Uni-Kli­nik ent­schei­det bald über Nie­ren­trans­plan­ta­ti­on

Ein Team aus Ärz­ten, Trans­plan­ta­ti­ons­ex­per­ten und Ju­ris­ten be­rät der­zeit über den Fall ei­nes 22 Jah­re al­ten Flücht­lings, der ei­ne Nie­re braucht.

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - LANDESHAUPTSTADT DÜSSELDORF - VON STE­FA­NI GEILHAUSEN

Der sy­ri­sche Flücht­ling Ba­sel Hous­han, der auf ei­ne Nie­ren­spen­de ei­nes sei­ner Brü­der hofft, muss wei­ter war­ten: In der Uni­k­li­nik be­rät ein Team aus sei­nen Ärz­ten, Ex­per­ten des Trans­plan­ta­ti­ons­zen­trums und den Haus­ju­ris­ten über den Fall des 22-Jäh­ri­gen.

Die Prü­fung lau­fe „mit Hoch­druck“, ver­si­cher­te ein Spre­cher des Kli­ni­kums. Dort will man dem jun­gen Flücht­ling, der seit Mo­na­ten drei­mal wö­chent­lich zur Dia­ly­se muss und des­sen Brü­der zu ei­ner Le­bend­spen­de be­reit sind, ger­ne hel­fen. „Aber die Rechts­la­ge ist kom­pli­ziert.“

Das sieht auch die Bun­des­ärz­te­kam­mer so. „Die Kam­mer hat mehr­fach den Ge­setz­ge­ber an­ge­mahnt, un­bü­ro­kra­ti­sche­re Re­ge­lun- gen zu schaf­fen“, sagt Ruth Ris­sing­van Sa­an.

Die frü­he­re Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Bun­des­ge­richts­hof ist Lei­te­rin der Ver­trau­ens­stel­le Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin. „Die Ärz­te­schaft hat sich wie­der­holt für ei­nen un­bü­ro­kra­ti­schen Zu­gang von nicht an­er­kann­ten Asyl­be­wer­bern zu Ge­sund­heits­leis­tun­gen aus­ge­spro­chen“, sagt sie.

Ins­be­son­de­re Ein­schrän­kun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, nach de­nen bei Flücht­lin­gen nur aku­te Er­kran­kun­gen, nicht aber chro­ni­sche Be­schwer­den be­han­delt wer­den dür­fen, soll­ten dem­nach auf­ge­ho­ben wer­den. Auf die­ser Re­ge­lung ba­sie­ren näm­lich die Grund­sät­ze der Bun­des­ärz­te­kam­mer zur Auf­nah­me von Asyl­be­wer­bern auf die War­te­lis­te zur Or­gan­trans­plan­ta­ti­on – denn die darf, so lan­ge es ei­ne Er­satz­the­ra­pie gibt, nicht er­fol­gen.

Flücht­lings­hel­fer, die sich um den jun­gen Sy­rer küm­mern, des­sen schwe­re Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz mehr als ein Jahr nach sei­ner An­kunft in Deutsch­land dia­gnos­ti­ziert wur­de, hat­ten die Bun­des­ärz­te­kam­mer we­gen die­ser Grund­sät­ze scharf kri­ti­siert. Das weist die Kam­mer un­ter Hin­weis auf die Ge­setz­ge­bung zu­rück. „Wir sind au­ßer­dem we­der wei­sungs­be­fugt noch tref­fen wir Ent­schei­dun­gen für die Trans­plan­ta­ti­ons­zen­tren“, sagt Ris­sing­van Sa­an.

Oh­ne­hin trifft der Grund­satz­be­schluss nicht auf Hous­han zu, der als an­er­kann­ter Flücht­ling nicht dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz un­ter­liegt. „Über die­sen Fall muss al­lein das Trans­plan­ta­ti­ons­zen­trum ent­schei­den“, so Ris­sing-van Sa­an.

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