Wer sich vor­stellt, hat Er­folg

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KULTUR -

Ob vor der Haus­tür oder im Bü­ro: Plötz­lich lau­fen ei­nem re­gel­mä­ßig frem­de Men­schen über den Weg, die ei­nen freund­lich an­lä­cheln oder ei­nem grü­ßend zu­ni­cken, ehe man be­greift: Die ge­hen nicht mehr weg. Die woh­nen jetzt hier. Die ar­bei­ten jetzt hier. Nur wer sie sind und was sie tun, das ver­ra­ten sie nicht. Und dar­an hal­ten sie mit er­staun­li­cher Be­harr­lich­keit fest. Da­bei ist we­nig so wich­tig wie ei­ne or­dent­li­che per­sön­li­che Vor­stel­lung, wenn man neu in der Nach­bar­schaft ist oder zu ei­ner Kol­le­gen­schar stößt.

Wer ei­nen Raum be­tritt, in dem sich an­de­re be­fin­den, steht in der Pflicht zu grü­ßen. Ge­nau­so ver­hält es sich, wenn man ir­gend­wo neu ist: Dann ge­hört es sich, die Initia­ti­ve zu er­grei­fen, Gu­ten Tag zu sa­gen, sei­nem Ge­gen­über in die Au­gen zu se­hen, ihm die Hand zu ge­ben, den ei­ge­nen Vor- und Zu­na­men zu nen­nen und zu er­klä­ren, was ei­nen denn so her­ge­führt hat. Und zwar bei je­dem, von dem man denkt, dass man auch nur im Ent­fern­tes­ten ein­mal mit ihm zu tun ha­ben könn­te. Wir schrei­ben das des­halb an die­ser Stel­le so de­tail­liert auf, weil es zu­neh­mend we­ni­ger Be­ach­tung fin­det, ob­wohl der ers­te Ein­druck noch im­mer der wich­tigs­te ist.

Men­schen wol­len wis­sen, mit wem sie es zu tun ha­ben. Des­halb gibt es in den so­zia­len Netz­wer­ken kei­nen Ein­trag oh­ne per­sön­li­ches Pro­fil. Im wirk­li­chen Le­ben poppt aber nun mal nichts von al­le­dem au­to­ma­tisch auf. Da­mit es je­doch auch dort ei­ni­ger­ma­ßen so­zi­al zu­geht, muss man sich schon die Mü­he ma­chen, mi­mi­sche, hap­ti­sche und akus­ti­sche Si­gna­le von sich aus­zu­sen­den. Lohnt sich aber: Denn wer sich vor­stellt, si­gna­li­siert Of­fen­heit, Nä­he, In­ter­es­se, Höf­lich­keit, Re­spekt ge­gen­über an­de­ren, kurz­um: Er zeigt Stil. Da­mit kann er nur ge­win­nen. Wer das nicht tut, ver­schenkt nicht nur die Mög­lich­keit, als sym­pa­thi­scher Neu­ling wahr­ge­nom­men zu wer­den. Er be­raubt sich auch der gro­ßen Chan­ce, von An­fang an die rich­ti­ge Grund­la­ge für Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ko­ope­ra­ti­on zu schaf­fen. Von die­ser Ba­sis aber hängt ein ent­schei­den­der Fak­tor ab: Er­folg.

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