Wa­ter­ga­te: Ni­xon muss Ton­bän­der her­aus­ge­ben

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - UNTERHALTUNG -

Vor we­ni­gen Ta­gen be­an­trag­te zum ers­ten Mal ein Kon­gress-Ab­ge­ord­ne­ter ein Im­peach­ment-Ver­fah­ren ge­gen US-Prä­si­dent Do­nald Trump. Die Er­folgs­aus­sich­ten sind be­schei­den – doch seit dem Amts­an­tritt des Prä­si­den­ten ist im La­ger der Trump-Geg­ner im­mer wie­der die Re­de von der Amts­ent­he­bung, für die sich der Prä­si­dent schwe­rer Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen schul­dig ge­macht ha­ben muss. Als Bei­spiel wird häu­fig der Fall des US-Prä­si­den­ten Richard Ni­xon (1969 bis 1974) ge­nannt. Doch die­ser wur­de nie in ei­nem Im­peach­ment-Ver­fah­ren schul­dig ge­spro­chen. Er kam der An­kla­ge­er­he­bung durch sei­nen Rück­tritt zu­vor. Dass Ni­xon nicht wei­ter leug­nen konn­te, in die Wa­ter­ga­te-Af­fä­re ver­wi­ckelt zu sein, stand am 24. Ju­li 1974 fest. An die­sem Tag ent­schied der Obers­te Ge­richts­hof, dass der Prä­si­dent die Ton­bän­der, die in sei­nem Bü­ro auf­ge­zeich­net wor­den wa­ren, her­aus­ge­ben muss­te. Die Bän­der be­wie­sen, was Zeu­gen zu­vor aus­ge­sagt hat­ten: Ni­xon hat­te viel­leicht nichts von dem Ein­bruch ge­wusst, der die Wa­ter­ga­te-Af­fä­re ins Rol­len ge­bracht hat­te, er hat­te aber ver­sucht, Er­mitt­lun­gen zu be­hin­dern und Ver­bin­dun­gen ins Wei­ße Haus zu ver­tu­schen. Zwei­ein­halb Wo­chen nach der Ent­schei­dung gab er sei­nen Rück­tritt be­kannt und ent­ging so dem Im­peach­ment, das er wohl ver­lo­ren hät­te. Auch vor Ge­richt muss­te sich Ni­xon nie ver­ant­wor­ten. Sein Nach­fol­ger Ge­rald Ford ließ ihn um­ge­hend be­gna­di­gen.

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