Hin­rich­tung der Lü­be­cker Mär­ty­rer

Neuss-Grevenbroicher Zeitung (Neuss) - - KÖLN KOMPAKT -

Karl Fried­rich Stell­brinck (u.r.), Her­mann Lan­ge (u.l.), Edu­ard Mül­ler (o.r.) und Jo­han­nes Pras­sek (o.l.): An die Na­men der vier Geist­li­chen er­in­nern noch heu­te die bei­den gro­ßen Kon­fes­sio­nen in Deutsch­land. Stell­brinck war evan­ge­li­scher Pas­tor, Lan­ge, Mül­ler und Pras­sek ka­tho­li­sche Geist­li­che. Ge­mein­sam wur­den sie als„Lü­be­cker Mär­ty­rer“be­kannt. Die Theo­lo­gen aus dem Nor­den Deutsch­lands hat­ten sich un­ter den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten nicht zum Schwei­gen brin­gen las­sen. Ihr Vor­bild war Bi­schof von Müns­ter, Cle­mens Au­gust Graf von Ga­len, des­sen Pre­dig­ten ge­gen die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten die Lü­be­cker ver­brei­te­ten. Auch in ih­ren ei­ge­nen Pre­dig­ten ver­tra­ten sie die un­er­schüt­ter­li­che Auf­fas­sung, dass die ras­sis­ti­sche und men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten mit dem christ­li­chen Glau­ben nicht zu ver­ein­ba­ren sei. Ih­ren Wi­der­stand or­ga­ni­sier­ten die Freun­de, die sich über die Gren­zen ih­rer Kon­fes­sio­nen hin­aus schät­zen ge­lernt hat­ten, ge­mein­sam. Nach ei­ner Pre­digt am Palm­sonn­tag 1943 wur­den al­le vier ver­haf­tet. Die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten mach­ten ih­nen den Pro­zess und ver­ur­teil­ten sie zum To­de, we­gen„Wehr­kraft­zer­set­zung“und an­de­rer Ver­ge­hen. Am 10. No­vem­ber 1943 wur­den sie im Un­ter­su­chungs­ge­fäng­nis in Hamburg durch die Guil­lo­ti­ne hin­ge­rich­tet. Lan­ge, Mül­ler und Pras­sek wur­den 2011 se­lig­ge­spro­chen, an Stell­brinck wird im Evan­ge­li­schen Na­men­ka­len­der er­in­nert.

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