RECHT & AR­BEIT

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - BERUF&KARRIERE -

Be­am­ten­für­sor­ge

(bü) Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat ent­schie­den, dass Be­am­te höchs­tens zehn Jah­re Zeit ha­ben, um ei­nen Di­enst­un­fall zu mel­den be­zie­hungs­wei­se Un­fall­für­sor­gean­sprü­che an­er­kannt zu be­kom­men. In dem kon­kre­ten Fall hat­te ein Feu­er­wehr­mann 17 Jah­re nach ei­nem Ein­satz, bei dem er mit ei­ner Dreh­lei­ter um­ge­kippt war, ver­sucht, den Vor­fall und die Fol­ge­schä­den als Di­enst­un­fall an­er­ken­nen zu las­sen. Jah­re nach dem Un­fall er­krank­te er an De­pres­sio­nen und an ei­ner post­trau­ma­ti­schen Be­las­tungs­stö­rung. Die zehn Jah­re (aus dem Be­am­ten­ver­sor­gungs­ge­setz) als Frist sei­en nicht zu kurz be­mes­sen, so das Ur­teil. (BVwG, 2 C 18/17)

Ar­beits­lo­sen­geld I

Schlie­ßen Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag, der das Ar­beits­ver­hält­nis aber noch zwölf Mo­na­te un­ter Fort­zah­lung der Be­zü­ge be­ste­hen lässt, so zählt bei an­schlie­ßen­der Ar­beits­lo­sig­keit für die Be­rech­nung des Ar­beits­lo­sen­gel­des I auch der in der Frei­stel­lungs­pha­se ge­zahl­te Ver­dienst. Als En­de der Be­schäf­ti­gung sei in sol­chen Fäl­len nicht der letz­te Ar­beits­tag an­zu­se­hen, son­dern das En­de des ver­si­che­rungs­recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses. (In dem Fall er­höh­te sich das Ar­beits- lo­sen­geld I von 28,72 Eu­ro auf 58,41 Eu­ro, weil der Be­mes­sungs­zeit­raum er­heb­lich län­ger an­zu­set­zen war.) (BSG, B 11 AL 15/17 R)

Ar­beits­zeug­nis

Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zum The­ma Ar­beits­zeug­nis deut­lich ge­macht, dass„durch die äu­ße­re Form des Zeug­nis­ses nicht der Ein­druck er­weckt werden darf“, dass sich der Aus­stel­ler vom buch­stäb­li­chen Wort­laut sei­ner Er­klä­run­gen dis­tan­zie­re. So müs­se das Zeug­nis auf ei­nem Fir­men­bo­gen er­teilt werden, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­nen sol­chen be­sä­ße und im Ge­schäfts­le­ben be­nut­ze. Au­ßer­dem dür­fe ein Zeug­nis kei­ne Merk­ma­le ent­hal­ten, die ei­ne an­de­re als aus der äu­ße­ren Form und de­mWort­laut er­sicht­li­che Aus­sa­ge tref­fen, die In­hal­te des Zeug­nis­ses ent­wer­ten oder An­lass zu sons­ti­gen ne­ga­ti­ven Schluss­fol­ge­run­gen ge­ben. In die­sem Fall muss­te ein Ar­beit­ge­ber das Zeug­nis neu aus­stel­len – auch des­halb, weil das Zeug­nis nicht frei von Recht­schreib­feh­lern war und „sol­che im Zeit­al­ter des PC mit Recht­schreib­kon­trol­le ver­mu­ten las­se, dass sich der Ar­beit­ge­ber vom In­halt des Zeug­nis­ses dis­tan­ziert“. Ei­ne Recht­schreib­schwä­che sei wohl eher nicht an­zu­neh­men. (Hes­si­sches LAG, 12 Ta 375/14)

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