li­che Auf­ga­be des Frie­dens­dorfs ist die Ein­zel­fall­hil­fe für Kin­der aus Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten, die zur me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung nach Deutsch­land ge­holt wer­den müs­sen. Gui­do En­gel­mann ist von der Ar­beit der Or­ga­ni­sa­ti­on und der Ko­ope­ra­ti­on mit dem Lu­kas­kran­ken­haus über­zeugt: „Wir kön­nen mit re­la­tiv we­nig Auf­wand die­sen Kin­dern ein­fach groß­ar­tig hel­fen. Die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Frie­dens­dorf funk­tio­niert wun­der­bar.“Die Hilfs­ein­rich­tung holt kran­ke und ver­letz­te Kin­der aus Kriegs- und Kri­sen­re­gio­nen zur me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung nach Deutsch­land. Nach dem Kli­nik­auf­ent­halt er­folgt die Re­ha­bi­li­ta­ti­on im Frie- dens­dorf. Jähr­lich kön­nen rund 1500 ver­letz­te oder kran­ke Mäd­chen und Jun­gen aus ei­nem Kriegs- oder Kri­sen­ge­biet durch das En­ga­ge­ment des Frie­dens­dor­fes und des­sen Pro­jekt­ar­beit so­wie der Ko­ope­ra­ti­on mit Kli­ni­ken in Deutsch­land be­han­delt wer­den. Da­nach keh­ren sie zu ih­ren Fa­mi­li­en zu­rück in die Hei­mat. Nur wenn ei­ne me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung in ih­rer Hei­mat nicht mög­lich, die­se in Deutsch­land aber er­folg­ver­spre­chend ist und nur wenn es ei­nen Kli­nik­platz zur kos­ten­frei­en Be­hand­lung des Kin­des gibt und die Fa­mi­lie des Kin­des sich selbst kei­ne Be­hand­lung im Aus­land leis­ten kann — nur dann fin­det ein klei­ner Pa­ti­ent Auf­nah­me im Frie­dens­dorf In­ter­na­tio­nal.

FO­TO: LU­KAS­KRAN­KEN­HAUS

Der drei Jah­re al­te Ebri­ma wur­de im Lu­kas­kran­ken­haus be­han­delt. Auf dem Spiel­platz vor der Kin­der­kli­nik – hier mit Chef­arzt Gui­do En­gel­mann und Ober­ärz­tin An­ke Es­ser – gab’s auch et­was Be­we­gung an der fri­schen Luft.

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