Die Band mit dem bren­nen­den K

Kürz­lich ha­ben Kraft­klub in ei­nem Lau­sit­zer Ta­ge­bau ein me­ter­ho­hes K ab­ge­fa­ckelt. Ein­fach, weil sie es kön­nen. „Gei­gel“nen­nen sie das, was so viel wie Spaß am Un­sinn be­deu­tet. Da­bei hat die Band wo­mög­lich deut­lich mehr im Sinn.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - ROCK UND POP - VON STE­FAN PETERMANN

Vor fünf Jah­ren pflüg­ten Kraft­klub mit Stil und Hal­tung in den deut­schen Gi­tar­ren­rock: Auf­tritt als Ru­del in Po­lo­hem­den, Oden an die säch­si­sche Hei­mat­stadt, aus­ver­kauf­te Kon­zer­te. Die­ser Ta­ge er­scheint ein neu­es, ihr drit­tes Al­bum, „Kei­ne Nacht für nie­mand“heißt es – die Re­fe­renz an Ton St­ei­ne Scher­ben ist of­fen­sicht­lich. Die Mu­sik dar­auf ist nach wie vor der gu­te, schnel­le bri­ti­sche In­die­rock der frü­hen Nough­ties, Hi­ves-Gi­tar­ren, Ener­gie, da­zu zap­pe­li­ger Sprech­ge­sang. Auf „Kei­ne Nacht“kom­men ei­ni­ge Va­ria­tio­nen da­zu: Dis­ko­beat, Orches­ter, ein biss­chen Schwei­ne­rock, an­ge­deu­te­ter Sto­ner, klei­ne­re Aus­brü­che vom Ge­wohn­ten. Fe­lix Brum­mer, Sän­ger, Tex­ter und Sprach­rohr der Chem­nit­zer, er­zählt, dass die Band das Lie­der­ma­chen eher in­tui­tiv be­trei­be und es sel­ten kon­zep­tio­nel­le Dis­kus­sio­nen dar­über ge­be, wo­hin die Rei­se ge­hen soll.

Viel­leicht ja doch. Denn rasch kommt er auf die Pau­se nach dem zwei­ten Al­bum zu spre­chen. Ging ja über­aus ra­sant für die Chem­nit­zer nach oben. Hat­ten sie für das De­büt fünf Le­ben lang Zeit, er­zähl­te der Nach­fol­ger „In Schwarz“von ei­ner Band, die es nicht fas­sen kann, was ihr ge­ra­de ge­schieht. „Ja, die ers­ten Jah­re sind in ei­nem Wim­pern­schlag ver­gan­gen“, sagt Brum­mer, „Wir sind da ein­mal so durch­ge­rauscht. ver­ständ­nis­se pro­gram­miert. Auf der ers­ten Sing­le „Dein Lied“heißt es im Re­frain: „Du ver­damm­te Hu­re, das ist dein Lied.“

Da­für ha­gel­te es Kri­tik. Nicht un­be­dingt nur des Wor­tes we­gen – bei dem, wo­für wir ste­hen. Aber nur noch Mu­sik zu ma­chen, die von je­dem rich­tig ver­stan­den wird, da kann man es auch blei­ben las­sen.“Er spricht da­von, wie es ist, das ly­ri­sche Ich kip­pen zu las­sen, über Bei- Mi­nu­ten Kom­men­ta­re zu Sa­chen ma­chen, die uns be­we­gen.“

In sei­nen Ant­wor­ten fällt auf, dass er im­mer wie­der ver­sucht, das Bild als Band mit Agen­da zu un­ter­lau­fen. Über Chem­nitz et­wa, ih­re mehr- ti­val, zu dem sie ein­hei­mi­sche Bands ein­la­den. „Lo­cals sup­por­ten kennt man schon vom Skate­boar­den. Und das soll­te sich nicht nur auf Sub­kul­tur be­schrän­ken, son­dern al­le Be­rei­che des Le­bens be-

FOTO: PHIL­IPP GLADSOME

Für die Chem­nit­zer Band Kraft­klub ging es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ra­sant nach oben. Dort hat sie sich jetzt ein­ge­rich­tet und legt mit „Kei­ne Nacht für nie­mand“das drit­te Al­bum vor.

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