Kei­ne Ver­fas­sung

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LESERBRIEFE -

In Ih­rem Es­say „Das Leit­ge­setz“(RP vom 23. Mai) ver­mer­ken Sie, „die­ses Leit­ge­setz ist die Ver­fas­sung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Man hat es Grund­ge­setz ge­nannt“. Als po­li­tisch und ge­schicht­lich in­ter­es­sier­ter Bür­ger ist mir doch be­wusst, dass die Bun­des­re­pu­blik zwar ein Grund­ge­setz, aber kei­nes­falls ei­ne Ver­fas­sung hat. Ar­ti­kel 146 des Grund­ge­set­zes ver­deut­licht dies schlüs­sig: „Die­ses Grund­ge­setz, das nach Voll­en­dung der Ein­heit und Frei­heit Deutsch­lands für das gan­ze deut­sche Volk gilt, ver­liert sei­ne Gül­tig­keit an dem Tag, an dem ei­ne Ver­fas­sung in Kraft tritt, die von dem deut­schen Volk in frei­er Ent­schei­dung be­schlos­sen wor­den ist.“Das Grund­ge­setz ist dem­nach kei­ne Ver­fas­sung, son­dern soll erst durch ei­ne sol­che er­setzt wer­den, was bis da­to nicht ge­sche­hen ist. Ei­ne Ver­fas­sung hin­ge­gen ist die Gr­und­form ei­nes sou­ve­rä­nen Staa­tes in der Ge­samt­heit ei­nes frei­en Vol­kes über For­men und In­hal­te sei­ner po­li­ti­schen Exis­tenz und kein Or­ga­ni­sa­ti­ons­sta­tut wie das Grund­ge­setz. Jür­gen Sin­zig 47802 Kre­feld

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