Herr Ma­ka­rov will nicht mit­spie­len

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - DORMAGEN - VON KLAUS D. SCHUMILAS

DOR­MA­GEN Kei­ne Fra­ge, das Aus für das Ci­ne­p­lex und der so­for­ti­ge Aus­zug aus dem Dor­ma­cen­ter ist ein schwe­rer Schlag für Dor­ma­gen. Ei­ne 65.000 Ein­woh­ner-Stadt oh­ne Kino? Die­se Si­tua­ti­on klingt eher nach ei­nem Ei­fel­dorf, wo die Ju­gend sich die gan­ze Wo­che dar­auf freut, am Wo­che­n­en­de zum Fil­m­er­leb­nis in die nächs­te Groß­stadt zu fah­ren. Dor­ma­gen – ein Dorf? Si­cher nicht. Ei­ne Stadt mit viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten und mit na­gel­neu­em Hal­len­bad, aber oh­ne Kino und mit nur we­ni­gen an­de­ren Treff­punk­ten für Ju­gend­li­che. Das wiegt schwer.

Im so­zia­len Netz­werk Face­book wur­de schon seit Wo­chen ge­mut- maßt, dass das Ci­ne­p­lex, das nach dem Schwel­brand Mit­te De­zem­ber ge­schlos­sen ist, nicht mehr öff­nen wird. Am Be­trei­ber liegt es ganz si­cher nicht, der ger­ne die sechs nicht vom Brand be­trof­fe­nen Sä­le längst wie­der ge­öff­net hät­te, die­ses aber nicht durf­te und so er­heb­li­che fi­nan­zi­el­le Ein­bu­ßen ver­kraf­ten muss­te. Im Fo­kus steht viel­mehr der Be­sit­zer der Im­mo­bi­lie, Ma­xim Ma­ka­rov. Seit 2013 Vor­stand der ReiiDe­ve­lop­ment AG mit Sitz auf der Kö­nigs­al­lee in Düs­sel­dorf. Ein Mann, der die Öf­fent­lich­keit scheut. Der Ver­ant­wort­li­che, der we­der für Stadt, Be­trei­be­rin noch für un­se­re Re­dak­ti­on zu spre­chen ist. Da­bei ist er der ein­zi­ge, der sa­gen kann, wie es im und mit dem Dor­ma­cen­ter wei­ter­geht. Weil er das aber nicht tut, sind Spe­ku­la­tio­nen Tür und Tor ge­öff­net. War­um wur­den die für die Öff­nung der sechs nicht be­trof­fe­nen Sä­le not­wen­di­gen Brand­schut­zGut­ach­ten nicht bei­ge­bracht? War­um zie­hen Fir­ma auf Fir­ma (Al­di, Rossmann, Ko­di, Ci­ne­p­lex) aus, oh­ne dass es er­kenn­ba­re Neu­ver­mie­tun­gen gibt? Wel­che Stra­te­gie ver­folgt In­ha­ber Ma­ka­rov? Sol­len al­le Mie­ter raus aus dem Dor­ma­cen­ter, da­mit es als lee­re Im­mo­bi­lie ver­kauft wer­den kann?

Viel­leicht ist dem Vor­stand ei­ner AG, de­ren Ak­ti­en nicht mehr an der Bör­se ge­han­delt wer­den, sich in sei­nem Bü­ro an der schi­cken, rechts­rhei­ni­schen „Kö“nicht be­wusst, dass er als Be­sit­zer ei­ner sol­chen

AR­CHIV-FO­TO: L. BERNS

Das Kino zieht aus dem Dor­ma­cen­ter aus.

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