Wer der Glo­cken­spiel­me­lo­die bis zum Dom­turm ge­folgt ist, sieht es auf ei­nen Blick: Dort fehlt et­was

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - REISE&ERHOLUNG -

ei­nem Sturm zum Op­fer. Seit­dem be­steht der den­noch ge­wal­tig him­mel­stre­ben­de Rest nur noch aus Chor, Qu­er­schiff und eben dem ge­gen­über­ste­hen­den Turm. Wenn nach Ein­bruch der Dun­kel­heit das Glo­cken­spiel Pau­se macht, wird das of­fe­ne In­ne­re des Turms von sich be­we­gen­den, wei­ßen Licht­punk­ten er­füllt. Auch die Künst­ler des Pro­jek­tes „Tra­jec­tum Lu­men“ha­ben die be­son­de­re Be­deu­tung der Ut­rech­ter Got­tes­häu­ser er­kannt. Sie be­to­nen wich­ti­ge Stel­len der Alt­stadt mit Licht­in­sze­nie­run­gen. So über­rascht zum Bei­spiel ein auf den klei­nen Platz vor der Bu­ur­kerk ge­stell­tes, neu­es Kir­chen­fens­ter. Bei Dun­kel­heit wird es an­ge­strahlt und taucht das Pflas­ter rund­her­um in bun­te Licht­far­ben.

Auch das Paus­hui­ze ist ein Ort, der auf die re­li­giö­se Ver­gan­gen­heit der Stadt ver­weist. Es ist der ehe­ma­li­ge Papst­pa­last, den der aus Ut­recht stam­men­de Ha­dri­an VI., der Leh­rer Karls V., nie be­woh­nen konn­te, weil er – ge­gen sei­nen Wil­len – zum Papst ge­wählt wur­de. Heu­te flat­tert, wenn es dun­kel ist, ei­ne wei­ße Tau­be aus Licht über die Fas­sa­de, ein Sym­bol des Frie­dens.

Ut­recht und sei­ne rei­che Kir­chen­ge­schich­te, das ist nicht nur ei­ne lan­ge Er­zäh­lung über die Ver­gan­gen­heit, auch die Ge­gen­wart schreibt neue Ka­pi­tel. Und da spie­len die über 200 Frei­wil­li­gen, die da­für sor­gen, dass die Kir­chen nicht nur zu den Got­tes­diens­ten oder Kon­zer­ten öff­nen, ei­ne tra­gen­de Rol­le. Auch dar­um, dass die vie­len Glo­cken der Stadt klin­gen, küm­mern sich Frei­wil­li­ge. Es sind die Frau­en und Män­ner der Klok­ken­lui­ders­gil­de, der Glo­cken­läu­ter­gil­de.

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