Ver­wir­rung um Ent­las­tung von Bör­sen­chef Ken­ge­ter

Die Deut­sche Bör­se hat­te noch am Di­ens­tag be­rich­tet, das Ver­fah­ren ge­gen den Ma­na­ger wer­de ein­ge­stellt.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - WIRTSCHAFT -

FRANK­FURT (dpa) Die jüngs­te Mit­tei­lung der Deut­schen Bör­se zum Fort­gang des Er­mitt­lun­gen we­gen mög­li­chen In­si­der­han­dels sorgt für Ver­wir­rung. Die „Wirt­schafts­wo­che“be­rich­tet oh­ne nä­he­re Qu­el­len­an­ga­be, in dem Schrei­ben der Staats­an­walt­schaft vom Di­ens­tag sei nicht die Re­de da­von ge­we­sen, dass die Be­hör­de „in Aus­sicht“ge­stellt ha­be, das Ver­fah­ren ge­gen Bör­sen­chef Cars­ten Ken­ge­ter „oh­ne Auf­la­gen“ein­zu­stel­len. Die Deut­sche Bör­se hat­te un­ter der Über­schrift „An­hö­rungs­schrei­ben der Staats­an­walt­schaft“mit­ge­teilt: „Die Staats­an­walt­schaft Frank­furt am Main hat in Aus­sicht ge­stellt, im Sin­ne ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Ge­samt­be­en­di­gung das lau­fen­de Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen Herrn Ken­ge­ter oh­ne Auf­la­gen ... ein­zu­stel­len.“Zur glei­chen Zeit wür­den ge­gen die Ge­sell­schaft zwei Geld­bu­ßen in ei- ner Ge­samt­hö­he von 10,5 Mil­lio­nen Eu­ro ver­hängt. Der Kon­zern prü­fe das nun.

Zu dem Be­richt der „Wirt­schafts­wo­che“gab die Deut­sche Bör­se kei­nen Kom­men­tar ab. Die Staats­an­walt­schaft Frank­furt war für ei­ne Stel­lung­nah­me zu­nächst nicht er­reich­bar. Ein Spre­cher der Er­mitt­lungs­be­hör­de hat­te am Vor­tag er­klärt, die An­hö­rung vom Di­ens­tag ha­be sich „al­lein an die Deut­sche Bör­se AG als ju­ris­ti­sche Per­son“ge­rich­tet. So­mit könn­ten „kei­ne An­ga­ben zu et­wai­gen Vor­wür­fen ge­gen de­ren Ver­ant­wort­li­che und Mit­ar­bei­ter ge­macht be­zie­hungs­wei­se be­stä­tigt wer­den“.

Ge­gen Ken­ge­ter wird we­gen ei­nes Ak­ti­en­ge­schäfts aus dem De­zem­ber 2015 ermittelt – das war we­ni­ge Wo­chen be­vor der ge­plan­te und letzt­lich ge­schei­ter­te Zu­sam­men­schluss mit der Lon­do­ner Bör­se (LSE) öf- fent­lich ge­macht wur­de. Der Vor­wurf ist, dass der Ma­na­ger be­reits zu die­sem Zeit­punkt ent­spre­chen­de Ge­sprä­che mit der LSE ge­führt hat­te und in die­sem Wis­sen in gro­ßem Stil Deut­sche-Bör­se-Ak­ti­en kauf­te. Nach Be­kannt­ga­be der Fu­si­ons­plä­ne stie­gen die Kur­se bei­der Un­ter­neh­men. Ken­ge­ters Zu­kunft als Bör­sen­chef gilt als eng ver­knüpft mit dem Aus­gang der staats­an­walt­schaft­li­chen Er­mitt­lun­gen.

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