Fast 14 Pro­zent der Neus­ser über 18 Jah­re ha­ben Schul­den

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - NEUSS -

NEUSS (vest) Wer in die oft zi­tier­te „Schul­den­fal­le“ge­rät, hat oft­mals Angst um sei­ne Exis­tenz, ist wie erstarrt, hand­lungs­un­fä­hig. „Die ei­nen las­sen sich von ih­ren Gläu­bi­gern all­zu oft un­ter Druck set­zen und zu Ra­ten­zah­lun­gen be­we­gen, wäh­rend an­de­re viel­leicht mo­na­te­lang ih­ren Brief­kas­ten nicht mehr lee­ren, weil sie der Wahr­heit nicht ins Au­ge bli­cken wol­len“, be­schreibt Uwe Si­mons die bei­den Grup­pen, die täg­lich in ei­nes der Be­ra­tungs­bü­ros der Schuld­ner- und In­sol­venz­be­ra­tung des So­zi­al­diens­tes Ka­tho­li­scher Män­ner (SKM) in Neuss, Kaarst oder Meer­busch kom­men. Der Di­plomSo­zi­al­päd­ago­ge und Fach­be­reichs­lei­ter in­for­mier­te bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung im Kar­di­nalF­rings-Haus jetzt über die­ses An­ge­bot des SKM.

Si­mons be­tont den Un­ter­schied zwi­schen ei­ner Ver­schul­dung, al­so dem Ein­ge­hen von Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen wie et­wa bei ei­nem Au­to­kre­dit, und der Über­schul­dung, von der man spricht, wenn nach Ab­zug der Le­bens­hal­tungs­kos­ten wie Mie­te und Strom nicht mehr ge­nü­gend Geld üb­rig bleibt, um die Schul­den zu be­zah­len. „Oder um­ge­kehrt: Nach­dem die Ra­ten für die Schul­den be­zahlt wur­den, bleibt nicht mehr ge­nug für die Le­bens­hal­tungs­kos­ten üb­rig“, so Si­mons. 13,6 Pro­zent der Neus­ser über 18 Jah­re sind ver­schul­det oder über­schul­det.

Der Schuld­ne­r­at­las Re­gio­nal­raum Düsseldorf 2016, her­aus­ge­ge­ben von der Cre­dit­re­form Düsseldorf/ Neuss Gm­bH, spricht von rund 17.000 Men­schen – und da­mit von ei­nem Rück­gang von im­mer­hin 0,2 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr. „Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­ben wir ins­ge­samt 1326 über­schul­de­te Per­so­nen be­ra­ten, da­von kom­men 620 aus Neuss.“

Im­mer sei die ge­sam­te psy­cho­so­zia­le Si­tua­ti­on zu be­rück­sich­ti­gen, für je­de Fra­ge gel­te es, ei­ne in­di­vi­du­el­le Lö­sung zu su­chen. „Die Ur­sa­chen für ei­ne Über­schul­dung sind viel­fäl­tig und rei­chen von (Lang­zeit-)Ar­beits­lo­sig­keit, feh­len­der Fi­nanz­kom­pe­tenz, Schei­dung oder Krank­heit über die Ge­burt ei­nes Kin­des, ge­schei­ter­te Selbst­stän­dig­keit bis zur ge­schei­ter­ten Bau­fi­nan­zie­rung oder Tod des Part­ners. Die We­ge aus der Über­schul­dung her­aus sind aber eben­so viel­fäl­tig“, so Si­mons.

„Die Ur­sa­chen für ei­ne Über­schul­dung sind viel­fäl­tig“

Uwe Si­mons

SKM-Fach­be­reichs­lei­ter

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